In Russland sind innerhalb weniger Stunden zwei Journalisten aus der Republik Dagestan ermordet worden. Angeblich standen sie auf einer Liste unerwünschter Personen.

In Russland sind innerhalb von 24 Stunden zwei Journalisten aus der kaukasischen Unruherepublik Dagestan ermordet worden. Der Journalistenverband Russlands forderte die rasche Aufklärung der Verbrechen. Weitere Journalisten seien in Lebensgefahr, sollten die Behörden die Täter nicht finden, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Igor Jakowenko, dem Radiosender Echo Moskwy am Samstag.

Journalistenmorde in Russland, ap

Polizisten untersuchen das von Kugeln durchlöcherte Auto des ermordeten Chefs des staatlichen Rundfunksenders in Dagestan, Gadschi Abaschilow. (© Foto: AP)

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Der Chef des staatlichen Rundfunksenders in Dagestan, Gadschi Abaschilow, wurde der Nachrichtenagentur Tass zufolge am Freitag von Unbekannten in seinem Auto vor einem Supermarkt in der Republik-Hauptstadt Machatschkala erschossen. Der 58-Jährige sei noch am Tatort seinen Verletzungen erlegen.

Nur wenige Stunden zuvor wurde ein Fernsehjournalist aus Dagestan in seiner Moskauer Wohnung tot aufgefunden. Der 32-jährige Iljas Schurpajew wurde der Polizei zufolge erdrosselt. Anschließend hätten der oder die Täter die Wohnung in Brand gesteckt. Die Feuerwehr habe dann die Leiche entdeckt.

Schurpajew hatte aus mehreren Krisenregionen der ehemaligen Sowjetunion berichtet, unter anderem aus Tschetschenien und den von Georgien abgespaltenen Republiken Abchasien und Süd-Ossetien.

Gefährlicher Beruf

Die beiden am Freitag getöteten Reporter standen laut Medienberichten auf einer Liste mit insgesamt neun unerwünschten Personen. Medien in der Hauptstadt Machatschkala hatten zuvor über Versuche des dagestanischen Präsidentenamtes und der Regierung berichtet, die "negative Berichterstattung" über die Unruheregion im Nordkaukasus zu verhindern.

Schurpajew hatte in seinem Internet-Tagebuch auf den wachsenden Druck von außen hingewiesen, ohne konkrete Anschuldigungen auszusprechen. "Ich bin der erste auf der Liste", hatte er mit Blick auf die neun Namen geschrieben.

In Dagestan, einer Nachbarrepublik zu Tschetschenien, mehren sich seit Monaten Berichte über Gewalt zwischen islamisch geprägten Rebellengruppen und russischen Truppen von Militär und Polizei. Immer wieder kommt es in der Region zu schweren Anschlägen auf staatliche Einrichtungen oder Polizeiposten.

Auch der Chef der staatlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt, Gadschi Abaschilow, der am Freitagabend in seinem Auto vor einem Geschäft in Machatschkala erschossen wurde, stand auf der Liste.

In Russland kommen jedes Jahr Journalisten gewaltsam ums Leben - oft werden die Todesumstände nie vollständig aufgeklärt. Im November 2006 wurde die Kremlkritikerin Anna Politkowskaja auf dem Weg nach Hause erschossen. Sie hatte oft über Menschenrechtsverletzungen im Nordkaukasus berichtet. Die Täter sind bis heute nicht vor Gericht gestellt worden.

Kirgisischer Journalist ermordet

Auch in Kirgisien sind ein seit mehr als zwei Wochen als vermisst gemeldeter Journalist und seine Ehefrau sind in Kirgistan ermordet aufgefunden worden. Wie die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass am Samstag berichtete, wurden die Leichen von Juri Alexandrow und seine Frau Angelina in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek gefunden.

Die Polizei nahm nach eigenen Angaben einen Mann fest, der von Alexandrow eine Wohnung gemietet hatte. Dieser habe gestanden, das Paar mit einem Knüppel ohnmächtig geschlagen und dann erdrosselt zu haben. Alexandrow arbeitete für die russischsprachige Zeitung Wescherni Bischkek. Die Morde stehen laut Polizei nicht mit seiner Tätigkeit als Journalist in Zusammenhang.

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(AFP/dpa/Reuters/gal/mati)