Das SPD-Konzept zur Begrenzung von Managerbezügen hat ein unterschiedliches Echo ausgelöst. Unionspolitiker zeigten sich mehrheitlich ungehalten - doch keineswegs alle. Dafür bekommt die SPD auch Kritik aus den eigenen Reihen.
Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hält die Forderungen seiner Partei für eine "lustige Nummer". In der ARD-Sendung "Anne Will" sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend: "Das ist klassische Symbolpolitik, die gar nichts bringt." Managergehälter machten ohnehin nur "einige Promille der gesamten Lohneinkünfte" aus.
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Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD): "Eine lustige Nummer" (© Foto: AP)
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Dafür zeigte der nordrhein-westfälische Arbeits- und Sozialminister, Karl-Josef Laumann (CDU), in der Sendung Verständnis für die SPD-Forderungen: "Wir brauchen eine Gesellschaft, die zusammenhält. Und da sind Symbole auch wichtig." Laumann verweis zugleich auf die Aufsichtsräte, die die Managerabfindungen beschließen. Hier hätten auch die Gewerkschaftsvertreter Verantwortung.
Auch Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) begrüßte die SPD-Vorschläge zu den Managergehältern grundsätzlich. Das Vorhaben gehe in die richtige Richtung, sagte Müller am Montag in Saarbrücken einer Mitteilung zufolge. Er selbst habe bereits im Februar entsprechende Vorschläge gemacht.
Gefordert seien zwar zuerst die Unternehmen selbst, doch auch die Politik müsse Signale setzen. "Wenn die Menschen aber den Eindruck gewinnen, dass es in Deutschland nicht mehr gerecht zugeht, dann gefährdet dies unser freiheitlich demokratisches System", sagte Müller.
"Imageschaden für Deutschland"
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ Zurückhaltendes zu den SPD-Vorschlägen verlauten. Das Thema werde zunächst auf der Ebene der drei Koalitionsparteien besprochen werden, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin.
Er verwies aber darauf, dass die Kanzlerin in der Vergangenheit Manager kritisiert hatte, die trotz schlechter Leistungen hohe Abfindungen kassieren. Auch sollte die Verantwortung von Aufsichtsräten bei Vorstandsvergütungen erörtert werden. Die Unions-Parteien setzten aber auf die Eigenverantwortung der Wirtschaft und weniger auf staatliche Eingriffe.
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) beurteilte das SPD-Konzept in der Süddeutschen Zeitung als falsch. Die Festlegung der Managergehälter sei Sache der Unternehmen, sagte Wulff: "Der Staat muss endlich der Versuchung widerstehen, sich in alles mehr als nötig einzumischen, ansonsten bekommt der Standort Deutschland einen Imageschaden."
Der Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, nannte die Vorschläge "nicht zielführend". Auch wenn Gehälter von über einer Million Euro von den Firmen nicht mehr voll als Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt werden könnten, würden sie weiter bezahlt werden.
Wichtiger sei, dass schlechte Manager nicht noch mit hohen Abfindungen belohnt würden, sagte er und verwies auf entsprechende Forderungen von Parteichefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel.
"Dienen und Bescheidenheit"
Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) bezeichnete die Pläne, wonach Konzerne Millionengehälter nicht mehr voll steuerlich absetzen dürfen, als abwegig und verfassungsrechtlich bedenklich.
CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer sagte der Berliner Zeitung: "Das wird es mit uns nie geben." Er bezeichnete den SPD-Vorschlag als typischen Neidreflex. Ramsauer sagte, über die Bezahlung von Angestellten hätten immer noch die Eigentümer von Unternehmen zu entscheiden. Gleichzeitig appellierte der CSU-Politiker an Unternehmen, bei der Festsetzung von Bezügen Maß zu halten. "Wer diese Exzesse betreibt im Topmanagement und im Sport, der spaltet die Gesellschaft."
Auf Seite zwei lesen Sie, wie die SPD ihre Vorschläge verteidigt.
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Ich lass einmal das Beispiel FC Bayern einfach stehen, obwohl das Bild was Sie gezeichnet haben etwas hinkt.
Was mich an den ganzen Argumenten stört, ist folgendes:
In der Marktwirtschaftslehre wird von Waffengleichheit unter den konkurrierenden Unternehmen gesprochen. Wenn Sie also eine Produktionsstätte betreiben, so sollte ich diese zu gleich Bedingungen auch betreiben können.
