Vor ihrem Gespräch mit US-Präsident Obama betont Kanzlerin Merkel in Washington Gemeinsamkeiten - der geplante Auftritt im Rosengarten des Weißen Hauses fällt jedoch ins Wasser.

Kurz vor ihrem Treffen mit US-Präsident Barack Obama hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und den USA betont. "Wir sind in der Einschätzung der Probleme auf der Welt sehr eng beieinander, und wir sind willens, gemeinsame Lösungen zu finden", sagte Merkel in Washington. Mit dem US-Präsidenten pflege sie eine "intensive freundschaftliche Zusammenarbeit".

Angela Merkel und Nancy Pelosi, Reuters

Angela Merkel und Nancy Pelosi in Washington. (© Foto: Reuters)

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Das Treffen im Weißen Haus wolle sie nutzen, um mit Obama über den Klimaschutz, die Lage in Iran und im Nahen Osten, den bevorstehenden G-20-Gipfel in Pittsburgh und Obamas geplante Russland-Reise zu beraten. Bei jedem dieser Themen werde "Deutschland seinen Beitrag leisten können, dass wir zu einer Lösung kommen können", sagte die Kanzlerin. "Wir haben den Willen, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Lösungen zu finden."

Doch kein Rosengarten

Vor dem Treffen im Weißen Haus hatte es Spekulationen geben, dass Obama und Merkel nicht an einem Strang ziehen könnten. Die New York Times schrieb von "fehlender Chemie" zwischen den beiden Politikern. Obama hatte dies, wie auch die Kanzlerin, erst Anfang Juni bei seinem Besuch in Dresden zurückgewiesen.

Wegen einer Unwetterwarnung kann unterdessen die geplante Pressekonferenz von Obama und Merkel nun doch nicht im Rosengarten des Weißen Hauses stattfinden. Sie wurde kurzfristig ins Gebäude verlegt. Die Einladung in den Rosengarten galt als besondere Geste Obamas an Merkel, weil dort nur Pressebegegnungen abgehalten werden, die für den amerikanischen Präsidenten von besonderer Bedeutung sind.

Merkel traf sich vor dem Gespräch mit Obama zunächst mit der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Dabei begrüßte Merkel den in den USA geplanten Wandel in der Klimapolitik. Dadurch seien sich die USA und Europa so nah wie nie zuvor, sagte die Kanzlerin kurz vor der Abstimmung über eines der weitreichendsten Klimaschutzgesetze der amerikanischen Geschichte.

Kernpunkt des 1200 Seiten umfassenden Gesetzes, das zeitgleich zu Merkels Besuch im Repräsentantenhaus zur Abstimmung anstand, ist die Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 17 Prozent bis 2020 gegenüber 2005. Präsident Barack Obama hat sich den Klimaschutz - anders als sein Vorgänger George W. Bush - unmittelbar nach Amtsantritt auf die Fahnen geschrieben.

Zurück auf das Niveau von 1990

Merkel forderte ungeachtet ihres Lob größere Anstrengungen der USA beim Klimaschutz. Es könne noch etwas mehr getan werden, fügte sie am Donnerstagabend bei einer Rede vor Vertretern des Vereins "Atlantik-Brücke". Durch die von Obama angepeilte Reduzierung entspricht die Menge des Treibhausgases im Jahr 2020 in etwa dem Niveau von 1990. Damit blieben die Amerikaner weit hinter den Zielen der Europäer zurück, die bis 2020 das Niveau von 1990 um 30 Prozent unterbieten wollen.

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(AFP/AP/Reuters/dpa/ihe/woja)