Die Forderung von Links-Partei-Chef Oskar Lafontaine, einen flächendeckenden Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde einzuführen, hat bei SPD und Arbeitgeberverbänden scharfe Kritik ausgelöst.
Die Forderung von Links-Partei-Chef Oskar Lafontaine, in Deutschland einen flächendeckenden Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde einzuführen, hat bei der SPD und den Arbeitgeberverbänden scharfe Kritik ausgelöst.
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Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Andrea Nahles sagte der Süddeutschen Zeitung: "Ein Wettbewerb um die höchste Forderung beim Mindestlohn hilft niemanden. Sind wir bis zum Wahltag dann vielleicht bei 20 Euro?"
Ein Sprecher der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sagte der SZ: Die Forderung von Lafontaine zeige, "dass gesetzliche Mindestlöhne im Wahlkampf zu einem populistischen Überbietungswettbewerb führen". Die BDA lehnt Mindestlöhne kategorisch ab, weil sie die Tarifautonomie untergraben und Arbeitsplätze kosten könnten.
Lafontaine hatte am Donnerstag angekündigt, seine Partei wolle im Bundestagswahlkampf für eine allgemeine Lohnuntergrenze von zehn Euro die Stunde eintreten. Lafontaine verwies darauf, dass der Mindestlohn in Frankreich bei 8,71 Euro liegt. "Da sind doch zehn Euro im Wahlprogramm nicht maximalistisch", sagte er.
Ein internationaler Vergleich des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zeigt allerdings: Mit zehn Euro würde Deutschland, wo es bislang nur Lohnuntergrenzen in einzelnen Branchen gibt, innerhalb der EU mit weitem Abstand an der Spitze liegen. So haben 20 von 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. Am höchsten ist er in Luxemburg mit 9,49 Euro, am niedrigsten in Bulgarien mit gerade einmal 71 Cent.
Nahles will unabhängige Kommission
Nach Berechnungen des WSI bewegt sich der Mindestlohn innerhalb Europas zwischen 30 und 50 Prozent des Durchschnittslohns. Die Orientierungsgrößen für gesetzliche Lohnuntergrenzen sind jedoch selbst unter den Mindestlohn-Befürwortern umstritten. Als arm gilt, wer weniger als 50 Prozent des Durchschnittslohnes verdient. Überträgt man diese Definition der internationalen Armutsforschung auf den Mindestlohn, müsste dieser in Deutschland tatsächlich bei den von Lafontaine geforderten zehn Euro liegen.
Denn der Bruttodurchschnittslohn liegt bei etwa 20 Euro die Stunde. Nimmt man die Grundsicherung nach Hartz IV als Maßstab, käme dagegen nur ein Mindestlohn von 4,50 Euro in Frage. Dafür plädiert der frühere Vorsitzende des Sachverständigenrates der Bundesregierung, Bert Rürup. Als Orientierungsgröße könnte auch die Pfändungsfreigrenze dienen. Dann kommt das WSI auf eine Lohnuntergrenze von 8,19 Euro pro Stunde.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert bereits seit 2006 einen Mindestlohn von 7,50 Euro. "Dies kann aber nur ein erster Schritt sein", sagte eine Sprecherin. Die SPD kämpft ebenfalls für einen flächendeckenden Mindestlohn, Union und FDP sind dagegen.
SPD-Vize Nahles sprach sich dafür aus, dass in Deutschland - wie in Großbritannien - eine unabhängige Kommission aus Gewerkschaften, Arbeitgebern und Wissenschaftlern den Mindestlohn bestimmen und anpassen soll. Die Höhe dürfe "nicht von den jeweiligen Mehrheitsverhältnissen im Bundestag abhängen".
(SZ vom 20.03.2009/aho)
Die Ärzte in München
ironbutterfly:
ja aber in Bulgarien kostet der Kaffee auch keine 3 Euro.
+++
bald haben wir preise wie in kopenhagen und löhne wie in china...
bei 40h die Woche und vier Wochen im Monat. Das ist deutlich niedriger als ein Festgehalt. Also kann eine Festsetzung auf 10? keinen berühren.
Andersherum ist es gerade das Lohndumping das viele Menschen zum abwimmeln von Stellen bewegt. Rein wirtschaftlich gedacht rentiert es sich nicht unbegrenzte Freizeit bei 800? gegen geringe Freizeit für 1200? netto einzutauschen. Da sollten die Vertreter von SPD und Arbeitgebern einmal ihre eigenen wirtschaftlichen Maßstäbe zugrunde legen - oder selbst für 1600? brutto arbeiten gehen.
