Das US-Militär hat zugegeben, dass die Zahl ziviler Opfer bei einem US-Luftangriff in Afghanistan vor etwa sechs Wochen deutlich höher war als bislang angegeben.

Das US-Verteidigungsministerium hat nach Wochen eine höhere Zahl ziviler Opfer bei einem Angriff auf ein mutmaßliches Talibanlager in Afghanistan zugegeben.

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Bei einem US-Luftangriff auf das Dorf Asisabad in der Provinz Herat im Westen des Landes am 22. August starben nach einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des US-Verteidigungsministeriums 33 Zivilisten. Ein amerikanischer Militärsprecher bedauerte in Washington "den Verlust unschuldigen Lebens". Außerdem seien etwa 22 Rebellen getötet worden.

Afghanischen Angaben sowie einem UN-Report zufolge waren bei dem Vorfall 90 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter 60 Kinder. Das US-Militär hatte bislang von 7 Zivilisten sowie 30 bis 35 getöteten Rebellen gesprochen.

Nach Angaben der New York Times ergaben Nachforschungen, dass weniger als 20 Rebellen getötet wurden. Das US-Militär hätte den Ort des Anschlags gründlich untersucht, mit Dorfbewohnern gesprochen und neues Beweismaterial, darunter mit Handys aufgenommene Videos, ausgewertet, teilten die Informanten der Zeitung mit. Die neue Untersuchung hatte der Oberbefehlshaber der US-Truppen in Afghanistan, David McKiernan, Anfang September angeordnet.

Die US-Streitkräfte erklärten, der Angriff habe auf glaubwürdigen Geheimdienstinformationen basiert und sei in einem Akt der Selbstverteidigung geschehen. Konteradmiral Greg Smith vom US-Zentralkommando sagte, man betrachte den Zwischenfall als abgeschlossen. Es werde gegen keinen der Beteiligten disziplinarische Maßnahmen geben, da die nötige Sorgfalt angewendet und nicht gegen Kriegsrecht verstoßen worden sei.

Die Berichte über den Tod der Zivilisten hatte in Afghanistan für Empörung gesorgt. Präsident Hamid Karsai war nach Asisabad gefahren und hatte die Hinterbliebenen besucht. Im September nahm die afghanische Polizei drei Männer fest, die die internationalen Truppen mit Fehlinformationen irregeleitet und so den Luftangriff provoziert haben sollen.

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(AFP/AP/dpa/gal/cag)