Ein neuer Paragraph sollte Zwangsprostituierten die Möglichkeit geben, vor Gericht gegen ihre Peiniger auszusagen und so vor Abschiebung geschützt zu sein. Bisher war die Regelung erfolglos.
In Europa, erzählten sie Justine, könne man gut Geld verdienen, als Bedienung oder Putzfrau. Das gefiel der jungen Nigerianerin, sie ließ sich nach Norddeutschland schleusen. Dort aber nahmen ihr stämmige Männer den Pass ab, machten sie mit Schlägen gefügig und schickten die 24-Jährige, die in Wirklichkeit anders heißt, auf den Strich. Endlich flog sie bei einer Razzia auf, doch es wurde nicht wirklich besser: Die Polizei steckte sie in Abschiebehaft.
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Nur sehr wenige Zwangsprostituierte erhalten bisher die Möglichkeit, für eine Zeugenaussage länger in Deutschland bleiben zu dürfen. (© Foto: AFP)
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Dort entschied sie sich, etwas gegen die Menschenhändler, die sie zur Prostitution gezwungen hatten, zu unternehmen. Sie sagte gegen ihre Peiniger aus. "Damit provoziert sie die Rache der Täter, doch weder die Staatsanwaltschaft noch die Ausländerbehörde verzögerte ihre Abschiebung zurück nach Nigeria", sagt Stefanie Heye, die in Hannover für die Organisation Kobra Zwangsprostituierte aus Niedersachsen berät.
Große Hoffnungen
Eigentlich sollten solche Fälle nicht mehr vorkommen, so jedenfalls hatte es der Gesetzgeber beabsichtigt, als er vor drei Jahren den Schutz für Opfer von Menschenhandel, die zur Prostitution oder Nacktaufnahmen gezwungen werden, verbesserte. Seitdem dürfen die Misshandelten - meist Frauen aus dem Ausland - mindestens so lange in Deutschland bleiben, bis sie nicht mehr als Zeuge gebraucht werden. In dieser Zeit dürfen sie sogar legal arbeiten.
Die neuen Regeln weckten große Hoffnungen, endlich würden viele gequälte Frauen den Mut fassen, die Täter zu melden. Tatsächlich aber nimmt kaum jemand das Angebot an: Nach neuen Zahlen des Bundesinnenministeriums kamen auf die jährlich etwa 700 erfassten Fälle von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung vergangenes Jahr gerade einmal 45 Opfer, die als Zeugen bleiben durften, 2008 registrierten die Behörde sogar nur 21 - vor allem Frauen aus Bulgarien und Nigeria. Bei den Beratungsstellen ist die Enttäuschung groß. "Die 45 sind ein Bruchteil von denen, die eigentlich in Frage kämen", sagt Heye. "Das neue Ausländerrecht hat keine durchgreifende Besserung gebracht", sagt auch ihre Kieler Kollegin Claudia Franke.
"Es gibt auch bei Freiern Mitleid"
Nach Erfahrung der Beraterinnen fehlt bei den Behörden häufig der Wille, die Opfer als Zeugen im Land zu lassen oder sie über ihre Rechte aufzuklären. Oft kommt es nicht einmal zu einem Gespräch in den Beratungsstellen, obwohl dies in der Begründung des Gesetzes ausdrücklich vorgesehen ist.
Allerdings ist das Angebot "Aussage gegen Aufenthalt" auf den zweiten Blick auch nicht sehr verlockend: Spätestens nach dem Gerichtsverfahren müssen die Frauen wieder die Abschiebung fürchten. Der Mangel an Zeugen ist gerade beim Thema Menschenhandel gravierend, denn die Machenschaften können bisher nur vereinzelt durch Razzien aufgedeckt werden. Die Experten gehen deshalb von einer hohen Dunkelziffer aus, die EU-Kommission schätzt die Zahl der Geschleusten europaweit auf etwa 100.000 im Jahr.
Wenn man mehr Menschenhändler fassen wolle, dann dürfe man die Frauen nicht so schnell abschieben, fordern die Beraterinnen. "Man muss den Frauen aber noch mehr bieten, etwa Geld oder eine neue Identität", sagt der Hannoveraner Kriminologe Christian Pfeiffer, der gerade ein Forschungsprojekt zu dem Thema begonnen hat. Auch ein anonymes Telefon für Freier könnte helfen, sagt Pfeiffer. "Es gibt auch bei Freiern Mitleid mit den Frauen."
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Lassen Sie das lieber, wenn Sie Angehoerige haben an denen Ihnen liegt und zwar nicht nur in der Tschechei. Es ist leider so, dass wenn Sie wirklich etwas tun wollen, Charles Bronson Filme eine bessere Anleitung sind, als dem System und dessen Dienern auch nur einen Millimeter zu trauen. Vor allem nicht wenn es um viel Geld und Triebbedienung geht.
Ich halte ihren Beitrag für wenig hilfreich. Wie immer wenn zwei Rechtsinteressen auf einander stoßen ist eine Lösung, die sich nicht mißbrauchen läßt, schwer zu finden.
