Deutschland und Japan wollen im Kampf sowohl gegen den Klimawandel als auch gegen den Terrorismus in Afghanistan eng zusammenarbeiten. Zum Auftakt ihres Japanbesuchs bekräftigten Merkel und der japanische Ministerpräsident Abe ihren Schulterschluss.
Deutschland und Japan wollen bei ihren Bemühungen um einen besseren Klimaschutz und eine Reform des UN-Sicherheitsrats an einem Strang ziehen. Bei den Bemühungen um eine Reduzierung des Schadstoffausstoßes habe man eine "intensive Abstimmung" vor allem im Rahmen der G-8 vereinbart, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Shinzo Abe in Tokio.
Anzeige
Japan übernimmt zum Jahreswechsel die Präsidentschaft in der Gruppe der führenden Industrienationen von Deutschland. "Wir bereiten das sehr eng miteinander vor", sagte Merkel. Wie in diesem Jahr Deutschland will Japan den Klimaschutz 2008 zu einem Schwerpunktthema des G-8-Gipfels machen.
Auch bei der UN-Reform machten Merkel und Abe ihre Bereitschaft zu einem gemeinsamen Vorgehen deutlich. 2004 hatten Deutschland und Japan gemeinsam mit Brasilien und Indien eine Initiative für eine Erweiterung des UN-Sicherheitsrats gestartet, die aber erfolglos blieb. In den letzten Monaten war es ruhig um das Thema geworden.
Merkel hatte bereits am Dienstag während ihres China-Besuchs erklärt, dass sie einen neuen Anlauf für eine UN-Reform für nötig halte. Ende September wird sie an der UN-Vollversammlung in New York teilnehmen.
Am Vormittag hatte Merkel ihren dreitägigen China-Besuch mit einer Firmenbesichtigung beendet. In Japan ist sie zum ersten Mal seit ihrem Amtsantritt. Zuletzt war sie vor zehn Jahren als Bundesumweltministerin in dem ostasiatischen Land und nahm an der Konferenz teil, die das sogenannte Kyoto-Protokoll zum Ergebnis hatte. Am Freitag wird Merkel in Kyoto eine Rede zum Klimaschutz halten.
Die Kanzlerin bekundete am Mittwoch auch ihre Unterstützung für die Beteiligung Japans am Anti-Terror-Kampf. Die Entsendung von Versorgungsschiffen zur Betankung amerikanischer, aber auch deutscher Fregatten im Indischen Ozean sei sehr wichtig.
"Wir waren uns einig, dass wir den terroristischen Aktivitäten nicht nachgeben dürfen", sagte sie. In Japan ist die Unterstützung der Mission "Enduring Freedom" äußerst umstritten.
Merkel lud Abe zur Hannover Messe im nächsten Jahr ein, bei der Japan Gastland ist. Mit seiner Teilnahme könnte er einen wichtigen Impuls für die deutsch-japanischen Beziehungen geben. Am Donnerstag wird Merkel von Kaiser Akihito empfangen und nimmt an einem Wirtschafts-Symposium teil. Nach ihrem Besuch in Kyoto wird sie sich am Freitagabend zum Abschluss ihres Aufenthalts Wettkämpfe bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Osaka anschauen. Anschließend fliegt sie nach Berlin zurück.
(rtr/ap/dpa)
Staatsbesuch in Israel