Dann führt er ein Zitat von Sahra Wagenknecht an, in dem sie linke, autonome Truppen für unterstützenswert hält, was Friedrich vor Wut rot werden lässt: "Das ist unerträglich!", schimpft er. Der Linke fehle es in weiten Teilen an einer klaren Abgrenzung von Gewalt. Friedrich nennt starke Verbindungen zu ausländischen Guerilla-Organisationen wie der PKK, sowie unzureichende Distanzierungen zu Unrechtsstaaten: "Da werden Jubelbriefe, Liebesbriefe an Diktatoren geschrieben, auch das ist unerträglich!", ruft Friedrich.

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Zudem gebe es offen linksextremistische Zusammenschlüsse in der Linken, wie das Marxistische Forum und die Kommunistische Plattform. "Wir können erkennen, auch am Beifall der Abgeordneten, welches Gewicht diese Chaoten in der Partei haben", ruft Friedrich. "Hallo, hallo! Aufwachen!", schallt es dem Innenminister von Seiten der Linksfraktion entgegen.

Die Auswahl der beobachteten Parlamentarier auf der Liste erklärt Friedrich an diesem Donnerstag erneut damit, dass diese entweder Mitglied einer offen extremistischen Teilvereinigung seien oder eine "herausgehobene Funktion" in der Partei hätten. Eine Steilvorlage für den Linke-Parlamentarier Steffen Bockhahn, der ebenfalls auf der Liste steht. Er zählt Betroffene auf - alles keine Funktionsträger in der Partei. "Sie belügen das Parlament!", ruft Bockhahn.

Unterstützung erhält Bockhahn von der SPD: Deren Innenexperte Dieter Wiefelspütz bezeichnet die Liste als "massive Verletzung" des Prinzips der Verhältnismäßigkeit und als rechtswidrig. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Michael Hartmann, sagt, die Liste sei "nicht frei von Peinlichkeiten".

Friedrich fährt sich mit der Zunge über die Lippen. Er kontert mit dem Argument, schon eine Woche vor Bekanntwerden der Liste habe er den Verfassungsschutz damit beauftragt, die Liste zu überprüfen. Auch der FDP-Innenexperte Stefan Ruppert räumt ein: "Ich glaube, die Liste muss überarbeitet werden."

Der Linke-Abgeordnete Bockhahn sitzt auch im Parlamentarischen Kontrollgremium, das die Aufgabe hat, die Tätigkeit der Geheimdienste zu überwachen. Ein Aspekt, den Volker Beck, der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, aufgreift: "Da versucht der Geheimdienst, seine eigenen Kontrolleure zu beobachten!" Das tangiere die Integrität der parlamentarischen Demokratie. Der Grünen-Politiker schlägt deshalb vor, dass bei der Aufnahme von Beobachtungen gegen einen Abgeordneten ein parlamentarisches Gremium zustimmen muss, um so die Kontrolle des Parlaments gegenüber den Geheimdiensten zu stärken.

Ganz am Ende darf Fraktionschef Gregor Gysi, der ebenfalls auf der Liste der beobachteten Abgeordneten steht, noch einmal kräftig mit dem Bundesverfassungsschutz abrechnen. Über Jahre hinweg sei es "diesem komischen Bundesamt" nicht gelungen, die Neonazi-Mordserie aufzuklären, stattdessen seien gleich mehrere Mitarbeiter hauptberuflich damit beschäftigt, Abgeordnete seiner Fraktion zu überwachen.

Eine Lösung hat auch er nicht parat, dafür aber markige Worte: "Deshalb sage ich, die sind balla balla und ein Pfeifenverein!", so Gysi.

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  1. "Der Geheimdienst wird parteipolitisch benutzt"
  2. Sie lesen jetzt Markige Worte, keine Lösung
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(Süddeutsche.de/mikö)