Von Christoph Schäfer

Für die Genossen steht das Ziel fest: Im Koalitionsausschuss soll Schluss gemacht werden mit Stundenlöhnen von drei oder vier Euro. Ein ehrenwertes Ziel, doch der Teufel steckt im Detail. Manche Lösungen klingen nur gut.

An diesem Montagabend wird der Mindestlohn-Streit den Koalitionsausschuss beschäftigen. Angeblich soll es sich um die "entscheidende" Sitzung handeln. Was von Politikern und Medien jedoch gerne übersehen wird: Derlei "entscheidende" Sitzungen wurden bereits mehrfach angekündigt - bislang ohne Erfolg, denn das Problem ist groß und mögliche Lösungen sind heiß umstritten.

Mindestlohn; Entsendegesetz

Geht es nach der SPD, soll auch das Friseur-Handwerk in das Entsendegesetz aufgenommen werden. (© Foto: dpa)

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Im Gegensatz zu vielen anderen Reformbaustellen ist beim Thema Mindestlohn zumindest das Problem einfach zu benennen. Amerikaner bezeichnen es mit dem Terminus "working poor": Es geht um Menschen, die zwar Vollzeit arbeiten, sich selbst und ihre Familien davon aber kaum ernähren können, weil sie mit unzureichenden Stundenlöhnen abgespeist werden.

Um das Problem zu lösen, sind derzeit vier Vorschläge in der Diskussion. Der schnellste Weg wäre, einen Mindestlohn einzuführen, der oft auch als gesetzlicher Mindestlohn bezeichnet wird. Solche Lohnuntergrenzen sind in den meisten Ländern Europas bereits eingeführt. Sie liegen am höchsten in Luxemburg mit 9,08 Euro und am niedrigsten in Bulgarien mit 53 Cent. Das Konzept ist denkbar einfach: Ein gesetzlicher Mindestlohn könnte für alle Branchen und alle Betriebe in Deutschland gelten - also mittelbar für alle hiesigen Arbeitnehmer - und einen niedrigeren Stundenlohn als den vorgeschriebenen schlicht verbieten.

Der linke Flügel der SPD fordert einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro. Die Linke verlangt sogar acht Euro. Die Union hingegen, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), lehnt jede Form eines gesetzlichen Mindestlohns ab.

Zur Begründung verweisen die Konservativen zum einen darauf, dass es in Deutschland allein Sache der Tarifparteien sei, den angemessenen Lohn für eine Tätigkeit auszuhandeln. Zum anderen führt die CDU ins Feld, dass ein gesetzlicher Mindestlohn Zehntausende, wenn nicht gar Hunderttausende Stellen gefährde, weil viele Betriebe die höheren Löhne nicht bezahlen könnten.

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