SPD-Chef Müntefering hält rot-rote Koalitionen auf Länderebene für "machtpolitisch" sinnvoll. Nun schimpft die CDU - und die Linkspartei freut sich.
Gegenseitige Annäherung: Linkspartei-Vorstandsmitglied Bodo Ramelow lobt SPD-Chef Franz Münteferings Ankündigung möglicher rot-roter Regierungsbündnisse in den Ländern als Richtungswechsel. "Das ist eindeutig ein Kurswechsel hin zur Realität", sagte der frühere Wahlkampfleiter der Linken der Thüringer Allgemeinen. Die SPD habe sich mit der Ausgrenzung der Linken bislang "ins Abseits begeben".
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Mit der Linkspartei ist SPD-Chef Müntefering noch nicht fertig - mit ihrem Vorsitzenden Lafontaine sehr wohl. (© Foto: dpa)
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Auch vom hessischen SPD-Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel erhält Müntefering Zuspruch. "Franz Müntefering hat recht", sagte Schäfer-Gümbel der Berliner Zeitung. "Wir erleben derzeit ein Fünf-Parteien-System, den Umgang damit müssen alle lernen."
Die hessische SPD schließe keine Koalitionsmöglichkeit aus. "Sie muss allerdings stabil sein, und wir müssen wesentliche sozialdemokratische Inhalte umsetzen können", sagte Schäfer-Gümbel. Koalitionen auf Landesebene seien "stets in der Verantwortung der Parteigliederungen und ihre Vorstände vor Ort".
Müntefering hatte am Wochenende im Interview mit dem Magazin Stern gesagt, "wenn es uns gelingt, mehr sozialdemokratische Ministerpräsidenten zu stellen, würde uns das helfen, mehr als es schadet" - und so eine Frage nach rot-roten Bündnissen etwa in Thüringen und im Saarland beantwortet.
Müntefering: Lafontaine ist ein "Parteifrikassierer"
Die Sozialdemokraten könnten so "auch machtpolitisch" ein Zeichen setzen - "das macht mir keine Angst", so Müntefering. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hielt dem SPD-Chef daraufhin vor, er erteile rot-roten Träumen der Linken in seiner Partei seinen "Segen".
Eine Koalition mit der Linken auf Bundesebene schloss Müntefering jedoch - wie schon oft zuvor - aus. Mit Linke-Parteichef Oskar Lafontaine werde er sich nie mehr gemeinsam an einen Tisch setzen, sagte er in der ARD-Sendung "Beckmann", die an diesem Montag ausgestrahlt werden soll. "Ich habe da wirklich keine Lust mehr drauf, das sage ich ganz ehrlich."
Lafontaine, der selbst früher SPD-Chef war, sei für ihn ein "Parteienfrikassierer", sagte Müntefering. "Das sind keine Leute, die eine neue verantwortliche Politik aufbauen wollen. Sondern das sind Leute, die den anderen wehtun wollen, aber nicht die Verantwortung übernehmen."
(dpa/AFP/ihe/gba)
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folgt die ersehnte Verbrüderung :-( - na dann frohes Fest!
"Die Sozialdemokraten könnten so "auch machtpolitisch" ein Zeichen setzen - "das macht mir keine Angst", so Müntefering."
Aha, machtpolitisch.
CDSU strebt eine Regierung mit FDP an.
Grün stabil+.
LINKE wächst von Monat zu Monat, 15% bei Bundestagswahl sind drin. Locker.
Sozis arbeiten fleißig am Projekt 18 minus.
Mir schlottern die Knie vor Münthes Macht.
das hätte man auch weit schmerzfreier haben können. leider fehlen der SPD strategische Vordenker. Dann hätte man die Linke nämlich schon 1990 einkassiert. So wird man eben auf kurz oder lang als dritte Kraft die Rolle der FDP einnehmen. Mal mit dem und mal mit dem. Hauptsache am trog.
Politik wird dann bei der Linken gemacht.
Ach, sieh mal an, "der Franz" !!! Gehen ihm langsam ganze weihnachtliche Lichterketten auf über seinen bisherigen Schwachsinn, den er der SPD verordnet hatte?
Hessen wäre schon seit fast einem Jahr SPD-Grüne-regiert mit Tolerierung durch die LINKE, wenn dem großen Vorsitzenden diese glorreiche Idee nicht erst gestern eingefallen wäre.
Paging