Aber die uneheliche Schwangerschaft, die vermeintliche Schande im Hause der Palins? "Das ist Privatsache," winkt Dena ab. Und Joel Fisher, ihr Parteifreund aus Dallas, prophezeit: "Wenn Sarah Palin hier am Mittwoch ihre Rede hält, wird die Begeisterung den Saal sprengen."
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So unerschrocken reagieren die meisten Delegierten im Xcel Energy Center zu St. Paul. Wenn überhaupt, dann richtet sich ihr Zorn gegen jene "offensichtlich linken Blogger", die "diese Sache" hochgespielt hätten im Internet.
Das gipfelte in dem üblen Gerücht, Sarah Palins fünftes Kind - der erst im April mit Down-Syndrom geborene Trig - sei in Wahrheit der Sohn von Bristol. Da zogen die Palins entnervt die Notbremse und offenbarten aller Welt, was bei ihnen daheim im verschlafenen Wasilla City eh jeder Nachbar wusste: Dass vor Wochen "unsere schöne Tochter Bristol zu uns kam" und ihre Schwangerschaft gestanden habe, und dass sie "stolz sind über Bristols Entscheidung, ihr Baby zu bekommen." Ach ja, und dies: dass "Bristol und der Vater heiraten werden".
Amerikas Konservativen scheint dies zu genügen. Reihenweise mobilisierten die Frontorganisationen der christlichen Rechten laute Schützenhilfe. Auch solche Verbände, die ansonsten sehr strikt die Abstinenz vor der Ehe predigen: "Zum Glück folgt Bristol dem Beispiel ihrer Mutter und ihres Vaters und wählt das Leben", erklärte Tony Perkins, Chef des Family Research Councils, "wir sind entschlossen, für Bristol und ihren künftigen Ehemann zu beten."
Obama zurückhaltend
Hauptsache keine Abtreibung. Das meinen auch Tina und Bob Avery, das seit drei Jahrzehnten treu verehelichte Delegiertenpaar aus Oregon. "Sarah Palin ist und bleibt eine schöne Überraschung für mich", beteuert sie. Und er glaubt, die ganze Affäre werde die Vizepräsidentin in spe nur sympathischer, ja authentischer machen: "Die Palins erleben doch ein typisches Problem. Jeder von uns kennt diese Situation - aus der eigenen Familie oder im Freundeskreis." Die Averys haben zwei Töchter und inzwischen acht Enkel: "Wir wissen, von welchen Sorgen wir hier reden."
Nein, die unziemliche Schwangerschaft der Bristol Palin werde die US-Wahl 2008 nicht entscheiden: "Jedenfalls nicht zu unserem Schaden." Barack Obama, McCains und Palins demokratischer Herausforderer, hat seine Truppen jedenfalls angewiesen, die Affäre nicht auszuschlachten: "Hände weg!"
Kinder nicht in die Schlammschlacht zerren
Die Kinder des Gegners dürften nicht in die Schlammschlacht des Wahlkampf gezerrt werden. Falls er dennoch einen seiner Mitarbeiter dabei erwische, "dann wird der gefeuert, o.k.?" Der Fall geht Obama unter die Haut: Seine Mutter war 18 Jahre alt, als sie ihn zur Welt brachte.
Wenn überhaupt, dann blicken die Delegierten kritisch auf McCain. Dessen Versicherung, er habe bereits vor Palins Nominierung von Bristols Umständen gewusst, mögen nicht alle glauben: "Mir scheint, die haben da nicht richtig geprüft", mutmaßt anonym ein Wahlmann aus Kalifornien.
Rein präventiv hat McCains Mannschaft nun noch zwei andere schwarze Flecken auf Palins Weste preisgegeben. Ihr Mann Todd sei einmal wegen Alkohols am Steuer festgenommen worden. Und sie habe ohne Angelschein gefischt. Der Blick auf letzte Details beweist: Der Vize-Posten ist doch wichtiger, als es McCain einst ahnte.
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(SZ vom 02. September 2008/dmo)
"Buck - Der wahre Pferdeflüsterer" im Kino
"Und ehrbahrer Wahlkampf ist wohl ein Widerspruch in sich? "
Gell, schlimm, dass man schon diesen Reflex hat.
Aber es könnte ja auch ganz anders sein,
etwa so:
"schön, dass Frauen souverän über ihren Bauch entscheiden können!", oder
"Religion ist Privatsache und ich indoktriniere nicht Anders- oder Ungläubige, oder
"jeder Mensch, egal welcher Weltanschauung, Rasse oder Einstellung hat bei mir die gleichen Chancen" - oder
"christliche Tugenden sind Demut, Toleranz, Vergebung und Gerechtigkeit gegen Jedermann" , oder
"die Evolutionslehre ist eine Wissenschaft und real, die Schöpfungsgeschichte der Bibel ist ein Bild über die Allmacht Gottes. Die Kinder haben das Recht beides zu lernen."
Was hab ich wohl jetzt mit diesen Sätzen bei den Lesern für unterschiedlichen Reflexe ausgelöst?
Ist der Huber ein konservativer oder nur ein.....
Und ehrbahrer Wahlkampf ist wohl ein Widerspruch in sich?
und nach Durchsicht der anderen Beiträge unterstreiche ich mein posting. Ich füge hinzu, dass ich hoffe, dass diese Ereignisse den Konservativen jene Beißhemmung bescheren mögen, die dann einen christlichen und ehrbaren Wahlkampf erwarten lassen.
Wir haben beide Kinder- niemand kann eine Schwangerschaft oderVaterschaft dieser wirklich verhindern- das "Risiko" minmieren ja- ....
Darum geht es auch nicht-
Ausgang sind die seit Monaten kursierenden Gerüchte Sarah sei nicht die Mutter sondern die Großmutter von Trig Palin.
Hättest Du dies auf dich genommen um deine Tochter ( oder Familie) zu schützen- (im entsprechenden gesellschaftlichen Umfeld- bei Euch ist man da nicht mehr so)
vermutlich ja?
Beispiele gibt es genug, hier nur eines:
de.wikipedia.org/wiki/Jack_Nicholson
@Donata 1:
Stimme Ihrem Beitrag voll zu.Diese Parkettsicherheit hat die SZ leider nicht, wenn man sich die Kommentare ansieht, die sie stehen läßt.Siehe Fritz Katzfusz wörtlich in einem Beitrag vom 2.9.2008 um 18:49:55:" (...) offenbar hat die verklemmte Christin mit ihrer Tochter auch nie darüber gesprochen, was passieren kann, wenn man das einfach so darein macht.
Wahrscheinlich weiß sie selber auch gar nicht, was sie mit Mc Cain eigentlich macht.
Dieser alte, geile Bock... Obama stehen alle Türen offen."
"Dieser alte geile Bock" (gemeint McCain). Weiter oben "(...)wenn man das einfach so darein macht". Ein unglaublich entwürdigender Kommentar von "bundesboy", in dem dieser das Down-Syndrom des Kindes von Palin mit vermutetem Inzest der Mutter (mit ihrem Sohn)in Verbindung brachte, war über Nacht auch hier zu lesen.Geschmacklosigkeit ist hierfür kein Wort mehr. Aber die Deutschen sind halt irgendwie immer die Besseren. Auch die besseren Obamanisten.
Paging