Ziel des Attentats waren etwa 3000 radikale sunnitische Islamisten, die sich anlässlich des Todestages eines ihrer Führer versammelt hatten — dieser war bei einem Anschlag getötet worden. Als mögliche Täter gelten militante Schiiten.

Bei einem Anschlag in der zentral-pakistanischen Stadt Multan sind mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Über 100 wurden verletzt, als zwei Sprengsätze nahezu zeitgleich detonierten, berichtet die Polizei. Bei den Opfern handele es sich um sunnitische Muslime. Sie hatten an einer Gedenkveranstaltung anlässlich des Jahrestages der Ermordung des Führers einer extremistischen Sunniten-Gruppe teilgenommen.

Polizisten entfernen das Wrack eines Motorrads, das wohl ebenso wie der Wagen bei dem Sprengstoffanschlag benutzt wurde

Polizisten entfernen das Wrack eines Motorrads, an dem wohl die zweite Bombe befestigt war. (© Foto: AP)

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Etwa 3000 Menschen waren in der Nacht unter freiem Himmel in einem Wohngebiet zusammengekommen, um an den vor einem Jahr bei einem Anschlag in Islamabad getöteten sunnitischen Politiker Maulana Azam Tariq zu erinnern. Azam Tariq war Parlamentsabgeordneter und Vorsitzender der verbotenen Partei Sipah e Sahaba (Wächter der Freunde des Propheten). Der Polizei zufolge detonierte zunächst eine Autobombe und kurze Zeit später eine an einem Motorrad befestigte Bombe.

Der Mordanschlag auf Azam Tariq hatte vor einem Jahr eine Welle der Gewalt ausgelöst. Im Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten werden die Extremisten der Sipah e Sahaba für mehr als 400 Morde in den vergangenen Jahren verantwortlich gemacht. Die Organisation unterhielt auch enge Beziehungen zur Taliban-Miliz im Nachbarland Afghanistan. Zu Beginn des Afghanistan-Kriegs wurde Azam Tarik zeitweise inhaftiert, um ihn an der Organisation von Protestaktionen zu Gunsten der Taliban zu hindern.

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(dpa/AP)