Es ist an der Zeit, aus den alten Ritualen im Umgang mit China auszubrechen. Dazu muss auch das höfliche Schweigen gebrochen werden.
Der Dalai Lama ist gerade in Frankreich angekommen, was als eine Art Merkposten anzusehen ist, eine Notiz auf dem politischen to-do-Zettel. Nun, da die olympischen Spiele gerade stattfinden, soll die Reise ins Land des EU-Ratsvorsitzenden daran erinnern, dass ein gewaltiges Problem auf Bewältigung wartet.
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Der Dalai Lama hat zu Beginn seines Besuchs in Frankreich zu Mitgefühl und Frieden gemahnt. (© Foto: Reuters)
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Es besteht die Sorge, dass China nach den Spielen die gerade begonnenen Gespräche mit den Exil-Tibetern sanft einschlummern lässt.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy war nicht besonders einfallsreich im Umgang mit dem Tibet-Thema, sondern zeigte lediglich eine Variante seiner Sprunghaftigkeit. Nach dem von Protesten begleiteten Fackellauf durch Paris und unverblümten Drohungen aus China über die wirtschaftspolitischen Konsequenzen eines Empfangs des Dalai Lama zog es Sarkozy vor, doch nach Peking zur Eröffnungsfeier zu fahren und gute Miene zu machen. Das wurde mit dem Kauf französischer Kernkraftwerke belohnt.
In China muss sich nun der Eindruck festsetzen, dass Frankreich und mithin die EU bei ausreichendem Druck schon wunschgemäß reagieren werden. Der Eindruck ist falsch und sollte von Sarkozy trotz zweier bevorstehender Gipfeltreffen mit China im nächsten halben Jahr widerlegt werden. Es ist nämlich an der Zeit, aus den alten Ritualen im Umgang mit China auszubrechen.
Eine Visite des Dalai Lama darf nicht als einziger Nachweis von Mut und Standfestigkeit gegenüber China gelten. Und China muss lernen, dass seine erpresserischen Methoden, so wie sie auch Deutschland bereits zu spüren bekam, zu den lächerlichen Werkzeugen autokratischer Staaten gehören. Falsche Politik wird nicht richtig, wenn man darüber schweigt.
(SZ vom 13.8.2008/vw)
UN-Tourismusorganisation
Zitat aus dem obigen Artikel: "Es besteht die Sorge, dass China nach den Spielen die gerade begonnenen Gespräche mit den Exil-Tibetern sanft einschlummern lässt."
Besteht nicht viel mehr die Sorge beim Dalai-Lama und seinen Fans, dass sich nach den Spielen niemand mehr für ihre Propaganda interessiert?
Dass sich danach keine Regierungs- und Staatsoberhäupter mehr mit ihm fotografieren lassen wollen - mangels öffentlicher Aufmerksamkeit?
Es ist besser für die KP in China, den Tibetern Ihr Land zurückzugeben und sich aus deren Leben und Kultur herauszuhalten. 50 Jahre Fremdbestimmung sind genug.
Was würden die Chinesen aufschreien, wenn eine Besatzungsmacht deren Land für so ein lange Zeit unterdrückt?!
oder sind ihnen die Demokratievorschläge der Tibeter oder gar das tibetische Exilparlament entgangen. Es wird keine Monarchie geben. Die gab es in Tibet noch nie.
1)Absprechen der Befähigung der Kritikfähigkeit wegen früher Verfehlungen
5) Unsinnige Vergleiche mit Vorfällen in Demokratien, das hartnäckige Verschweigen der Diktatur
aus meiner Liste der Lieblingswahrheitsverdrehung.
wie sich die selben Leute, die allen möglichen Ländern vorschreiben möchten, dass sie gefälligst und sofort eine Demokratie einführen sollen, sich für eine Rückkehr des DL engagieren. Ein DL-Regime wäre ungefähr das undemokratischste, was man sich aus unserer Sicht nur vorstellen kann.
da ist nichts Muffeliges,
Paging