"Sie können machen, was sie wollen, es ist nicht totzukriegen": Margot Honecker, Witwe des DDR-Staatschefs Erich Honecker, feiert in einem bizarren Video den 60. Geburtstag ihrer alten Heimat.
Heimelig wirkt die Szene, fast wie damals zu Hause im Nobelort Wandlitz. In gemütlicher Runde sitzt Margot Honecker, die ehemalige First Lady des DDR-Regimes, zusammen mit Gleichgesinnten. Im Hintergrund hängt eine DDR-Fahne, die Laune ist prächtig. Das Häuflein singt das Lied "Auf, auf zum Kampf": "Dem Karl Liebknecht haben wir's geschworen; der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand." Man hat Gläser in den Händen, Weinflaschen stehen auf dem Tisch.
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Die bizarre Ostalgie-Sequenz ist für die Nachwelt im Internet verewigt, als Video auf Youtube. Offensichtlich hielt die Pensionärin ihre Rede bei einer Feier zum 60. DDR-Jahrestag am 7. Oktober in Santiago de Chile, wo sie seit Jahren lebt. 20 Jahre nach dem Mauerfall preist die Witwe von Erich Honecker weiter die DDR.
In dem Clip kritisiert die inzwischen 82-Jährige den Zustand der Bundesrepublik: 50 Prozent der Ostdeutschen lebten heute im Kapitalismus schlechter, klagt die Polit-Seniorin, die Menschen erinnerten sich an die "schöne Zeit (...) in unserer DDR".
"Sie können machen, was sie wollen, es ist nicht totzukriegen", erklärt Honecker. 40 Jahre DDR hätten Spuren hinterlassen, auch in Deutschland. "Alles, was wir geschafft haben in 40 Jahren, das ist nicht mehr wegzukriegen." Dann konstatiert sie einen "großen Feldzug gegen die sozialistische DDR".
Honecker verfolgte offenkundig auch die Bundestagswahl aufmerksam. Die CDU als "Partei der Bourgeoisie" habe Stimmen verloren und gehe nun eine Koalition mit der "Partei der Unternehmer", der FDP, ein. Ihre Hoffnung liegt auf der DKP und der Linken. "Linke Kräfte sind da", sagt sie den chilenischen Getreuen.
Margot Honeckers verstorbener Ehemann Erich war Partei- und Staatschef der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Seine Gattin stand mehr als ein Vierteljahrhundert - von 1963 bis zum Herbst 1989 - in der ersten Reihe der Polit-Prominenz der DDR. Ihr klingender Titel: Volksbildungsministerin. Vielen galt sie als dogmatisch und heimliche Machthaberin im Arbeiter- und Bauern-Staat. Wegen ihrer Haarfarbe nannten sie viele "lila Drache". Seit 1992 ist die Ex-Ministerin im chilenischen Exil.
Ihr Mann lebte nach der Einstellung seines Prozesses wegen der Mauertoten nur noch kurz bei ihr. Er starb 1994 an Krebs. Chile hatte die Honeckers in einem "humanitären Akt" in Erinnerung an solidarische DDR-Zeiten aufgenommen. Anfang der siebziger Jahre waren Tausende Chilenen vor Diktator Pinochet geflohen. Die DDR hatte sie aufgenommen - unter ihnen auch die jetzige chilenische Präsidentin Michelle Bachelet.
Hinweis der Redaktion: Falsche Copyrightangabe beim Youtube-Screenshot entfernt und stattdessen das Video eingebettet. Danke an die Hinweisgeber auf Twitter.
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(sueddeutsche.de/dpa/woja)
Führungsstreit der Linken
@tigurinus:
Genau! ("Linksfaschisten", usw..)
kommt die "Nat.onalsozialisten"-Keule.
Sie bekommen auf dem Markt Geld für ihre Arbeitszeit. Wenn Sie nur Dinge tun können, die man jedem x-beliebigen Typen von der Straße in 10 Minuten beibringen kann, dann haben Sie (und nicht die Gesellschaft) etwas falsch gemacht in ihrem Leben.
Die Gesellschaft steht dann dafür ein, dass Sie trotzdem nicht obdachlos werden, verhungern müssen und ihre Kinder in die Schule gehen können. Aber für alles andere bleiben Sie verantwortlich und kein andere.
Dass Herbert Schwackowiak rauchen, Bier saufen und ins Sonnenstudio gehen kann (und dafür scheint immer Kohle übrig zu sein), ist keine soziale Verantwortung.
@postit: "dass sie ihre Augen vor allem verschlossen hat, das nicht in ihr kleines, sozialistisches Schema passen wollte. Traurig und gleichzeitig empörend."
Das gilt auch für viele hier im Forum. Empört mich schon lange nicht mehr. Aber so lange die Rattenfänger nur etwa 10% der Menschen so verblenden können, dass sie sie wählen ist es okay.
"Die Führungsriege mittelmäßig begabt und die Anhänger schlicht."
"Neoliberale" (dumpfes linkes Kampfwort, ohne das sie aber irgendwie keine zwei Sätze auskommen) führen sich selbst und brauchen keinen Obersowjetvorsitzenden oder Fü.hrer, der ihnen sagt, wie sie zu leben haben. Wenn andere das brauchen, gut, aber das ist nicht mein Problem.
Das erkennen gerade Sozialisten, egal ob national oder rot, aber immer erst dann, wenn sie schon halb in Bautzen einsitzen.
Paging