Die Kanzlerin in Paris: Angela Merkel gibt Sarkozy in Sachen Konjunkturprogramm einen Korb. Die Mehrwertsteuer wollen beide nicht senken.
Im Elysée-Palast hatten Frankreichs hyperagiler Staatspräsident und Deutschlands zurückhaltende Kanzlerin ihren großen Auftritt. Sie umarmten sich, wie es im Nachbarland so üblich ist. Da konnte der Kollege aus London, Großbritannies Kanzler Gordon Brown, noch so viel vorlegen mit einer drastischen Kürzung der Mehrwertsteuer von 17,5 auf 15 Prozent - das Pariser Paar lehnte diese Maßnahme ab.
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Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Staatschef Nicolas Sarkozy zeigen sich einig - auch in der zuvor strittigen Frage nach einem höheren Beitrag der Deutschen zum EU-Konjunkturprogramm. (© Foto: dpa)
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Man blieb bei der eigenen Linie.
Eine generelle Senkung der Mehrwertsteuer sei vielleicht für bestimmte Länder sinnvoll, stichelte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach dem Gipfeltreffen mit Staatschef Nicolas Sarkozy. Deutschland und Frankreich wollten diesen Weg aber nicht gehen. Sarkozy äußerte sich praktisch gleichlautend.
Die beiden sind für Konjunkturprogramme. Doch Forderungen nach einem größeren Berliner Beitrag für eine europaweite Belebungsaktion erteilte Angela Merkel eine Abfuhr. Die Brüsseler Kommission könne am Mittwoch ein Paket in Höhe von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) anregen, das entspräche rund 130 Milliarden Euro, sagte die Kanzlerin.
Reicht das? Immerhin wollte Sarkozy mehr, ja er plädierte für eine europäische Wirtschaftspolitik.
Zu den Differenzen mit Frankreich über die Tragweite des Konjunkturpakets befragt, sagte die Kanzlerin, Deutschland habe einen großen Teil der nötigen Maßnahmen zuhause schon auf den Weg gebracht. Sie meinte das nationale Investitionsprogramm von bis zu 50 Milliarden Euro für die kommenden zwei Jahre. Merkel: "Wir sind jetzt erstmal dabei, unser erstes Paket zu verabschieden."
Die Kanzlerin betonte, zusätzliche Brüsseler Initiativen zur Investitionsstimulierung seien möglich: "Die EU kann die Belebung parallel zu nationalen Programmen beschleunigen." Sie plädiere dabei auch für Maßnahmen, "die zum Teil gar kein Geld kosten", so Merkel - und verwies auf eine Lockerung der EU-Bestimmungen für kleinere und mittlere Unternehmen sowie der Wettbewerbsregeln für Anbieter des Breitband-Internets.
Auch Frankreich hatte zuletzt indirekt einen größeren Beitrag Berlins zur Ankurbelung der europäischen Wirtschaft gefordert. Am Montag betonte Sarkozy indessen, er sei "total einverstanden" mit Merkels Vorgehen. Es sei "nicht entscheidend, ob das EU-Konjunkturprogramm mehr als ein Prozent des BIP hat".
Man könne viel bewegen, ohne Geld in die Hand zu nehmen, schwadronierte auch Sarkozy. Er betonte aber die Notwendigkeit, dass nationalstaatliche Programme auf EU-Ebene enger abstimmt werden müssten. "Wir brauchen einen EU-weiten Werkzeugkasten, aus dem sich die Staaten die ihnen angemessenen Werkzeuge aussuchen", erklärte er.
Merkel schloss baldige Zusatzinitiativen aber aus. Die Berliner Koalition werde sich erst Anfang Januar treffen, um den Erfolg des Investitionsprogramms zu bewerten und über etwaige weitere Maßnahmen zu entscheiden. "Es besteht die Gefahr, dass sich angesichts täglicher neuer Nachrichten die Sachen überschlagen", mahnte die Kanzlerin zur Besonnenheit.
In der Suche nach einem Kompromiss bei den EU-Klimaplänen gibt es laut Sarkozy im Bereich der Auflagen für Autobauer "praktisch eine Einigung".
Deutschland und Frankreich wollen verhindern, dass die europäische Autoindustrie durch Branchensubventionen in den USA benachteiligt wird. Europa müsse schauen, was in Washington getan werde, und darauf reagieren, sagte Merkel. Man müsse aber abwarten, weil die US-Maßnahmen noch gar nicht bekannt seien. "Wir wollen keine wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen und können auch keine einfachen Subventionierungen der Industrie vornehmen", sagte Merkel.
Merkel betonte zudem, es sei "wichtig, dass wir den Klimaschutz nicht gegen Arbeitsplätze ausspielen".
Das war's dann mit einem deutsch-französischen Gipfel, der viele Fragen offen gelassen hat.
(AP/AFP/gal/gba)
Führungsstreit der Linken
Hauptsache die Haare liegen! Wie sie das doch wieder charmant formuliert hat, dass sie nichts fürs gemeine Volk tun will. Aber- das Volk liebt sie. 75% lieben Merkel!
Hat Frankreich nicht MINDESTLÖHNE? Liegt Deutschland in der europäischen westlichen Welt an vorletzter Stelle mit der Kaufkraft? (nachzulesen bei Karl Weiss Journalismus oder in der Umschau) Gilt es jetzt nicht die Kaufkraft zu heben, um die Witschaft zu mobilisieren? Die heben aber immer nur die Kaufkraft der Obigen 10 000. Die liegt aber Weltweit eh schon an dritter Stelle.
