Angesichts der Forderungen von CSU-Chef Stoiber nach einem stärkeren sozialen Profil der Union ist ein politisches Comeback des CSU-Sozialexperten Seehofer als Minister einer großen Koalition denkbar.
Seehofer signalisierte dazu am Dienstag seine Bereitschaft. Wenn dies so kommen sollte, "wird es an mir nicht scheitern", sagte Seehofer der Süddeutschen Zeitung. Seehofer knüpfte seine mögliche Rückkehr in die vorderste Linie allerdings an Bedingungen.
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Voraussetzung für ihn sei, dass die Inhalte der Politik stimmen müssten. Allerdings sei in einer großen Koalition "eher zu erwarten, dass die soziale Ausgewogenheit gewahrt bleibt", sagte Seehofer.
Die zweite Bedingung Seehofers ist ein offeneres Diskussionsklima in der Union. Wenn seine Rückkehr gewollt werde, "muss man die Ausgrenzung beenden", sagte Seehofer. Es müsse dann der Satz "Wohlverhalten geht vor Kompetenz" vom Tisch. Dieser Satz wird Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel zugeschrieben.
Seehofer bestätigte, dass er am vergangenen Freitag ein Vier-Augen-Gespräch mit CSU-Chef Edmund Stoiber gehabt habe. Stoiber habe ihm seinen Wunsch signalisiert, dass er, Seehofer, künftig eine "wichtige Rolle" spielen solle. Damit sei aber kein Anspruch auf ein bestimmtes Amt verbunden gewesen, betonte Seehofer.
Aus der CSU kann Seehofer mit Unterstützung rechnen. Barbara Stamm, die ebenso wie Seehofer zum Stellvertreterquartett von CSU-Chef Stoiber gehört, sagte, eine Rückkehr Seehofers wäre "kein Schaden".
Die Gedankenspiele über die Rolle Seehofers hängen auch mit der Gewichtsverteilung in einer möglichen großen Koalition zusammen. In der CSU wird davor gewarnt, dass die Union dann nur für die unangenehmen Themen zuständig sein könnte und das soziale Profil der Regierung von der SPD verkörpert werde.
(SZ vom 28.09.2005)
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