Die weltweiten Rüstungsausgaben sind 2005 auf 950 Milliarden Euro gestiegen. Für mehr als drei Viertel des Zuwachses sind die USA verantwortlich. Der deutsche Militärhaushalt ist vergleichsweise winzig. Waffen "made in Germany" stehen dagegen hoch im Kurs.
Die Rüstungsausgaben sind 2005 weltweit auf 950 Milliarden Euro und damit in den letzten zehn Jahren um ein Drittel angestiegen. Wie das Friedensforschungsinstitut SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) am Montag im neuen Jahrbuch über Rüstung und Abrüstung weiter mitteilte, standen die USA im abgelaufenen Jahr für 80 Prozent aller zusätzlichen militärischen Aufwendungen.
Deutsche Leopard-Panzer werden gerne gekauft. (© Foto: dpa)
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Diese stiegen insgesamt gegenüber 2004 um 3,4 Prozent und machten pro Kopf der Weltbevölkerung 137 Euro aus.
Als Hintergrund für die massiven Ausgabensteigerungen der Vereinigten Staaten nannte SIPRI vor allem die Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan.
Verflechtung zwischen Nord und Süd nimmt zu
Danach stand die einzige Supermacht 2005 für 48 Prozent aller Militärausgaben auf der Welt, in weitem Abstand gefolgt von Großbritannien, Frankreich, Japan und China mit einem Anteil von jeweils vier bis fünf Prozent.
Trotz der seit Jahren deutlichen Zuwachsraten bei den Militärausgaben in China und Indien als aufstrebenden Mächten hätten diese nach wie vor nur "Bruchteile" von denen der USA aufzuweisen, hieß es in Stockholm.
Die britische SIPRI-Direktorin Alyson J.K. Bailes sagte über die globalen Tendenzen: "In den letzten 15 Jahren hat sich die Sicherheitsstruktur gewaltig verändert. Das Muster ändert sich weiterhin ständig." Nie zuvor sei die gegenseitige Verflechtung von Nord und Süd so deutlich gewesen wie im vergangenen Jahr.
Bei den Rüstungsexporten errechneten die SIPRI-Experten einen weiter steigenden Trend auf ein Volumen von 35 bis 42 Milliarden Euro (2004). Die wichtigsten Exporteure seit 2001 waren das in dieser Branche wiedererstarkte Russland und die USA mit einem Marktanteil von jeweils etwa 30 Prozent.
Es folgten in großem Abstand Frankreich, Deutschland und Großbritannien mit einem Anteil von zusammen 20 Prozent. Deutschland führte nach SIPRI-Angaben in den letzten vier Jahre Militärprodukte für 4,4 Milliarden Euro aus.
Zahl der Kriege nimmt ab
Bei der Zahl der als Krieg (mit mehr als tausend Toten pro Jahr) definierten Konflikte gab das Stockholmer Institut für 2005 mit 17 die niedrigste Zahl seit Ende des Kalten Krieges 1990 an. Dabei wurde kein einziger Krieg mehr zwischen zwei oder mehr Staaten ausgetragen.
Die internationale Haltung zum israelisch-palästinensischen Konflikt sowie zu dem um die indisch-pakistanische Grenzregion Kaschmir habe sich deutlich verändert, weil in beiden Fällen zunehmend der internationale Terrorismus statt früherer Kolonialkonflikte oder die Rolle von Großmächten ins Blickfeld gerate.
Als weitere Kriegsregionen mit sehr komplizierten Konfliktstrukturen wurden der Irak, die Demokratische Republik Kongo, die sudanesische Provinz Darfur und der russisch-tschetschenische Krieg herausgehoben.
(dpa)
Debatte über Militäreinsatz in Syrien