Das US-Außenministerium bittet Twitter, Wartungsarbeiten wegen der Ereignisse in Iran zu verschieben. Der Kurznachrichtendienst tut das - offiziell aus eigener Entscheidung.

Der Kurznachrichtendienst Twitter pocht auf seine Unabhängigkeit: Die Verschiebung von Wartungsarbeiten inmitten der dramatischen Ereignisse im Iran sei nicht auf Bitten der US-Regierung erfolgt, teilte Twitter-Mitbegründer Biz Stone am Dienstag mit.

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Weil die iranische Regierung missliebige Seiten im Internet sperrt, können Oppositionelle nur über wenige Kanäle miteinander kommunizieren - Twitter gehört dazu. (© Foto: AP)

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Vielmehr habe der Dienst zusammen mit seinem Netzanbieter selbst entschieden, dass wegen der derzeitigen Bedeutung von Twitter im Iran eine Unterbrechung zunächst schlecht gewesen wäre. Es sei sinnvoll für Twitter gewesen, die Dienste während dieser von aller Welt verfolgten Demonstrationen aufrechtzuerhalten, erklärte Stone weiter.

Er fügte hinzu, es sei sehr schmeichelhaft zu glauben, dass der gerade zwei Jahre alte Dienst von Twitter auch in den Augen der US-Regierung eine solche Bedeutung habe.

"Dennoch ist es wichtig festzustellen, dass das US-Außenministerium keinen Einfluss auf unsere Entscheidungen hat", erklärte Stone weiter. Die Wartungsarbeiten wurden inzwischen durchgeführt, der Twitter-Dienst dafür am späten Dienstagabend (MESZ) für eine Stunde heruntergefahren.

Das US-Außenministerium hatte zuvor mitgeteilt, Twitter um die Verschiebung gebeten zu haben, damit iranische Regierungsgegner weiter über die Plattform kommunizieren können.

Twitter sei eine der wenigen Kommunikationskanäle, über die Iraner Neuigkeiten austauschen könnten. Deswegen habe das Ministerium eingegriffen, als Twitter für Montagabend eine einstündige Abschaltung für Wartungsangaben angekündigt hatte.

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(sueddeutsche.de/AFP/liv)