Die iranische Autorität tut, was sie kann, um den Informationsfluss unter Kontrolle zu halten: Journalisten werden verhaftet, Internetseiten zensiert. Schlupflöcher sind Blogs und Online-Netzwerke.
Unter www.ahmadinejad.ir steht der "Offizielle Blog des Präsidenten der islamischen Republik Iran": Mahmud Ahmadinedschad. Und zwar auf Farsi, Englisch, Arabisch und Französisch. Gestern hieß es dort schlicht auf Englisch, sorry, der Server sei überlastet. Gestörte elektronische Kommunikation ist im Augenblick keine Seltenheit in Iran. Dass es aber auch die Adresse des Präsidenten trifft, mutet an wie eine kleine Ironie der Geschichte: Normalerweise sperrt das Regime die ihm missliebigen Seiten.
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Auf dem offiziellen arabischen Fernsehkanal Al-Alam werden regimefreundliche Berichte ausgestrahlt: Hier demonstrieren Anhänger des Präsidenten Ahmadinedschad bei einer Versammlung ihre Unterstützung. (© Foto: AFP)
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Die iranische Autorität tut, was sie kann, um die Medien unter Kontrolle zu halten. Das reicht von Zensur bis zur Bedrohung und Verhaftung von Journalisten. So berichtet Reporter ohne Grenzen, dass die Behörden das BBC-Signal blockiert haben. Auch das Netzwerk Facebook ist sporadisch gesperrt. Facebook wird vor allem von oppositionellen Studenten, den Anhängern Mussawis, genutzt.
Dafür arbeiten die Oppositionellen nun vor allem mit den 140-Zeichen-Twittermeldungen, die vom Mobiltelefon verschickt werden können. Twitter ist eine Art Mikroblog in Echtzeit, der in der islamischen Republik im Augenblick als Nachrichtenagentur fungiert. Hier wird darüber berichtet, was auf den Straßen passiert, oder es wird auf andere Informationsquellen verwiesen.
So liest man in den Twitter-Nachrichten, dass allen ausländischen Journalisten die Recherche und Berichterstattung auf offener Straße verboten werden soll - allerdings mit der knappen Kommentierung zwischen zwei Gedankenstrichen: "Gerücht".
Für ausländische Journalisten erinnern die Verhältnisse in Iran an die Zeit vor dem Internet: Man bekomme die Nachrichten nicht geliefert, man müsse selbst sehen, worüber man berichte. Wenn man denn darf. ARD-Korrespondent Peter Mezger hatte von Sonntag bis Dienstag Drehverbot, auferlegt vom Kulturministerium. Er sei von Bassidsch-Milizen mit Elektroschockgeräten bedroht worden. Mittlerweile hat sich auch das Twitter-Gerücht bestätigt: Ausländische Journalisten dürfen nicht mehr in Iran berichten, erklärte das Kulturministerium am Dienstag. Und sie werden ausgewiesen.
Die Nuba: Leni Riefenstahls Bilder machten sie einst bekannt. Heute sucht das Volk aus Sudan Schutz in Höhlen und Felsspalten – vor den Bomben des Regimes in Khartum. Ein Frontbericht. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 17.06.2009/ehr)
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Mein durchaus kritischer Kommentar zu einer gestrigen bayrischen Politsendung über den Iran wurde nicht veröffentlicht. Erinnert a bisserl an die iranische Medienzensur, nur raffinierter.