Mecklenburg-Vorpommern Nur wenige Bürger gehen zur Wahl

Mecklenburg-Vorpommern wählt - doch viele Wahlberechtigte bleiben zu Hause: Bei der Landtags- und Kommunalwahl im Nordosten zeichnet sich eine noch geringere Beteiligung als in den Vorjahren ab. Eine Partei dürfte das freuen.

Bei der Landtags- und Kommunalwahl in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich eine geringe Beteiligung ab. Nach Angaben der Landeswahlleiterin Doris Petersen-Goes haben bis 14 Uhr 29,8 Prozent der knapp 1,4 Millionen Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Bei der Landtagswahl 2006 waren es zu diesem Zeitpunkt 35,4 Prozent gewesen. Am Ende lag die Wahlbeteiligung bei 59,1 Prozent. Die Briefwähler sind im 14-Uhr-Wert noch nicht enthalten.

Gemeinsamer Auftritt beim Musikfestival gegen Rechts: Die Spitzenkandidaten der demokratischen Parteien für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern (l-r) Helmut Holter (Linke), Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), Silke Gajek (Grüne), Lorenz Caffier (CDU) und Gino Leonhard (FDP)

(Foto: dpa)

Die Spitzenkandidaten von SPD und CDU, Erwin Sellering und Lorenz Caffier, hatten am Vormittag bei ihrer Stimmabgabe nochmals dafür geworben, zur Wahl zu gehen. Denn mit einer hohen Wahlbeteiligung könne vor allem der Wiedereinzug der NPD in den Landtag verhindert werden, die in Umfragen der vergangenen Wochen knapp unter 5 Prozent lag.

Sellering hatte 2008 das Amt des Ministerpräsidenten in der laufenden Legislaturperiode von Harald Ringstorff übernommen. Es ist somit das erste Mal, dass er sich zur Wahl stellt.

Der 61-jährige Sellering hat sich bislang nicht festgelegt, mit wem er im Falle eines Wahlsiegs künftig regieren will. Die SPD habe fünf Jahre lang gut mit der CDU und davor acht Jahre lang ebenso gut mit der damaligen PDS und heutigen Linkspartei regiert, sagte Sellering im Vorfeld lediglich. Als unwahrscheinlich gilt indes eine rot-grüne oder eine rot-rot-grüne Regierung, selbst wenn dies rechnerisch möglich wäre.

Bei der Landtagswahl 2006 kam die SPD auf 30,2 Prozent, die CDU wurde mit 28,8 Prozent zweitstärkste Kraft. Die Linkspartei erhielt 16,8 Prozent, die FDP 9,6 Prozent und die NPD 7,3 Prozent. Die Grünen scheiterten mit 3,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Partei hat in diesem Jahr gute Chancen, erstmals in den Schweriner Landtag einzuziehen. Die FDP muss um ihren Verbleib im Parlament bangen, auch der Wiedereinzug der rechtsextremen NPD ist fraglich.

In der Nacht wird es zunächst nur ein vorläufiges Wahlergebnis geben, da nur 35 der 36 Landtagswahlkreise berücksichtigt werden können. Im Westen Rügens wird wegen des Todes des CDU-Kandidaten Udo Timm erst am 18. September gewählt.

Die Wahlberechtigten konnten am Sonntag nicht nur über den neuen Landtag mit seinen 71 Sitzen entscheiden, sondern außerhalb Schwerins und Rostocks auch über die neuen Kreistage, Landräte und die Namen der sechs neuen Großkreise. Am Sonntag trat die Kreisgebietsreform im Land in Kraft.