Heftiger Schlagabtausch im Bundestag zur Überwachung der Linkspartei durch den Verfassungsschutz: Die Abgeordneten der Linken geben sich kampfeslustig, werfen Schwarz-Gelb vor, die Geheimdienste parteipolitisch zu instrumentalisieren. Unterstützung erhalten sie von SPD und Grünen. Bundesinnenminister Friedrich hingegen verteidigt die Beobachtung der Linke-Parlamentarier.
Die Regierungsbank ist ziemlich leer, dafür ist die Linksfraktion fast vollzählig zur Aktuellen Stunden an diesem Donnerstag im Bundestag erschienen. Die Stimmung ist gut, Gesine Lötzsch flüstert ihrem Ko-Vorsitzenden Klaus Ernst etwas ins Ohr, der grinst breit. Und die Stimmung wird noch besser, als ihr erster Redner, der Datenschutzbeauftragte Jan Korte, ans Pult tritt.
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"Das ist ein Pfeifenverein und dabei bleibe ich": Linke-Fraktionschef Gregor Gysi (re.) und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) bei der Aktuellen Stunde zur Überwachung der Linke-Parlamentarier im Bundestag. (© dpa)
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Es geht in dieser aktuellen Stunde im Bundestag um die Überwachung linker Mandatsträger durch den Verfassungsschutz. Auf der einen Seite die Linksfraktion, die, wie es der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl ausdrückt, in "Kampfesstärke" erschienen ist. Auf der anderen Seite: Bundesinnenminister Friedrich, der der CSU angehört und die aktuelle Aufregung nicht so ganz verstehen will.
Am Wochenende berichteten mehrere Medien, dass neben elf Landtagsabgeordneten auch 27 Bundestagsabgeordnete der Linken unter Beobachtung stehen, also ungefähr ein Drittel der Fraktion. Dies sorgte nicht nur seitens der Linken für Kritik, während die Union die aktuelle Praxis rechtfertigte und sie Korte zufolge in den vergangenen Tagen "besonders engagiert und geifernd" gegen die Linke gehetzt habe.
Die Emotionen waren in den vergangenen Tagen hochgekocht. Wieso diese 27? Die Auswahl der Abgeordneten schien ziemlich willkürlich. Auf Friedrichs Liste finden sich zahlreiche Mitglieder des pragmatischen Flügels, etwa die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau. Zudem fällt auf, dass viele der Betroffenen einst der PDS beziehungsweise der SED angehörten.
An diesem Donnerstag stellt die Linke dem Parlament die Frage: Dürfen demokratisch gewählte Abgeordnete überwacht werden? Und: Wie verhält es sich mit Parlamentariern, die im Parlamentarischen Kontrollgremium sitzen, das seinerseits die Geheimdienste überwachen soll?
Der Datenschutzbeauftragte der Linksfraktion, Korte, fährt gleich richtig auf: Der Geheimdienst würde "parteipolitisch benutzt, um eine Opposition zu beobachten: Das ist schlicht antidemokratisch." Beim Verfassungsschutz handele es sich um eine "politische Geheimdienstbehörde, die Sie in Stellung gebracht haben", sagt er und deutet in Richtung Innenminister Friedrich, der gelangweilt in seinen Unterlagen blättert.
Korte weiter: "Ich weiß nicht, ob das bei Ihnen angekommen ist. Aber seit 1990 gibt es die DDR nicht mehr." Die "Kalte-Kriegs-Rhetorik" auf Seiten von Schwarz-Gelb entbehre jeglicher historischer Grundlage und sei "intellektuell erbärmlich". Begeisterung auf Seiten der Linksfraktion, Empörung bei den wenigen Abgeordneten auf der Regierungsbank.
Als Innenminister Friedrich ans Rednerpult tritt, kräuselt er die Stirn. Friedrich stützt sich bei seiner Argumentation auf Gerichtsurteile. Als Beispiel nennt er das Urteil des Oberverwaltungsgerichts des Landes NRW aus dem Jahr 2009, wonach bei der Linkspartei zahlreiche Anhaltspunkte vorlägen, dass sie ein kommunistisches System anstrebe, das mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung nicht vereinbar sei.
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Bei ihren Adenauer Zitat, haben sie beflissentlich vergessen zu schreiben, in welchen Zusammenhang Adenauer diese Aussagen machte. Uebrigens wussten sie beide ueberhaupt das dieser Politiker mit den NS Regiem keinerlei gemeinsamkeiten hatte ? Er wurde sogar 1945 von der Gestapo verhaftet, da er als Reichsfeind in deren Augen gallt. So hatte er keinen Grund gehabt diese Leute zu schonen. Auch sollten sie wenn sie schon solche Dinge schreiben, darauf hinweisen was und wer alles zur SS gezaehlt wurde. Das war zum Beispiel auch die Polizei und im Krieg der Werkschutz der Ruestungsbetriebe. Das sind nur kleine Hinweise ohne vollstaendigkeit, selbst die Siegel dieser Organisation war in allen Faellen ( Lager SS ) gleich. Das koennen ihnen sogar Gegner und Feinde dieser Organisation bestaetigen.