Wenn ich also die chinesischen Bedingungen mit den deutschen vergleiche, so hat der chinesische wesentliche Vorteile.
Ich unterstelle Ihnen nicht, das Sie die Kinderarbeit wollen. Jedoch, indem Sie die chinesischen Produzenten mit den deutschen Produzenten vergleichen, schließen Sie jedoch automatisch die Kinderarbeit mit ein. Sie können nicht hilfsweise auf die Zukunft verweisen, wo evtl. eine Änderung erzielt würde, das wäre unredlich. In der Zeit wäre der deutsche Produzent vom Markt verschwunden. Es geht schlicht und einfach um die Bedingungen des Markteintrittes und die sind schlicht und ergreifend nicht gleich, ja sie sind sogar moralisch nach unseren Kriterien verwerflich.
Nochmals zu den Managergehältern und Abfindungen. Sie erinnern sich an Herrn Esser von D2 Mannesmann, der einen Bonus in Millionen bekam. Aus dem damaligen Gewinn ( Kursgewinn) ist inzwischen ein Verlust geworden. Vodafon muss nunmehr Mrd. abschreiben, auch auf Kosten des deutschen Steuerzahlers.Mit welcher Berechtigung hat nun damals Herr Esser seinen Bonus bekommen? Für die heiße Luft die er mist seinem britischen Kollegen Gent erzeugt hat?
... so schnell wie möglich so viel Geld wie möglich zu erzielen, sondern dass es wirtschaftlich lohneswert ist, nachhaltig zu arbeiten.
Nichtsdestotrotz bleibe ich dabei, auch hier müssen einige Dinge angepasst werden, damit uns in 20 Jahren das soziale System nicht um die Ohren fliegt. Meine Freundin bezahlt jeden Monat inkl. des Arbeitgeberanteils ca. 900 für soziale Sicherung. Man möge sich vorstellen, dieses Geld könne man für eigene Vorsorge verwenden. Wir hätten kein Problem mehr mit Gesundheitskosten oder Altersarmut.
"Was in Deutschland, aber nicht nur hier (siehe Nahrungsmittelkrise, Agrarsubventionen, also Marktverzerrung, etc. pp.) zur Diskussion ansteht, ist eine gesellschaftliche Diskussion der Spielregeln."
Absolut korrekter Ansatz, auch finde ich es grundsätzlich gut, wenn der Staat so stark ist, dass er korrigierend eingreifen kann, ohne dabei aber die Regeln zu stark zu verändern. Siehe Champions League, da muss sich Bayern München regelmäßig mit Mannschaften auseinander setzen, die mit Geld nur so um sich schmeißen und laufend das Beste an Spielern zusammenkaufen, was gerade auf dem Markt ist. Aufgrund der Situation in Deutschland kann Bayern das nicht in diesem Maße. Sie sind also durchaus ein wenig benachteiligt. Würde der DFB jetzt Regularien einführen, die die Macht Bayerns wegen der Konkurrenzfähigkeit der Bundesliga weiter einschränken, wären ihre Chancen auf internationalem Tableau noch geringer. Letzlich auch zum Schaden des innerdeutschen Spielbetriebes, von wegen Fernsehgelder, Attraktivität usw. Das Regularium muss also zum Wohle aller international geschehen, sofern es nötig ist.
So sehe ich das auch am Aktienmarkt, da der Aktienmarkt nicht regional beschränkt ist. Die Regeln müssen weitestgehend für alle gelten. Allerdings muss ich zugeben, ich kann nicht beurteilen, in wie fern es sich negativ auswirkt, ob der Manager nun aufgrund Kopplung von Boni und Aktienkurs entlohnt wird. Ich wiß z. B. nur, dass Apple Chef Jobs ein symbolisches Gehalt von 1$ erhält und den Rest über sein Aktienpaket bekommt. Bisher hat es sich defintiv nicht negativ ausgewirkt, weder für ihn noch für das Unternehmen und deren Mitarbeiter.
