Massaker in Kenia Dutzende Tote bei nächtlicher Attacke auf Steinbruch

  • Mitten in der Nacht haben Bewaffnete in Zelten schlafende Arbeiter eines Steinbruchs in Kenia angegriffen. Bei dem Angriff in der Nähe der Stadt Mandera im Nordosten des Landes werden zahlreiche Nichtmuslime getötet.
  • Die Behörden vermuten die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz hinter der Attacke.
  • Nur wenige Stunden zuvor war eine Bar in der Ortschaft Wajir angegriffen worden. Ein Mensch wurde getötet.

Bewaffnete töten Dutzende Steinbruch-Arbeiter

Bei einem Angriff auf einen Steinbruch im Nordosten Kenias sind mindestens 36 Arbeiter getötet worden. Der Angriff sei in der Nacht zu Dienstag nahe der Stadt Mandera unweit der Grenze zu Somalia erfolgt, teilten das Rote Kreuz und die Polizei mit.

Wie die britische BBC unter Berufung auf Augenzeugen meldet, zerrten die Angreifer die Opfer nach Mitternacht aus ihren Zelten, in denen sie schliefen. Sie trennten Muslime von Nichtmuslimen und erschossen die Nichtmuslime. Der Zeitung Daily Nation zufolge wurden die Menschen per Kopfschuss getötet, einige seien geköpft worden.

Ein Polizeivertreter sagte, womöglich seien weitere Menschen entführt worden. Die Tat trage die Handschrift der somalischen Islamisten-Miliz Al-Schabaab, teilten die Behörden mit.

Toter bei Angriff auf Bar

Der Angriff bei Mandera erfolgte wenige Stunden nach einem anderen Anschlag im Nordosten Kenias. Nach Angaben der Behörden wurde bei dem Angriff auf eine Bar der Ortschaft Wajir am Montag ein Mensch getötet und zwölf weitere verletzt. Das Rote Kreuz berichtete von Explosionen und Schüssen.

Die Bar ist vor allem bei Fremden beliebt. Die Bevölkerung der Stadt ist überwiegend muslimisch, die Gegend zieht aber auch Arbeiter aus dem vornehmlich christlichen Süden des Landes an.

Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Wegen der wiederholten Angriffe im Norden Kenias haben inzwischen mehrere Gewerkschaften ihre Mitglieder aufgerufen, die Region zu verlassen, bis die Regierung die Sicherheit wieder gewährleisten kann.

Al-Shabaab-Attacke auf Bus

Im November hatten Al-Schabaab-Terroristen ebenfalls in Mandera 28 nichtmuslimische Passagiere eines Busses ermordet. Die radikalislamische Rebellengruppe bezeichnete die Gewalttat damals als Vergeltung für Polizeirazzien in Moscheen in der kenianischen Hafenstadt Mombasa.

Die Schabaab-Miliz verübt seit Jahren immer wieder Angriffe in Kenia, um sich für die Beteiligung des Landes an der internationalen Friedenstruppe zu rächen, die in Somalia die schwache Zentralregierung unterstützt. Dank der Unterstützung durch die Friedenstruppe gelang es der Zentralregierung, die Schabaab-Miliz aus der Hauptstadt Mogadischu und anderen großen Städten zu vertreiben.