Mexiko Gewaltsame Proteste bei Amtsantritt von Präsident Peña Nieto

Der Amtseid von Mexikos neuem Präsident Enrique Peña Nieto wurde von Straßenprotesten begleitet.

(Foto: dpa)

Mexiko hat einen neuen Präsidenten: Mit Enrique Peña Nieto kehrt die jahrzehntelang regierende Partei der Institutionalisierten Revolution an die Macht zurück. Die Vereidigung des 46-Jährigen war begleitet von Straßenschlachten.

Begleitet von gewaltsamen Protesten hat der neue mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto sein Amt angetreten. Demonstranten lieferten sich am Samstag in Mexiko-Stadt Straßenschlachten mit der Polizei, bei denen mehr als 70 Menschen verletzt wurden. "Mexiko ohne die PRI", skandierte die Menge und meinte damit die Partei der Institutionellen Revolution (PRI) von Peña Nieto.

Die PRI hatte 71 Jahre ununterbrochen die Geschicke des Landes bestimmt. Mit Peña Nieto kehrt die Partei nach zwölf Jahren nun wieder die Macht zurück: Der 46-Jährige konnte sich in der Wahl vom 1. Juli gegen Andrés Manuel López Obrador von der Partei der Demokratischen Revolution durchsetzen.

In seiner Antrittsrede versprach Peña Nieto, dass er wieder für Frieden und Sicherheit in Mexiko sorgen wolle. Ein 13-Punkte-Plan, mit dem er im Wahlkampf geworben hatte, sieht Reformen vor, um die Wirtschaft zu beleben und das Bildungs- und das Justizsystem zu modernisieren. In seiner Rede ging Peña Nieto auch sehr ins Detail und kündigte unter anderem an, dass Schluss damit sein solle, dass Lehrerstellen gekauft werden könnten.

Gegen die Amtsübernahme von Peña Nieto gingen in der Hauptstadt Tausende Menschen auf die Straße. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Von den Demonstranten wurden demnach etwa 500 - die meisten von ihnen maskiert - gewalttätig. Brandflaschen, Rauchpatronen und Feuerwerkskörper wurden in Richtung Polizei geworfen, diese ging mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Zudem wurden Läden geplündert, Restaurants und Hotels beschädigt.

Nach Angaben des Roten Kreuzes wurden mindestens 76 Menschen verletzt, vier von ihnen schwer. Die Polizei meldete fast hundert Festnahmen. Insgesamt waren etwa 6500 Polizisten im Einsatz.

Peña Nieto wurde für sechs Jahre gewählt. Er hatte bereits am Freitag sein Regierungsteam vorgestellt. Zu den 20 Amtsträgern zählen nur drei Frauen. Die wichtigsten Posten werden von engen Weggefährten des neuen Staatschefs besetzt. So wird das für den Kampf gegen den Drogenhandel verantwortliche Innenministerium künftig von Peña Nietos Vertrautem Miguel Ángel Osorio Chong geführt. Das Finanzministerium übernimmt sein Wahlkampfmanager Luis Videgaray. Mexiko ist nach Brasilien die zweitgrößte Wirtschaftsmacht Lateinamerikas.