Sein Wunsch nach einem Bundeswehr-Einsatz während der Fußball-WM ist heftig umstritten. Auf weniger Widerstand stößt der Innenminister nun mit der Forderung nach einer Luftüberwachung durch Nato-Flugzeuge.
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat zum Schutz der Fußball-WM Awacs-Aufklärungsflugzeuge der Nato angefordert.
Awacs sollen während der WM 2006 den Luftraum über Deutschland überwachen. (© Foto: ddp)
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Das stehe in einem Schreiben an Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), der in Kürze darüber entscheiden wolle, berichtete die Zeitung Die Welt.
Sprecher beider Ministerien hätten dem Blatt bestätigt, dass die Anforderung derzeit bearbeitet werde. Die unter Nato-Kommando stehenden Awacs müssen beim Militärausschuss in Brüssel beantragt werden.
Die Maschinen, in denen auch Soldaten der Bundeswehr mitfliegen, sollen den Luftraum über den Stadien kontrollieren und drohende Terroranschläge frühzeitig erkennen.
Bei SPD und Grünen gibt es gegen die Pläne bislang keinen Widerstand. "Das ist eine Selbstverständlichkeit. Die Bundeswehr kann mit Awacs-Flugzeugen den Luftraum überwachen und logistische Hilfe geben", sagte SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz.
Auch sein Kollege von den Grünen, Berlins Ex-Justizsenator Wolfgang Wieland, hat gegen die Awacs im "Wege einer Amtshilfe" nichts einzuwenden. Denn die Polizei verfüge nicht über eine solche Luftaufklärung.
In der Auseinandersetzung um den Einsatz der Bundeswehr bei der Fußball-WM forderte der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold unterdessen ein Machtwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
"Es ist mittlerweile der Punkt erreicht, an dem die Bundeskanzlerin ihren Innenminister Schäuble zurückpfeifen sollte", sagte er der Berliner Zeitung. Zudem sollte das Thema in der Kabinettsklausur kommende Woche behandelt werden, damit klar werde, "dass man nicht immer und immer wieder den Koalitionsvertrag in Frage stellen darf".
Die Awacs sind im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen bei Aachen stationiert. Mit ihrem Ufo-förmigen Radar auf dem Rücken können die vierstrahligen Boeings den Luftraum in einem Umkreis von bis zu 500 Kilometern überwachen.
Die Nato hatte im vergangenen Jahr bereits den Papst mit Awacs geschützt. Während des Besuchs von Papst Benedikt XVI. beim Weltjugendtag in Köln überwachten sie den Luftraum.
(dpa/AFP)
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