Die CDU prescht vor, und so kurz vor der Wahl in Hamburg folgen fast alle Parteien: Sie wollen nun ein höheres Kindergeld. Bis auf die FDP stehen die Politiker an der Bonbonniere - auch die Sozialdemokraten, die zudem direkte Leistungen wie Schulessen fordern. Die Finanzierung ist unklar.
Der Koalitionsstreit über eine Erhöhung des Kindergelds ist vorerst beigelegt: Auch das SPD-Präsidium sprach sich heute dafür aus, Eltern von 2009 an mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Die SPD hält allerdings gleichzeitig noch an ihrer Forderung fest, Sachleistungen für Kinder auszubauen. Damit sind zum Beispiel kostenlose Betreuungsangebote oder Schulessen gemeint.
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Kinder auf dem Weg zum Kindergarten. Nach dem Willen der SPD sollen ihre Eltern sowohl mehr Kindergeld als auch direkte Sachleistungen bekommen. (© Foto: AP)
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SPD-Chef Beck schwebt ein Kompromiss vor, nach dem das zur Verfügung stehende Geld je zur Hälfte für beide Zwecke eingesetzt werden soll. Er sagte: "Eine Variation aus beiden Ansätzen ist richtig." Die geplanten Verbesserungen für Familien sollten vom 1. Januar 2009 an gelten. Als unmittelbare Hilfen will er den Familien Schulstarterpakete, Essensgeldfonds oder Laptops für Schüler finanzieren. Eine Anhebung des Kindergelds um zum Beispiel zehn Euro würde laut Beck einen Betrag von knapp zwei Milliarden Euro an Ausgaben ausmachen. "Das ist mehr als beachtlich, was da an Leistungen kommt", sagte der SPD-Vorsitzende.
Konkrete Zahlen erst im Herbst
Die Finanzierung ließ die SPD allerdings ebenso offen wie die CDU. Konkrete Zahlen wird es erst im Herbst geben, nach Vorlage des Existenzminimum-Berichts.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach einer Sitzung des CDU-Präsidiums in Hamburg, mit dem höheren Kindergeld wolle ihre Partei "Eltern den Rücken stärken" und Familien mit mittleren Einkommen finanziell besser stellen. "Wenn es eine Erhöhung des Existenzminimums gibt, dann soll das auch denen, die vom Kinderfreibetrag nicht profitieren, in Form des Kindergelds zugutekommen", sagte die CDU-Chefin.
Betrag und Finanzierung unklar
Über die Höhe des Anstiegs will auch sie im Herbst nach der routinemäßigen Überprüfung des Existenzminimums für Kinder entscheiden. Auf Nachfragen stellte Merkel klar, auch ihre Partei wolle sich neben der Erhöhung des Kindergeldes über den weiteren Ausbau der Betreuung sowie über das Schulessen "noch Gedanken machen".
Zurückhaltend äußerte sich das Bundesfinanzministerium. "Klar ist, dass das Geld für Familien verwendet wird", sagte Ministeriumssprecher Torsten Albig. Dabei müsse aber neben dem Zufluss von Mitteln an Familien auch der Abfluss durch höhere Kosten beachtet werden. So lasse sich durch kostenloses Schulessen und -bücher oder andere Verbesserungen der "Infrastruktur für Kinder" möglicherweise eine höhere Entlastung für eine Familie erreichen, als wenn ihnen das Geld in kleinen, absoluten Beträgen ausgezahlt werde.
Von der Leyen will keine Abstriche für Sachleistungen
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) lehnte Abstriche beim Kindergeld zugunsten von Betreuungsangeboten oder anderen Sachleistungen erneut ab. Eltern seien auch auf das Kindergeld angewiesen, um familienbedingte Mehrkosten etwa für eine größere Wohnung oder den häufigeren Gebrauch der Waschmaschine abzudecken, wandte sie sich im ZDF gegen eine Beschränkung auf Sachleistungen. Links-Fraktionsvize Klaus Ernst verlangte eine Anhebung des Kindergelds auf 200 Euro. Dagegen gab die FDP-Familienexpertin Ina Lenke einer besseren Betreuung den Vorzug vor einem höheren Kindergeld.
Von der Leyen äußerte sich zugleich optimistisch mit Blick auf eine Lösung im Streit mit der SPD um das von der CDU/CSU von 2013 an geforderte Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen. "Ich bin sicher, dass wir die Kuh vom Eis kriegen", sagte die CDU-Politikerin. Sie kündigte dazu noch für Februar Gespräche mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) an, mit dem sie gut zusammenarbeite. Die SPD lehnt das Vorhaben von der Leyens ab, sich bereits im Gesetz über den Ausbau der Kinderbetreuung auf das Betreuungsgeld festzulegen. Dies wurde von SPD-Chef Beck am Montag noch einmal bekräftigt.
Linke und Grüne fordern ebenfalls mehr Kindergeld
Die Linke ist ebenfalls für eine Erhöhung des Kindergelds. "Es ist diskriminierend, wenn die SPD Familien per se unterstellt, sie würden ein Mehr an Einkommen ohnehin nicht den Kindern zukommen lassen", sagte Vorstandsmitglied Rosemarie Hein.
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sprach sich auch für eine Anhebung des Kindergeldes aus. Die Finanzierung der öffentlichen Kinderbetreuung müsse parallel erfolgen. Dazu müsse das Ehegattensplitting zu Lasten von kinderlosen Paaren geändert werden, sagte Künast.
