Von Thorsten Denkler

Parteichefin Angela Merkel und Fraktionvorsitzender Friedrich Merz bemühen sich, die Zustimmung zum Mazedonien-Einsatz als Erfolg zu verkaufen.

Die Bundesvorsitzende der CDU hatte schon zur Antwort angesetzt, da legte Unions-Fraktionschef Friedrich Merz bestimmt seine rechte Hand auf ihren linken Unterarm und hob zu einer Rede an, in der er eine Lanze nach der anderen für Angela Merkel brach. Die saß regungs- und wortlos daneben und lauschte der Merzschen Lobeshymne.

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Die Frage war nicht nett, aber politischer Alltag für Angela Merkel: Wie sie denn ihre Führungsstärke umschreiben würde, die sie nach eigenem Bekunden in den letzten Tagen unter Beweis gestellt habe?

Ein wunder Punkt war getroffen. Immer wieder stehen Merz und Merkel unter Verdacht, nicht recht miteinander zu können. Merkel kann sich gegenüber Merz nicht durchsetzen. Der macht was er will in der Fraktion, oft zum Missfallen der eigenen Kollegen.

Als "Führungsvakuum" bezeichnet ein führender CDU-Fraktionär das Ergebnis dieses Machtgerangels.

Union mit ein paar Brotkrumen auf Kanzlerkurs gebracht

Bei der Entscheidungsfindung zur Mazedonien-Frage aber hätte die Zusammenarbeit zwischen den beiden nicht besser sein können, sagt Merz. Dabei hatte er noch am vergangenen Freitag getönt, ohne eine eine bessere finanzielle Ausstattung der Bundeswehr könne er seiner Fraktion die Zustimmung zum Mazedonien-Einsatz nicht empfehlen.

Von Merkel kamen zugleich immer wieder Signale, die einen Kompromiss in Aussicht stellten. Beobachter sagten später, die CDU-Spitze fahre die Partei sehenden Auges gegen die Wand.

Jetzt, wenige Tage später, reichen ein paar Brotkrumen des Kanzlers, um die Union auf Kurs zu bringen - auf Kanzlerkurs. Das Verhandlungsergebnis: 28 Millionen Mark mehr für den Mazedonien-Einsatz und noch in diesem Jahr soll damit begonnen werden, die Marder-Panzer der Bundeswehr minensicher zu machen.

Im Gegenzug bekommt Schröder die breite Mehrheit, die er immer wollte.

Der Union reicht das offenbar, um am Mttwoch abend ohne Gesichtsverlust die Hand für den Einsatz zu heben. Ein klares Nein wäre in der Fraktion sowieso kaum noch durchsetzbar gewesen.

Die Kritik an der Betonpolitik der CDU-Führung wurden immer lauter. Und selbst der mächtige nordrhein-westfälische Landeschef und stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Jürgen Rüttgers riet zur Zustimmung im Sinne der Bündnissolidarität.

Merz kündigte an, der politische Streit über den Mazedonien Einsatz werde mit der Entscheidung des Bundestages am Mittwoch beendet sein. Für ihn und Angela Merkel aber ist das Spiel noch nicht vorbei. Sie werden sich in den nächsten Tagen noch öfter Fragen nach ihren Führungsfähigkeiten stellen lassen müssen.

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