Angela Merkel wird heute die Namen der Unionsminister nennen. Als gesetzt gelten Ursula von der Leyen (Familie), Annette Schavan (Bildung), Wolfgang Schäuble (Inneres) sowie Franz-Josef Jung (Verteidigung). Das zweite Ministeramt der CSU erhält Horst Seehofer: Er wird Agrarminister. Für den Posten des Kanzleramts-Chefs gibt es zwei Kandidaten: Thomas de Maizière und Norbert Röttgen.

Der sächsische Innenminister Thomas de Maizière soll neuer Chef des Bundeskanzleramts werden. Das berichten übereinstimmend die Leipziger Volkszeitung, die Sächsische Zeitung und Bild unter Berufung auf Informationen aus der Union.

de Maiziere, dpa

Thomas de Maizière, bisher sächsischer Innenminister (© Foto: dpa)

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Unterschiedliche Berichte gab es jedoch über die künftige Funktion des bisherigen Parlamentarischen Geschäftsführers der Unionsfraktion, Norbert Röttgen, der bisher als aussichtsreicher Kandidat für diesen Posten galt. Laut Bild soll der Vertraute der künftigen Bundeskanzlerin Angela Merkel Fraktionsgeschäftsführer bleiben.

Nach Informationen der Sächsischen Zeitung soll Röttgen ins Bundeskanzleramt wechseln und dort als Staatsminister die Bund-Länder-Koordinierung verantworten. Das Dresdner Blatt beruft sich dabei auf "hochrangige Parteikreise".

Ministerriege der Union steht

Nach heftigem Personalgerangel in der Union soll CSU-Vize Horst Seehofer Verbraucherschutz- und Agrarminister werden. Merkel ist nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa bereit, den Vorschlag von CSU-Chef Edmund Stoiber zu akzeptieren, obwohl Seehofer vor allem 2004 heftige Kritik an ihrem Reformkurs geübt hatte.

Damit steht auch fest, dass der hessische CDU-Fraktionschef Franz Josef Jung das Verteidigungsressort übernehmen wird, falls die große Koalition zustande kommt.

Ferner wird Merkel aller Voraussicht nach Niedersachsens Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) als Familienministerin und die ehemalige Kultusministerin von Baden- Württemberg, Annette Schavan (CDU), als Bildungsministerin vorstellen.

Der frühere CDU-Chef Wolfgang Schäuble wird Innenminister. Stoiber war seit der Grundsatzvereinbarung zwischen Union und SPD über die Bildung einer großen Koalition als neuer Wirtschaftsminister gesetzt. CDU-Generalsekretär Volker Kauder soll in Zukunft die CDU/CSU-Bundestagsfraktion führen.

CDU-Vize Christian Wulff sprach in der ARD von einer "tollen Mischung aus neuen Gesichtern und erfahrenen Politikern" der Union.

Union will 25 Milliarden pro Jahr sparen

SPD und Union nehmen Nachmittag in Berlin ihre Verhandlungen über eine große Koalition auf. Ziel der Gespräche ist die Verständigung auf ein Regierungsprogramm, das vier Jahre lang Bestand haben soll. Beim ersten Treffen in der SPD-Parteizentrale soll der organisatorische Ablauf der zunächst auf vier Wochen angesetzten Verhandlungsrunden festgelegt werden.

Mit der Forderung nach einem Sparpaket von 25 Milliarden Euro pro Jahr geht die Union in die Koalitionsverhandlungen mit der SPD. Damit liegt sie deutlich über den Sparvorstellungen der Sozialdemokraten in Höhe von 14,5 bis 22,5 Milliarden Euro. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU), der für die Union die Haushaltsberatungen vorbereitet, sagte der "Berliner Zeitung": "Pro Jahr muss die Lücke um mindestens 25 Milliarden Euro verringert werden." Die Haushaltspolitik ist ein zentrales Thema der Koalitionsverhandlungen.

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(dpa/AP)