Zum einen ist sexueller Mißbrauch ein schweres Verbrechen. Die Kriminellen, die die Frauen zur Prostitution nötigen (und oft auch selbst sexuell mißbrauchen) gehören hinter Gitter. Das gilt auch für die Freier. Ein Freier, der mit einer zum Sex genötigten Frau Verkehr hat, macht sich selbst mit schuldig. Unwissen schützt dabei vor Strafe nicht. Die Kriminellen, wie die Freier, haben also guten Grund, den Mund zu halten.
Auf der anderen Seite gibt es den Straftatbestand der illegalen Einwanderung. Diese gilt es zu bekämpfen, denn wenig gebildete Menschen haben wir auch so genug und unser sozieles System steht auch so schon vor dem Kollaps.
Jede der Frauen, die sich von den Schleppern nach Deutschland bringen läßt, muß wissen, das sie sich eines Vergehens schuldig macht. Unwissenheit schützt auch hier vor Strafe nicht.
Natürlich nutzen die Schleuser, Zuhälter und Freier die Zwangslage der Frauen aus.
Aber wie bricht man diese Blockade am besten auf?
Das bestehende Gesetzt geht eigentlich in die richtige Richtung. Der Straftatbestand des sexuellen Mißbrauchs ist schwerwiegender als die illegale Einwanderung. Allerdings gibt es in der Politik und bei den Behörden zuviele, die wie Sie denken. Wenn man dieser Art der Prostitution einen Riegel vorschieben will, dann wird man den Opfern der Zwangsprostitution schon eine bessere Perspektive als die vorübergehende Duldung bieten müssen. Denn diese Frauen haben allen Grund nicht in in jene Höllenlöcher zurückkehren zu wollen, aus denen sie kommen.
Auch Strafverschärfung für die Zuhälter und Sklavenhalter muß sein. Wie wäre es wenn man die Täter zwingt die Frauen zu alimentieren? Ilusorisch? Möglicherweise, aber vieleicht auch nachhaltiger wirksam als nur ein paar Jahre Knast.
Ziel muß es sein, das Risiko für die Zuhälter so groß zu machen, das sich dieses Geschäft nicht mehr lohnt. Wenn das funktioniert, nimmt die Zahl der Immigranten automatisch ab. Wenn man dafür jetzt ein paar der eingeschleppten Frauen zu legalen Einwanderern macht, dann soll mir das die Sache wert sein.
"Auch das Elend der Zwangsprostitution muß dafür herhalten, die Schleusen für Einwanderer zu öffnen."
Sicher. Genau darum geht es hier... Und die deutsche Rasse wird daran zugrunde gehen, wir sind ja jetzt schon in der gefühlten Unterzahl -.-
DU *zensiert* VERDAMMT NOCHMAL!!!!
muß dafür herhalten, die Schleusen für Einwanderer zu öffnen.
Stattdessen sollte die konsequente Rückfühurung alles Beteiligten (am besten auch der Freier) in den Heimatländern das Signal aussenden, daß hier nichts zu holen ist.
Wer sich einmal die Mühe macht, um nach Stuttgart, nach Frankfurt, nach Düsseldorf, Köln, München, Wiesbaden, nach Bad Kissingen und, und, und zu fahren, um sich dort anzuschauen, wie die Armutsprostitution im Deutschland der Agenda 2010 funktioniert, der wird noch ganz anderer Szenarien angesichtig, als die seinerzeit kolportierte Kokain-Sex-Origie, die eines der herausragenden Leistungsträgerbeispiele in der Person eines Michel Friedmann in Berlin dargeboten hat.
Mich überkommen immer wieder die Bilder, die ich sah, als ich 1996 und 1997 von Dresden übers Erzgebirge nach Prag fuhr. Nahezu unablässig erschienen da vor mehr als nur verkommenen Behausungen von Erwachsenen dargebote Kinder und sich selbst darbietenden junge Mädchen, die sicherlich nicht als haushaltsnahe Dienstboten angeboten worden waren. Ich habe mich ein einziges Mal überwunden und habe angehalten. Mir wurde angeboten für 50,00 Euro ein Mädchen im Alter von nicht einmal 12 Jahren für meine Unterhaltung für ein paar Stunden mitzunehmen. Allerdings müsste ich sie wieder zurück bringen.
Damals begann ich mich dafür zu interessieren, was sich da abspielte. Ich begann meine Karriere als Voyeur und was ich gesehen habe, hat mir den Atem verschlagen. Seit dem weiss ich all die Diskussionen in Dresden zu interpretieren, die sich um organisierte Kriminalität, um Sexsklavenwirtschaft und auch um organisierter Kinderprostitution drehten. Ähnliche Debatten kursierten in der Vergangenheit auch immer einmal wieder in den einschlägigen Gemeinden, wo sich der Herr Pfarrer oder der Herr Pastor in fürsorglicher Weise um das Heil von ihm anvertrauter Schäfchen kümmerte. Da hieß es dann auch immer "Niemand hat eine Anzeige erstattet. Es besteht keinerlei Beweisgrundlage für die umlaufenden Verleumdungen, usw.".
Schlimm für mich: Ich wagte damals nicht, meine Kamera mitzunehmen und ich wagte auch nicht, zu tschechoslovakischen Polizei zu gehen, denn es standen auffällig viele Polizei-Streifenwagen in der näheren Umgebung dieser "Orte" herum.
Ja, es gilt, das Schweigen zu brechen. Ich werde künftig mein Verhalten ändern. Rigoros.