Minutiös werden die Vergehen der Linken aufgelistet:
Stalins Geburtstags(-feier), Hamas-Sympathie, Israel-Boykott. Dazu kommt noch, dass einige Linke sich gar noch die Mauer zurückwünschen.
Nun gehe ich ja mal davon aus, dass die Linken-Abgeordneten, denen die aufgeführten Verirrungen angelastet werden, in einem demogratischen Verfahren gewählt worden sind. Wußten die Wähler nicht - und es können nicht wenige gewesen sein, denn die Linke ist ja im Bundestag zahlreich vertreten - was sie da für eine Einstellung wählen.
Oder haben sich die offensichtlich zahlreichen Wählen für die Linken entschieden, weil sie eben genau die Richtung der Partei certreten?
Wäre dem so, müsste man dann nicht sämtliche Wähler, als potentielle Verfassungsfeinde, vom Verfassungsschutz überwachen lassen?
Ich bin ja immer noch der Überzeugung, dass uns kein Umsturz in diesem Land droht. Und wer immer noch in seiner kleinbürgerlichen Angst lebt, der sei auf Lenin verwiesen. Der sagt nämlich, dass ein deutscher Revolutionär, wenn er einen Bahnhof besetzen will, sich erst mal eine Bahnsteigkarte kauft.
An diesem Donnerstag stellt die Linke dem Parlament die Frage: Dürfen demokratisch gewählte Abgeordnete überwacht werden?
Komisches Kriterium:
Auch NPD-Abgeordnete werden und wurden demokratisch gewählt und übrigens bis 1933 auch solche der NSDAP.
Allein daran sieht man, wie wenig solch ein Kriterium taugt und dass es eigentlich nur vorgeschoben ist.
Wenn Linke noch immer der Mauer nachtrauern, die dazu diente, die eigenen Bürger mit Gewalt im Experimentier-Zoo der Sozialisten festzuhalten wie wilde Tiere, wenn sie dem hinterhertrauern und die Mordgrenze als "Friedensgrenze" loben, dann kann man schon Zweifel an ihrer Verfassungstreue haben.
Dazu kommen Geburtstagsbriefe an Fidel Castro, Feiern von Stalins Geburtstag (manche nennen ihn auch "Führer"), Sympathien mit der Hamas, die in Deutschland als Terrororganisation gilt, Aktionen wie "Kauft keine israelischen Waren" usw.
Das sind alles Gründe, an der Verfassungsmäßigkeit der Linken zu zweifeln und Gründe für eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz.
Stalins Geburtstag:
http://www.welt.de/welt_print/article2539994/Linkspartei-Chef-in-Luebeck-feiert-Stalins-Geburtstag.html
Hamas "Verbündete" der Linken (ab 1:16):
http://www.youtube.com/watch?v=IyCg1g124HI
Boykott israelischer Waren:
http://www.dielinke-bremen.de/nc/politik/aktuell/detail/zurueck/bremennews/artikel/boykottaktion-in-der-wachmannstrasse/
Die nicht auszumerzende Kommunistenangst in diesem Land treibt ihre Blüten. Ein Witz, aber scheinbar nicht auszumerzen. Und so werden Abgeordnete vom Verfassungsschutz überwacht, nur weil sie der Linken angehören. Ja, ja, eben jener Verfassungsschutz, der bei der Aufklärung rechter Gewalttaten so kläglich versagt hat.
Linke, wie etwa Porschefahrer Klaus Ernst, wissen die Errungenschaften des Kapitalismus durchaus zu schätzen. Und das ist auch gut so, denn wir leben nun einmal in dieser Wirtschaftsordnung. Und der Porsche sei ihm wirklich gegönnt.
Umsturzpläne der Linke - da würde sich Oskar Lafontaine vor Lachen am saarländischen (?) Weißwein verschlucken.
Was man sich in diesem Land für die diversen Parteien und politischen Richtungen wünschen würde, wäre ein entspannterer Umgang miteinander. Warum geht's nicht etwas lockerer? Unsere europäischen Nachbarn machen es uns doch vor.
"Schöner Beitrag aus der Welt: "
Gratulation! Bist ja doch noch lernfähig. Das erste mal, dass du für deinen Beitrag auch die Quelle angibst. Das war mir doch glatt weg mal eine grün-bewertung wert. Beim Studium muss so eine Quellenangabe aber noch ein wenig ausführlicher ausfallen.
Paging