Auf ihrem Treffen zur Finanzkrise haben sich die führenden europäischen Nationen geeinigt, betroffene Banken mit jeweils eigenen Methoden zu unterstützen. Die Schadensverursacher sollen Verantwortung übernehmen. Ein gemeinsames Hilfspaket wird es nicht geben.

Die europäischen Staaten der G-8-Gruppe wollen bei der Unterstützung angeschlagener Banken in Europa zusammenarbeiten, ohne jedoch einen gemeinsamen Hilfsfonds zu schaffen.

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Die Banken stehen weiter in der Verantwortung für die Finanzkrise - darauf einigten sich Bundeskanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Sarkozy (2.v.r.), der britische Premierminister Brown (r.) und der italienische Ministerpräsident Berlusconi (l.). (© Foto: Reuters)

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Das teilte der französische Präsident Nicolas Sarkozy am Samstag nach dem Treffen im Pariser Elyséepalast mit. "Jede Regierung wird mit ihren eigenen Methoden und Mitteln eingreifen, aber in abgestimmter Weise", sagte Sarkozy bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dem britischen Premierminister Gordon Brown und dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

Mit dem Beschluss wollen die Europäer ihr Bankensystem vor dem Zusammenbruch schützen. Der Stabilitätspakt soll "flexibel" angewendet werden, um einen Absturz in die Rezession zu verhindern. Die umstrittene Idee eines Fonds von 300 Milliarden Euro zur Stützung der Banken wurde auf dem Gipfel nicht verfolgt. Gastgeber Nicolas Sarkozy bestritt, diese Idee unterstützt zu haben.

Merkel zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen des Krisengesprächs. "Ich glaube dass dieses Treffen ein Beitrag ist für das Vertrauen in unser Finanzsystem, das im Augenblick so wichtig ist - dieses Vertrauen im Blick auf die Wirtschaftssituation in unseren Ländern, dieses Vertrauen im Blick auf Sparer und Steuerzahler in unseren Ländern."

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien seien sich zudem einig, dass die für die Krise Verantwortlichen auch die Folgen tragen müssten. Die Aktionäre der notleidenden Banken müssten einen Teil der Last übernehmen. So forderte die Bundeskanzlerin, "dass die, die diese Schäden verursacht haben, auch ihren Beitrag leisten müssen."

Mittelfristig wollen die vier mächtigsten europäischen Staaten einen "Gipfel der am meisten betroffenen Staaten zur Neugründung des Weltfinanzsystems". Gemeinsam mit den anderen Wirtschaftsmächten soll das Weltfinanzsystem so schnell wie möglich auf eine solide Grundlage gestellt werden. Alle Finanzmarkt-Akteure müssten Regeln unterworfen und überwacht werden, auch die Hedgefonds und Ratingagenturen, sagte Sarkozy. Der Reformgipfel solle "so schnell wie möglich" organisiert werden.

Zudem verständigten sich die EU-Spitzen darauf, die Regeln der Rechnungslegung für die Banken zu reformieren, damit die Bildung von Spekulationsblasen künftig vermieden wird. Bis zum Monatsende wolle man eine Lösung sehen, sagte Sarkozy. Zudem solle sich eine "task force" der Zentralbanken und Ministerien mit der Krise befassen.

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(dpa/Reuters/AP/cag)