Medienbericht Weitergegebene Geheim-Informationen sollen aus Israel stammen

Zu viel gesagt? US-Präsident Donald Trump (l) mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow im Weißen Haus.

(Foto: dpa)
  • Die Geheiminformationen, die US-Präsident Trump angeblich an Russland weitergegeben hat, stammen einem Zeitungsbericht zufolge ausgerechnet aus Israel.
  • Trump selbst hatte sein Vorgehen zuvor auf Twitter verteidigt.
  • Der Nationale Sicherheitsberater McMaster bestritt hingegen, dass sensible Daten verraten worden seien.

Die sensiblen Informationen, die US-Präsident Donald Trump an Mitglieder der russischen Regierung weitergegeben haben soll, haben die USA selbst angeblich von Israel bekommen. Das berichtet die New York Times (NYT) unter Berufung auf einen aktuellen und einen früheren US-Behörden- oder Regierungsmitarbeiter. Beide sollen damit vertraut sein, wie die Vereinigten Staaten an die Informationen gelangten.

Den Informanten der Zeitung zufolge sollen zumindest einige Details, die darin zur Sprache kamen, von den Israelis stammen. Jerusalem habe Washington zuvor dringend gebeten, mit den Informationen vorsichtig umzugehen.

Israel ist einer der wichtigsten Verbündeten der USA im Nahen Osten - und zudem einer der Staaten, der die meisten geheimen Informationen aus der Region zur Verfügung stellt. Sollte Trump tatsächlich einigermaßen bedenkenlos streng geheime Daten an Russland weitergegeben haben, könnte dies das Vertrauensverhältnis zwischen Israel und den USA deutlich beeinträchtigen. Zumal damit die Möglichkeit im Raum stünde, dass Russland diese an seinen Verbündeten Iran weitergibt, einen Erzfeind Israels.

Israel bestätigte der NYT nicht, dass die Informationen von seinen Geheimdiensten stammten. Der Botschafter des Landes in den USA, Ron Dermer, bekräftigte der Zeitung vielmehr, dass beide Länder ihre enge Beziehung im Kampf gegen den Terror weiterführen würden. Israel habe "volles Vertrauen" in den Austausch von Geheimdienstinformationen mit den USA und wolle diese Beziehung in den Jahren unter Präsident Trump noch vertiefen, sagte Derner demnach.

Trump sieht sich im Recht

Die Washington Post hatte am Montagabend berichtet, der US-Präsident habe bei einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem russischen Botschafter Sergej Kislyak streng geheime Informationen über Pläne der Terrormiliz Islamischer Staat für Bomben in Laptops weitergegeben.

Trump hatte die Tatsache an sich auf Twitter nicht bestritten. Vielmehr rechtfertigte er seine Informationsweitergabe. Als Präsident habe er mit Russland "Fakten teilen" wollen, die den Terrorismus und die Luftverkehrssicherheit betreffen. Er habe dazu "absolut das Recht".

Trumps Nationaler Sicherheitsberater H.R. McMaster dementierte hingegen umgehend, dass dieser Geheimnisse verraten habe. Dahingehende Berichte seien "falsch". Der Präsident habe nichts preisgegeben, was nicht schon öffentlich bekannt gewesen sei. "Ich war im Raum, es ist nicht passiert", sagte McMaster.

CIA-Direktor Mike Pompeo kündigte an, noch am Dienstag Mitglieder des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus informieren zu wollen.

Auch Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow nannte den Bericht über die Weitergabe geheimer Informationen durch Trump "Unsinn". "Für uns ist das kein Thema", sagte Peskow. Von russischer Seite gebe es "weder etwas zu bestätigen noch zu dementieren".

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