Die Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes, Paula Honkanen-Schobert, forderte sowohl eine Erhöhung des Kindergeldes als auch die verstärkte Förderung der Bildungs- und Betreuungseinrichtungen. Die Lebenshaltungskosten seien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, das Kindergeld sei jedoch nicht erhöht worden, sagte sie im ZDF-"Mittagsmagazin". "Aber genauso sind wir der Meinung, dass Sachleistungen und Investitionen in Infrastruktur, in Betreuung und Bildung der Kinder ebenso notwendig sind. Wir brauchen dringend beides."
(AFP/AP/dpa/maru/gba)
Reiseknigge: Türkei
Mit Ihrer Forderung, dass Einkommensbezieher über 5.000 kein Kindergeld benötigen, stellt sich lediglich Ihre Fähigkeit zur Abstraktion dar. Diejenigen mit Einkommen über
5.000 werden in der Spitze mit 42 % mit Steuern belastet. Also ein deutlich höherer Steuersatz als die Pauschalversteuerung für Aufsichträte von 30% (ca. 50.000 pro Mandat fand der frühere Vorstand der Bayer AG, der in den Aufsichtrat wechselte, und nur 14 dieser Positionen mit ganzer Kraft LEISTET, oder Herr Merz mit 100.000 für seine Nebentätigkeit im Aufsichtrat alleine bei der Deutschen Börse AG) oder die Spitzensteuersätze der Profisportler, freien Publizisten, Künstler i.H.v. 25 %. Von den 5200 werden in der Spitze (Steuerklasse IV (verheiratet) GLEICH I (ledig) ) also 42 % abgegriffen oder in Politikerverniedlichung bei der Volksausplünderung: zur Kasse gebeten und es sind die Sozialversicherungskosten aufzubringen. Gott sei Dank hat unser Bundesverfassungsgericht das Existenzminimum unserer Kinder Steuerfrei gestellt. Nachdem 7 Jahre keine Anpassung an maßlose Ausplünderungen verschiedenster Art erfolgten sondern im Gegenteil die Eltern zusätzlich die Studiengebühren noch aufzubringen haben, wird dem Rest der Leserschaft die Aussagekraft Ihres Unverständnisses für Kindergeld für Einkommensbezieher über 5.000 deutlich. In diesem Einkommensbereich bleibt, und DAS dürfen Sie nachprüfen, nicht sehr viel mehr netto übrig, als in unteren Einkommensbereichen! Deshalb werden die etablierten Parteien jetzt auch (seit der Hessenwahl) mit jeder Wahl weiter abgewählt. Die Maßlosikeit wurde zur Maxime und nun werden die Wahlbürger unerreichbar für Sachargumente. Wo Milliardenverluste von Fehlspekulationen selbstverständlich über Nachtragshaushalte oder Kürzungen im Haushalt sozialisiert werden ist es unanständig, Familien weiter die Lebensgrundlage über finanzielle Erdrosselung zu nehmen. DAS dürfen Sie sich hinter die Ohren schreiben!
Man braucht nicht umbedingt mehr Kindergeld, wenn die sonstigen Abgaben verringert würden. Lieber sollte man die Kinderbetreuung unsterstützen (Grippen,Kindergärten,Hort), dann kann Frau auch wieder in die Arbeit gehen ohne das der Lohn für die Kinderbetreuung drauf geht. Hat jemand schon mal zusammen gerechnet wieviel Geld man an die Schule bezahlt?! (Kopiergeld da, Ausflug hier, Bücherkosten und weitere Umkosten)
Die Finanzierung ist noch nicht klar, aber erst einmal Wähler gewinnen. danach macht man sich gedanken, wo man das Geld vom Volk wegnimmt und es als Kindergeld wieder umverteilt. Und Harz IV Empfänger ziehen den Kürzerren, da das Geld angerechnet wird, somit bekommt das Kind mehr Geld und bei den Eltern wird es abgezogen, Ist eben Volksverarschung.
Nach temporärer finanzieller Vernunft (Steinbrück mühte sich,den Haushalt zu stabilisieren)
steht nun wieder Geld ausgeben im Vordergrund- mit populistischem Touch natürlich.Es ist sicher richtig,Einkommensschwachen das Kindergeld zu erhöhen,muss aber der Bezieher von 5000 netto im Monat auch noch bedacht werden? Einkommensabhängiges Kindergeld wäre die sinnvollere Alternative.
Ein solides Finanzierungskonzept ist nicht zu entdecken,hier ist die vereinigte Soizailwohltätermafia wieder dabei,unseren Kindern und Enkeln Lasten aufzubürden,die diese vermutlich nicht schultern können.
In Zeiten relativen finanziellen Wohlergehens dieser Republik sollten zunächst alle Anstrengungen unternommen werden,die finanzielle Schieflage zu beseitigen. Jeder 7.eingenommene Euro dient der Finanzierung der Schulden!!!
Erst wenn die Kasse wieder in Ordnung ist sollte mit der Vergabe von Wohltaten begonnen werden -nicht eher!!
Tut mir leid, die SPD hat schon wieder einen Schwenk vollzogen, das hatte ich noch gar nicht mitbekommen, ist jetzt auch für mehr KINDERGELD. BRAVO!
Wir brauchen es wirklich!
Allerdings denkt dran: Hart IV Empfängerkinder bräuchten es am NOTWENDIGSTEN- und bei denen wird es auf HART IV angerechnet!
Ja: soll man so etwas ES PD nennen?
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