Mit einem Strauß Blumen hat Russlands neuer Präsident die deutsche Kanzlerin in Moskau empfangen. Auch nach dem Machtwechsel wollen die beiden Staaten eng zusammenarbeiten - wenngleich Wladimir Putin auch kontroverse Themen ansprach.

Deutschland und Russland wollen auch nach dem Machtwechsel in Moskau eng zusammenarbeiten. Das beteuerten Bundeskanzlerin Angela Merkel, der scheidende russische Präsident Wladimir Putin und sein Nachfolger Dmitrij Medwedjew nach Vier-Augen-Gesprächen in der russischen Hauptstadt. Merkel sagte, Medwedjew stünden in Deutschland "alle Türen offen".

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Kanzlerin trifft Präsidenten: Angela Merkel wurde am Frauentag von Präsident Medwedjew mit einem Blumenstrauß empfangen. (© Foto: AP)

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Medwedjew betonte nach dem Treffen mit der Kanzlerin, Russland wisse sehr zu schätzen, dass Merkel ihm unmittelbar nach der Wahl einen Besuch abgestattet habe. "Ich hoffe, dass die freundschaftliche und kameradschaftliche Zusammenarbeit, die es zwischen Ihnen und Präsident Putin gegeben hat, fortgesetzt wird."

Auch Merkel versicherte dem neuen Präsidenten, sie habe den "ehrlichen Wunsch" nach einer freundschaftlichen Kooperation. Zuvor hatte bereits Putin die Kontinuität in den Beziehungen beider Länder unterstrichen: "Ich habe keinen Zweifel, dass der Kurs fortgesetzt wird."

Bei dem eintägigen "Arbeitsbesuch" wurden auch kontroverse Themen angesprochen. So sprach sich Putin erneut gegen eine weitere Nato-Erweiterung aus. Eine endlose Expansion des Militärbündnisses - ohne den Hintergrund der Konfrontation zwischen zwei gegnerischen Systemen - wäre schädlich und kontraproduktiv, sagte er. Das Konfliktpotenzial würde dadurch anwachsen.

Er warf dem Westen vor, die Vereinten Nationen durch die Nato ersetzen zu wollen. Merkel wies dies zurück und stellte den defensiven Charakter des Bündnisses heraus. Die Nato will bei ihrem Gipfel im April Albanien, Kroatien und Mazedonien zur Mitgliedschaft einladen.

Zum Kosovo wiederholte Putin, dass Russland die Unabhängigkeit der ehemals serbischen Provinz nur anerkennen würde, wenn Serbien damit einverstanden wäre. Die Ablösung des Kosovo von Serbien würde den Separatismus in Europa anheizen, warnte er. Dies sei auch von Bedeutung für Großbritannien, Spanien und Belgien.

Der scheidende Präsident schloss nicht aus, dass sein Nachfolger Medwedjew den inhaftierten Ölmilliardär Michail Chodorkowski begnadigen könnte. Merkel machte deutlich, dass die Bundesregierung eine Begnadigung begrüßen würde. Chodorkowski wurde 2004 wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu einer achtjährigen Haftstrafe in Sibirien verurteilt. Nun wird er auch der Geldwäsche beschuldigt.

Putin, der nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt Regierungschef werden will, sagte voraus, dass das Treffen mit Merkel nicht das letzte sein werde - aber auf alle Fälle das letzte in seiner jetzigen Funktion. In den vergangenen Jahren habe er mit der Bundesregierung "ganz gute Arbeit geleistet", sagte er. "Deutschland ist einer der wichtigsten Partner weltweit." Merkel sagte, mit Putin habe sie einen Weg gefunden, "kritische Fragen offen und ehrlich zu besprechen". Die Diskussionen mit ihm seien "manchmal eine Freude, manchmal eine Herausforderung".

Dem neuen Präsidenten sprach Putin eine Leitfunktion in der Außenpolitik zu. Er stellte in Aussicht, dass Medwedjew nicht weniger russischer Nationalist und Patriot sein werde als er selbst.

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(AP/gba)