Lobbyismus-Vorwürfe gegen CDU-Politiker "Die Nebeneinkünfte des Herrn Fuchs sind doppelt dubios"

Unionsfraktionsvize Fuchs sieht sich wegen üppig bezahlter Vorträge bei einer Londoner Gesellschaft heftiger Kritik der Opposition ausgesetzt. Grüne und Linke wollen wissen, warum Fuchs so viel Geld für seine Reden bekommen hat.

Von Robert Roßmann, Berlin

Nach dem Bekanntwerden seiner bezahlten Vorträge bei dem dubiosen Londoner Unternehmen "Hakluyt & Company" muss sich Unionsfraktionsvize Michael Fuchs heftiger Kritik erwehren. Die Bundesgeschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke, sagte der Süddeutschen Zeitung, Fuchs stehe "für die Dinosaurier in der Energiepolitik". Er habe sich als "verlängerter Arm der Atom-Lobby im Parlament seinen Spitznamen ,Atom-Fuchs' redlich verdient".

Deshalb seien die Grünen auch nicht "über seine große Nähe zu dieser dubiosen Firma erstaunt, die für den Energiekonzern Shell schon Greenpeace ausspioniert haben soll". Das Beispiel Fuchs zeige, dass "die Union unverändert vor allem ein Ohr für die Lobby-Interessen der großen Energie- und Ölkonzerne hat".

Durch Recherchen von Abgeordnetenwatch.de war jetzt bekannt geworden, dass Fuchs seit 2008 gut bezahlte Vorträge bei der "Hakluyt & Company" hält, die Firma war von Ex-Mitarbeitern des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 gegründet worden. Im Bundestagshandbuch war fälschlicherweise die unverfängliche "Hakluyt Society" als Auftraggeber angegeben. Fuchs bestreitet, für die falsche Angabe verantwortlich zu sein. Seine Tätigkeit bei der umstrittenen Londoner Firma will er dagegen fortsetzen.

Auch die Linken kritisierten den CDU-Abgeordneten heftig. "Die Nebeneinkünfte des Herrn Fuchs sind doppelt dubios", sagte der stellvertretende Linken-Vorsitzende Jan van Aken der SZ. Es glaube Fuchs "doch kein Mensch, dass er den falschen Eintrag 'Hakluyt Society' nicht gemerkt hat - natürlich kontrollieren wir Abgeordneten regelmäßig diese Einträge, um da ja keinen Fehler zu machen".

Viel gravierender sei jedoch die Frage: "Warum bezahlt Hakluyt Herrn Fuchs - der weder ein begnadeter Redner noch halbwegs bekannt ist - so viel Geld für seine Reden?" Die Linke wolle "wissen, wann genau er wo genau vor wem welche Reden gehalten hat, damit man das bis ins Detail nachprüfen kann".