John McCain bringt sich als Kalter Krieger in Stellung: Der favorisierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner kritisiert Russlands Präsident Wladimir Putin scharf - und erhält Unterstützung von einem früheren US-Präsidenten.

Den Vorwahlkampf der amerikanischen Republikaner hat er fast schon für sich entschieden, doch John McCain versucht weiter, sein konservatives Profil zu schärfen.

Bild vergrößern

John McCain bei einer Wahlkampfrede (© Foto: AFP)

Anzeige

Am Freitag knöpfte sich der 71-Jährige bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Wisconsin den russischen Staatschef Putin vor. Der scheidende Präsident bereite sich darauf vor, eine Marionettenregierung zu leiten, sagte der amerikanische Senator: "Ich denke, dass Herr Putin versucht, das alte russische Reich wieder herzustellen."

Offensichtlich verankere sich Putin selbst auf unabsehbare Zeit im Machtgefüge Russlands, indem er einen Protege als Nachfolger einsetze, sagte McCain. "Wir wussten, dass das Puppentheater weitergeht. Wir wussten nur nicht, wer die Puppe ist."

Putin darf bei der Präsidentenwahl in zwei Wochen nicht noch einmal antreten. Er will stattdessen auf den Posten des Ministerpräsidenten wechseln.

Als Wunsch-Nachfolger brachte er den derzeit Ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten Dimitri Medwedew in Stellung, mit dem er sich nach eigener Ankündigung die Macht teilen will und der laut Umfragen haushoher Favorit ist.

McCain liegt derzeit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur nahezu uneinholbar vor seinem innerparteilichen Rivalen Mike Huckabee. Der Nachfolger von George W. Bush, der wie Putin nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf, wird Anfang November gewählt.

McCain darf inzwischen mit weiterer prominenter Unterstützung rechnen. Wie am Freitag aus republikanischen Parteikreisen verlautete, wird sich der frühere Präsident George Bush senior am Montag hinter den Senator aus Arizona stellen.

Leser empfehlen 

(Reuters/AP/odg)