Also weiter so. Nur nicht beeindrucken lassen - Angie! Vielleicht kann uns ja so ein kleiner Krieg wieder Aufschwung bringen- dumm wenn er ausartet und wieder bis hierher reicht.
Irgendwann müssen auch sie aus ihrem Bunker in die verseuchte Welt !
... die Mehrwertsteuer senken. Denn das würde vielleicht wirklich einen
Impuls an die Bürgerinnen und Bürger geben, langfristig mehr Geld ausgeben
zu können. Statt dessen "schenkt" man denen, die die derzeitige Krise zu
verantworten haben (Banken) unmengen von Geld.
Das wäre fast, wie den Terroristen Waffen geben, damit sie ihre Arbeit
besser machen können.
Übrigens ist die Kaufzurückhaltung (beispielsweise bei Autos) mit
der MwSt-Erhöhung erst so richtig in Schwung gekommen. Und nun
will man nicht dem Bürger helfen, sondern den Autobauern.
Und diese werden dann sicherlich dafür ihre Lobbyistenarbeit
einstellen...
Abgesehen davon, dass nun wirklich kein Autobauer auch nur
einen Cent davon in ein "grüneres" Auto stecken würde.
Geld zu verheizen ist damit dann ebenfalls schlecht für die Ökobilanz.
Jahrelang hat man versäumt, den Aufschwung an die Bürger
weiter zu geben und nun sollen sie gefälligst den Abschwung
am stärksten zu spüren bekommen. Das alles pünktlich zu
Weihnachten im Vorwahljahr. Da kann doch jede Partei
noch ihren Merkel- oder/und Müntesteuerstempel noch einmal
raus holen. (Ja, es gibt auch Menschen, deren Gedächtnisleistung
größer ist, als die manchen Bundestagsmitglieds, das meint, dass
man jeden Unfug treiben kann und es Tage später von neuen
Skandalen überworfen wird).
schon seit Jahrzehnten wird die Mehrwertsteuer immer zum Popanz gemacht, also einem Instrument, das permanent mit Heilserwartungen überfrachtet wird, sowohl bei denen, die sich arm fühlen wie bei denen die reich sein sollen....
Diese Hoffnung, jemand kauft ein Auto, weil es meinetwegen 500 EURO billiger ist, der aber gerade gar kein Geld hat, ist doch absoluter Unfug. Der Reiche braucht keins und der Arme hat kein Geld. Ergo geht es wieder nur darum, dass dem Staat was weggenommen werden soll, weil er könnte ja vielleicht etwas mit dem Geld anstellen, was auf Quatsch mit Sosse hinausläuft.....
Mit diesen ganzen Kulissenschiebereien werden wir aber seit Jahren von den Neoliberalen an der Nase herümgeführt, wird versucht den Leuten einzureden, die Regierung tue was Richtiges. Nein zum Himmeldonnerwetter nochmal, die Regierung agiert richtig, wenn sie die Gier bekämpft und die Zeche demnächst endlich denen aufbürdet, die diese KAPITAL-VERBRECHEN begangen haben.
Der Steuersenkungsdiskurs ist nämlich die unredlichste Waffe, mit der Politik gegen die Nachhaltigkeit betrieben wird. Wenn aber Blasen platzen, dann doch deswegen, weil da überhaupt keine Substanz vorhanden, sondern alles nur Schaumschlägerei war.
Unmöglich, Angela kann die Mehrwertsteuer nicht senken. Das ist ihr persönlich grösster Triumph.
Da polemisieren die Roten im Wahlkampf "2% Merkelsteuer auf alles" und beziehen sich auf die von Angela vorgesehene Erhöhung. Dann wird die SPD Juniorpartner. Die Mehrwertsteuer?
1% als Kompromoss?, 2% als knallharte Bedingung? Nein, Angela legt noch einen drauf.
Die SPD vorgeführt wie Hoppelheide beim Tanz und gleichzeitig offengelgt, dass ein Sozi alles (mit-)macht für den Machterhalt.
Ne, Angela muss das so lassen
denn wo kämen wir hin, wenn der Bürger sein Einkommen direkt ausgeben könnte statt es an Berlin abzutreten. Dass das zentralistische Frankreich die gleiche Linie fährt wird nicht verwundern.
Frau Merkel, nur als Gedankenstütze: Wenn ein Arbeitnehmer 15 Euro die Stunde brutto verdient, dann sind das im Monat etwa 2400 Brutto. Was incl. Arbeitgeberanteilen Gesamtkosten von 2920 Euro verursacht und Netto kommen in Klasse 1 ganze 1511 Euro an. Das sind 51% Quote des Nettos an den Arbeitskosten, verbrauchssteuern wie MWST, Mineralölsteuer nicht berücksichtigt. Spinnen wir diesen Fall weiter. Bei 1500 Netto sind etwa 400 Miete steuerfrei. Für 250 Lebensmittel werden 7% bzw. 17 Euro MWST fällig. Auf ca 500 sonstige Konsumausgaben (incl. PKW-Anschaffung, Telefon, Handy, Versicherungen...) werden 80 Euro MWST abgeführt. Für ca 100l Sprit des Normalfahrers im Monat werden 80 Euro Steuern gezahlt. Da fallen die 5 Euro Stromsteuer im Monat für 2500 kWh Strom im Jahr kaum ins Gewicht. Ähnliches wird für die Energiesteuer auf Erdgas fällig. Mag noch jemand rechnen? Mich hats demotiviert.
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