Zu gerhardt_124, nein, ich will nicht, dass hier Kinderarbeit etc eingeführt wird, das ist absolut undiskutabel, das wollen Sie mir auch nicht ernsthaft unterstellen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Schwellenländer Indien, China usw früher oder später garnicht drum herum kommen, sich den westlichen Standarts anzupassen, da es sonst bei denen zu einer sozial so extremen Schieflage kommt, die dort nicht mehr zu vertreten ist. Auch da werden die Löhne steigen, soziale Sicherungssysteme eingeführt, Wanderarbeiter menschenwürdige Arbeitsbedingungen vorfinden.
Siemens hat aktuell ein ganz schlechtes Quartalsergebins, ich wette, nicht zuletzt aufgrund eines Imageverlustes. Wenn dieses Regularium der öffentlichen Wahrnehmung weiter funktioniert, werden solche Unternehmen es schon spüren, dass es nicht darauf ankommt,...
Schön, sind wir uns also einig. Differenzen bestehen noch im Hinblick auf den Gerechtigkeitsbegriff (der hier aber nicht zur Debatte steht) und im Hinblick auf die Frage, ob ALDI ein mittelständisches Unternehmen ist. Na gut.
Ansonsten sagen Sie es doch selbst: Im System werden durchs System Kollateralschäden erzielt, die eine verantwortliche Politik so nicht durchgehen lassen kann. Auch das war Konsens in der (alten) Bundesrepublik. Und wenn die Selbstheilungskräfte nicht greifen, dann muß der Staat nicht nur per Intervention marode Banken retten (siehe Hilferuf Ackermann), sondern dann muß letzten Endes der Staat als Schiedsrichter für die Einhaltung spielbezogener Regeln sorgen. So läuft das in jedem Spiel, auch beim Fußball.
Was in Deutschland, aber nicht nur hier (siehe Nahrungsmittelkrise, Agrarsubventionen, also Marktverzerrung, etc. pp.) zur Diskussion ansteht, ist eine gesellschaftliche Diskussion der Spielregeln. Die Debatte um die Kopplung von Boni und Aktienkurs, also um die Struktur der Managergehälter (nicht deren Höhe!) ist nur ein Bestandteil der Diskussion, die aufgrund der veränderten Umwelt, in der sich Wirtschaft derzeit abspielt (Globalisierung), m. E. unabdingbar ist.
Sie pendeln aber auch hin und her.
Dann kommen Sie noch mit dieser Partei daher, die mal Ihre liebste war.
Also, was dieser SPD Mensch sagt hat seine Berechtigung in dem Sinn, als in der Wahrnehmung der AN eine soziale Ungerechtigkeit ausgemacht wird. Stichwort: Die da oben dürfen alles machen, wir da unten, uns wird nichts geschenkt.
Wenn dem so ist, und alles weißt darauf hin, so ist der von uns favorisierte Frieden nachhaltig gefährdet. Und dieser soziale Frieden ist für uns ein Erfolgsmodell, mit welchem wir AUCH in den letzten Jahren gutes Geld gemacht haben. Der Wegfall des sozialen Friedens würde den alten Klassenkampf heraufbeschwören. Und das will keiner.
Jetzt komm ich zu Ihren globalisierten Chinesen, die meinetwegen für 2o,-- $ im Monat arbeiten. Und meinetwegen unsere Deutschen arbeiten für 20,--$ in der Stunde (Nebenkosten nicht vergessen), was so 3400,--$ im Monat ergibt.
Jetzt sagen Sie das sollte der Unternehmer nicht außen vor lassen. In der Konsequenz sollte er sicher in China seine Fabrik aufbauen und dort produzieren ( Kostenvorteil).
Damit der deutsche AN hier konkurrieren kann, der ja seit Jahren Lohneinbußen hinnehmen muss, sollte er sich dem chinesischen Löhnen annähern.
Nur das geht nur in den Märchenbüchern, weil die Chinesen haben ganz niedrige Standards in allen Bereichen des wirtschaftlichen Lebens.
Wollen Sie zum Beispiel, das unsere Unternehmen wieder ihre Abwässer ungeklärt in unsere Flüsse leiten? Wollen Sie das wieder Kinderarbeit eingeführt wird? Wollen Sie das AN kaserniert werden? Da gibt es noch viele andere Dinge die wir einführen müssten um mit dem chinesischen AN zu konkurieren.
Wenn Sie nur diese drei Punkte bejahen, so können wir weiter diskutieren.
Wenn nicht, so lassen wir ein schönes Märchenbuch über die ach so schöne Marktwirtschaft schreiben.
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