10,00 sind nicht zu viel
Ich bin harz IV Empfänger wieder mal. den meine Arbeit als Erntehelfer ist Mitte März zu ende gegangen. Angefangen 1,10,2008 beendet Montag den 9,03m2009 Std. Lohn 3,42
Dazu muss ich immer einen Antrag stellen für Seisongmehrbetarfsausgleich. 18,00 pro tag leiter ist meine Arbeit zu ende aber für Monat feruar und März ist es noch nicht genehmigt worden. habe aber Täglich Fahrkosten die ich selber tragen muss Arbeitsschutzbekleidung musste ich mir auch von dem Geld kaufen Arbeitszeit 7 std. täglich 5 tage die woche. und Monat für Monat muss ich die Ausgleichszahlung hinterher fahren bzw telefonieren das seit Juni 2008 Juni Juli wahr ich auf dem Acker ab Oktober im betrieb alles eine Firma.Jetzt bin ich am überlegen ob ich überhaubt noch einmal so einen job annehmen sollte den jeden Monat wo man seine Pflicht nach kommt sein geld nach zu rennen und zu betteln macht echt kein Spass mehr. Hier sieht man wieder Harz IV Empfänger haben keine rechte nur Pflichten.
"Nimmt man die Grundsicherung nach Hartz IV als Maßstab, käme dagegen nur ein Mindestlohn von 4,50 Euro in Frage. "
Das ist sachlich nicht korrekt. 4,50*160 Stunden in 12 Monaten entsprechen etwa dem steuerrechtlichen Grundfreibetrag. Die Idee ist gut, aber die Rechtskenntnis mangelhaft. Denn von den 4,50 Brutto geht noch die Sozialversicherung ab. Diese muss erst per Antrag auf Aufstockung und damit amtlich anerkannter Armut (keine Ersparnisse) an den Erwerbstätigen ausbezahlt werden. Weiterhin sieht das ALG-II im Gegensatz zur Steuer einen Freibetrag vom Erwerbseinkommen vor, §30 SGB-II hilft weiter. Bei 4,50/h bzw. 720 im Monat brutto bzw. 570 Netto besteht ein Aufstockungsrecht in Höhe von 365 Euro monatlich. Damit ist die gezahlte Aufstockung höher als die Summe aus gezahlter Steuern und Sozialversicherung, was einer echten Lohnsubvention gleichkommt.
Ein Alleinstehender mit 300 Miete/Nebenkosten sowie 60 Euro monatlichen Werbungskosten (Jobticket) verliert durch diese Freibeträge nach §30 SGB-II bedingt erst ab etwa 1050 Netto im Monat alle Ansprüche auf Aufstockung. Das sind bei 160h ganze 6,56 Nettolohn (!). Für 1050 Netto im Monat braucht der Arbeitnehmer 1473 Brutto(!). Damit liegt der Bruttostundenlohn, ab dem ein Single ohne Ersparnisse keinerlei Ansprüche an den Staat stellen kann sowie alle Sozialversicherungen "bedient" bei etwa 9.20.
Die Zahlungsbilanz eines Arbeitnehmers Richtung Staat wird in Steuerklasse I erst ab etwa 800-1000 monatlichem Brutto positiv (abhängig von Mietkosten). In diesen Fällen ist die gezahlte Aufstockung nach SGB-II geringer als die gezahlten Versicherungsbeiträge an die Sozialkassen. Das entspricht etwa 6,25 als Mindestlohn.
http://www.123recht.net/article.asp?a=39705&ccheck=1
An Unverschämtheit und Dreistigkeit nicht zu fassen, wie manche Unternehmen bezahlen:
kik-Kunde (DDP/AFP)Landesarbeitsgericht gibt KiK-Mitarbeiterinnen recht
Das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm hat einen Stundenlohn von nur 5,20 Euro im Einzelhandel als sittenwidrigen Lohnwucher verworfen. Es bestehe "ein auffälliges Missverhältnis zwischen Lohnhöhe und Arbeitsleistung". Damit bestätigte das LAG mehrere Urteile des Arbeitsgerichts Dortmund gegen den Textildiscounter KiK.
http://37grad.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,1020910,00.html?dr=1
Arbeiten um jeden Preis? Die Manager stecken Riesen-Boni ein! Warum boomt wohl die Zeitarbeit so? Die machen Riesengewinne!
http://37grad.zdf.de/ZDFde/inhalt/26/0,1872,7536250,00.html
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