McCain-Vize Palin Sympathie für das wahre Leben
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Die Schwangerschaft ihrer 17-jährigen Tochter macht die potentielle Vize-Präsidentin Palin bei den Republikanern nur noch beliebter.
Das Zitat stammt aus Tagen, die nach neuester republikanischer Zeitrechnung zur Prä-Palin-Periode zählen. Aus einer Ära also, da selbst ein John McCain noch nie etwas gehört hatte von jener fischenden und schießenden Frau, die sich hoch oben in Alaska anschickte, Politikerin zu werden.
Sarah Palin (m.) im Kreise ihrer Familie: Nun wurde bekannt, dass ihre 17-jährige Tochter Bristol (ganz rechts) schwanger ist.
(Foto: Foto: dpa)Es geschah vor mehr als acht Jahren, bei McCains erstem Anlauf auf Amerikas Präsidentenamt. Damals hat der US-Senator die Frage, was sein Stellvertreter im Weißen Haus so alles zu tun hätte, recht präzise beantwortet. "Der Vizepräsident hat zwei Pflichten", gab der Republikaner anno 2000 zum besten, "die eine lautet, sich jeden Tag nach der Gesundheit des Präsidenten zu erkundigen. Und die andere ist, den Beerdigungen von Diktatoren in der Dritten Welt beizuwohnen".
Dermaßen respektlos lässt sich John McCain heute nicht mehr ein. Nicht, nachdem er am Freitag voriger Woche mit der Ernennung der adretten Sarah Palin doch "ein Zeichen" hat setzen wollen für die Bedeutung der Frau in der US-Gesellschaft.
Und erst recht nicht, da nun täglich lästige Neuigkeiten auftauchen über die potentiell zweite Person in Amerika: Etwa die Enthüllung, dass Palins älteste Tochter Bristol mit nur 17 Jahren unehelich schwanger ist.
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Das passt, zumindest auf den ersten Blick, so gar nicht zu dem Bild, das die republikanische Kampagne seit Freitag zu malen versuchte von der Frau an McCains Seite. Das war Sarah Palin, die Alleskönnerin: Die Gouverneurin, die tagsüber mit harter Hand Alaska lenkt, und die fünffache Mutter, die nach Feierabend das traute Heim hegt und pflegt. Eine echte Konservative, gottesfürchtig und kategorische Gegnerin von Abtreibung, Homo-Ehe und Sexualerziehung in öffentlichen Schulen.
Stolz auf eine Konservative
Die christliche Basis der Partei war begeistert. Nur lauwarm hatte die evangelikale Rechte, die George W. Bush 2004 ungefähr 40 Prozent all seiner Stimmen zur Wiederwahl bescherte, bislang für McCain begeistert. Palin jedoch entfachte Feuer und Flamme.
Reihenweise entdeckten konservative Organisationen ihre Liebe und Leidenschaft für das republikanische Paar. Und ähnlich euphorisch zeigten sich zu Beginn des Parteitags in St. Paul auch viele Delegierte. Zum Beispiel Kimbery Dena, die 19-jährige Studentin aus Texas: Strahlend erzählt sie, "wie stolz ich bin, dass wir nun eine Konservative an der Spitze haben, die für das Leben eintritt".
Die junge Frau, die mit ihren braunen, hochgesteckten Haaren aussieht wie eine junge Schwester der Sarah Palin, hatte sich ursprünglich den früheren Baptistenprediger und wortflinken Ex-Gouverneur Mike Huckabee zum Präsidenten gewünscht. Huckabee scheiterte, Kimberly war enttäuscht. McCains Vize-Kandidatin hat sie nun wieder versöhnt: "Sie symbolisiert, dass unser Amerika sich auf den christlichen Glauben gründet."
Lesen Sie auf der nächsten Seite, was die Parteifreunde zur Schwangerschaft der minderjährigen Tochter sagen.