Bei der SPD rumort es weiter: Franz Müntefering spricht sich erneut gegen den Vorschlag seines Parteichefs Kurt Beck aus, die "Agenda 2010" aufzuweichen. Der Vizekanzler will beim Arbeitslosengeld den Kurs halten.
Vizekanzler und Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) hält an seinem Widerstand gegen Korrekturen an der Reform-"Agenda 2010" fest. "Ich empfehle meiner Partei, Kurs zu halten", sagte der Arbeitsminister dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel zum Vorstoß von SPD-Chef Kurt Beck, das Arbeitslosengeld (ALG) I wieder zu verlängern.
Anzeige
Die Reformpolitik der rot-grünen Regierung von Kanzler Gerhard Schröder (SPD), die von der SPD in der großen Koalition nun fortgesetzt werde, "war und ist richtig, hat alles System. Wir dürfen jetzt nicht versuchen, das Tempo aus der ganzen Sache zu nehmen. Fortschritt braucht den Schritt nach vorn, nicht zurück."
Entschieden wandte sich Müntefering gegen das Modell des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) zur Verlängerung des ALG I, der zusammen mit Parteifreunden "auf windige Art gegen den Koalitionsvertrag gehandelt" habe. Die CDU hatte vor knapp einem Jahr auf Initiative von Rüttgers beschlossen, die Bezugsdauer für ALG-I-Empfänger zu verlängern, aber kostenneutral.
Kritik an Merkel
Das Modell sieht vor, dass die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes stärker an die Dauer der Beitragszahlung gekoppelt wird. Dies ginge zu Lasten von Jüngeren. Müntefering attackierte in diesem Zusammenhang auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU): "Die Verwirrung in der Koalition rührt auch daher, dass es Frau Merkel auf ihrem Parteitag nicht geschafft hat, den Rüttgers-Unsinn aufzuhalten." Der Vizekanzler: "Meine dringende Empfehlung ist, dass wir die Nerven behalten und das nicht nachmachen."
Auch Seehofer warnt
Der stellvertretende CSU-Chef Horst Seehofer hat vor ungedeckten Schecks bei einer längeren Zahlung des Arbeitslosengeldes I ohne Kostenneutralität gewarnt. "Wir können nicht jede Woche neue Leistungen verteilen", sagte Seehofer der dpa in Berlin. "Der Konsolidierungskurs darf nicht gefährdet werden." Damit wandte sich Seehofer gegen den Vorstoß des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck und gegen Vorschläge aus der Union, auf Überschüsse der Bundesagentur für Arbeit zurückzugreifen.
Dies hatte unter anderem Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) ins Gespräch gebracht. Seehofer pocht auf eine kostenneutrale Lösung bei einer längeren Zahlung des Arbeitslosengeldes I. "Wer länger einzahlt, soll auch länger Arbeitslosengeld erhalten", sagte der CSU-Vize. "Dieser Grundsatz ist absolut richtig." Er entspreche dem Gedanken der Leistungsgerechtigkeit. Mit kürzeren Beitragszeiten solle ein geringerer Anspruch auf das Arbeitslosengeld I bestehen, mit längeren Beitragszeiten ein höherer Anspruch.
Die CDU hatte dies auf ihrem Parteitag Ende November 2006 in Dresden beschlossen. Führende Vertreter aus CDU und CSU hatten sich am Freitag für ein längeres Arbeitslosengeld I möglichst noch in dieser Wahlperiode ausgesprochen. Der CDU-Arbeitsmarkt-Experte Gerald Weiß empfahl der Union, ihre Position einer kostenneutralen Finanzierung aufzugeben, damit nicht bei Jüngeren gekürzt werden müsse. Beck hatte die Kosten für seinen Vorschlag auf 800 Millionen Euro beziffert. Sie sollen aus Überschüssen der BA finanziert werden.
(dpa)
Bundespräsident Gauck
Wenn ich so die letzten Äußerungen des Vizekanzler und Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) lese, frage ich mich ob in seinem Alter bereits ein gewisser Altersstarrsinn eingesetzt hat, oder ob er mit seinem Beharren auf der überholten "Agenda 2010" seines Ziehvaters Gerhard Schröder wirklich Bestehendes vor neues Denken setzt.
So haben es in UDSSR- und DDR-Teiten auch viele andere "Aparatschniks" getan.
Als "sozial" kann man die Argumentation dieses feinen Herren jedenfalls nicht mehr bezeichnen.
Er sollte den Parteivorsitz der "echten SPD" deshalb niederlegen und seinem Gedankengut entsprechend die "A-Sozialdemokraten" gründen.
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Selten, außer von Merkel und Co. so ein unsägliches Geschwafel gehört. Wie wollen Sie denn, nur so als Beispiel für Ihre Null-Formeln "die Alterspyramide" neu ausrichten. Haben Sie überhaupt schon gemerkt, dass eine Alters'PYRAMIDE' bedeutet, dass sehr viele Menschen in jungen und sehr jungen Jahren sterben müssen, um diese Pyramidenform zu erreichen ?
"Jeder hat die Chance zur Aufschwungteilnahme"
Also auch der 48jährige Ingenieur, der z.B. wegen der "phantastichen Managementleistung" eines Hr. Kleinfeld betriebsbedingt gekündigt wurde und nun 2 Jahre und 300 Bewerbungen später 300 Absagen auf den Tisch liegen hat? Zischendurch ist er nun 50 geworden. Und der sich mit dem Versuch einer Selbstständigkeit schon 500 mal auf Consulting- und Beraterstellen wegen Aufträge beworben hat zusammen mit den anderen etwa 7000 Entlassenen auch?
Abgelehnt wegen "zu alt", "nicht gut für das jung Team", "überqualifiziert", "unterqualifiziert", "wegen niedrigerem Unternehmenswachstum weil die anziehende Konjunktur nicht mehr genügend JUNGE Berater hergibt"!
Kein einziger arbeitssuchender 45jähriger Ingenieur spürt auch nur annäherend einen Fachkräftemangel und einen Auschwung! Insbesondere nachdem Technologien und Know How von der deutschen Wirtschfat vilefach nach Asien verschenkt wurden (z.B. bei BenQ) und Forschung und Entwicklung dem Shareholder Vakue und der Rendite zum Opfer gefallen sind.
Diese 45jährigen Ingenieure haben also auch die Chance zur "Aufschwungteilhabe", so, so, da werden woll deren privaten Schulden gemeint sein! Da muß man wohl schon ein Wohlstandskindchen aus überreichem Elternhaus sein, das noch nie in seinem Leben eine wirklichen Existenz- und überlebenskampf hat führen müssen um solche Behauptungen in die Welt zu setzen!
Jede Menge Chancen zur Aufschwungteilnahme haben allerdings in Deutschland Juristen und Politiker. Die einen weil sie sich mit immer noch mehr, immer noch komplexeren und dümmeren Regelungen ihre eigenen Arbeitsplätze selber mehren und die anderen weil die immer mehr Regelungen immer mehr Klagen erlauben.
Paging