Stoiber kämpft in München gegen Rot-Grün - und den Regen.
I. Die Performance
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Siegessicher oder doch etwas mürrisch? Edmund Stoiber bei der Abschlussveranstaltungder CSU. (© Foto: dpa)
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Begrüßung: How to say hello
"München begrüßt den CSU-Vorsitzenden und bayrischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber", schallt es aus den Lautsprechern. Dazu spielt eine Live-Band den Defiliermarsch. Die Schalte zur CDU-Abschlusskundgebung in Berlin klappt zeitweise nicht richtig, der Ton fehlt. Das "kurze Grußwort" von Dr. Stoiber in die Hauptstadt dauert gefühlte zehn Minuten. Frau Dr. Merkel braucht dafür zwei Sätze. Eher bescheiden. Bei der Schalte war wohl keine bayrische Hochtechnologie im Spiel. (2 Edmunds)
Inhalte: Wer rettet Deutschland?
Deutschland steht am Abgrund und die Türkei - "ein schönes, aber kein europäisches Land" - vor der Tür. Gottseidank gibt es Edmund Stoiber, der bereit ist, den klugen, dummen, motivierten und frustierten Wählern zu erklären, wie man beide Probleme gleichzeitig lösen kann: Man muss nur CSU wählen. Dann gibt es Vorfahrt für Arbeit und den Rückwärtsgang für das Land am Bosporus.
Die Themenpalette von Stoiber ist groß und reicht vom Alten Rom bis zum neuen Deutschland. Und da sieht es außerhalb des Freistaats nicht so gut aus. Arbeitsmarkt: Bayern top, Deutschland Flop. Bildungspolitik: Bayern top, die Sozis ein Flop. Innere Sicherheit: Beckstein top, der Rest ein Flop. "Lasst Euch von den anderen nicht verarschen", appelliert Stoiber. Doch die Zuschauer wissen längst: Von Bayern lernen heißt siegen lernen. (4 Edmunds)
Entertainment: Wie kurzweilig ist die Rede?
Stoiber scheut kein Detail und wirft derart mit Zahlen um sich, dass er teilweise selbst den Überblick verliert. Mal sind es fünf Millionen Arbeitlose, mal sieben, erst ist die Staatsverschuldung unter Schröder um 200 Milliarden gestiegen, dann noch mehr und plötzlich sind Spanien und Portugal "neue" EU-Mitgliedstaaten. Mal ist Deutschland Schlusslicht in der Europaliga, dann ist auch schon die ganze Euroapaliga nur noch Durchschnitt, verglichen mit der Weltliga... Es ist schwierig, der über 70 Minuten langen Rede konzentriert zu folgen. Plant China jetzt 30 neue Atomkraftwerke und bauen die Franzosen mehr davon als die Amerikaner, oder ist es umgekehrt? Ein begnadeter Rhetoriker ist Edmund Stoiber wirklich nicht, aber bei all' den Zahlen freuen die Zuhörer sich, wenn's mal etwas deftiger zugeht: "Wir können nicht unseren Nationalfeiertag abschaffen und gleichzeitig Mohammeds Geburtstag feiern." Und überhaupt: "Am Sonntag geht es um etwas." Hoffentlich weiß Angela Merkel das schon. Die Kanzlerkandidatin erwähnt er übrigens nur einmal. Im Süden wenig Neues. (2 Edmunds)
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