Europa muss neu erfunden, die Macht der Banken begrenzt und Kriegseinsätze der Bundeswehr unter allen Umständen verhindert werden: Vor dem Parteitag der Linken erläutert Parteichef Ernst im Gespräch mit sueddeutsche.de die Ziele seiner Partei und spricht über die Auswüchse des Kapitalismus, persönliche Fehler und den einen Punkt, in dem Angela Merkel recht hat.
Klaus Ernst wirkt gutgelaunt, als er an diesem sonnigen Herbstmorgen zum Interview in sein Büro im Karl-Liebknecht-Haus bittet. Aber eine Frohnatur ist Ernst ja eigentlich immer. Den Porsche fährt er noch, erzählt er am Ende freimütig, aber den Winter über steht der in der Garage. Doch wenn er den Sportwagen eines Tages mal verkaufen sollte, dann könnte es vielleicht ein Italiener werden. Nein, kein Ferrari. Fiat heißt die neue Marke seiner Wahl. Da muss sogar sein Pressesprecher mit dem Kopf schütteln.
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Klaus Ernst wettert gegen den Kapitalismus, gibt aber in einem Punkt doch der Kanzlerin recht: Scheitert der Euro, scheitert auch Europa. (© dpa)
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sueddeutsche.de: Herr Ernst, auf dem Parteitag in Erfurt wird die Linke ihr Grundsatzprogramm verabschieden. Zusammengefasst lässt sich sagen: Die Antwort der Linken auf die Krise ist der Sozialismus. Stimmen Sie zu?
Klaus Ernst: Unsere Antwort auf die Krise besteht aus einer ganzen Reihe von konkreten Forderungen, die wir mit dem Begriff demokratischer Sozialismus zusammenfassen.
sueddeutsche.de: Das heißt?
Ernst: Das ist eine Gesellschaft, in der diejenigen, die den Reichtum erarbeiten, auch die Früchte ernten, und in der die Staatsgeschäfte im Interesse der Mehrheit geführt werden, also echte Demokratie.
sueddeutsche.de: Was bedeutet das für die Finanzkrise?
Ernst: Die Regel muss lauten: Erst der Mensch, dann die Banken, erst die Europäer, dann der Euro. Das heißt: Die Banken müssen den Menschen dienen, und der Euro den Europäern. Der Neoliberalismus hat das europäische Projekt an den Baum gefahren. Das ist ein Drama, weil das geeinte Europa ein Friedensprojekt ist. Wir brauchen nicht weniger als einen Neustart für Europa.
sueddeutsche.de: Wie soll der aussehen?
Ernst: Wir sollten die gescheiterte Verfassungsdiskussion wieder aufnehmen. Ich bin dafür, dass Europa eine Verfassung bekommt, am besten verabschiedet durch einen Volksentscheid. Es bröselt doch alles auseinander gerade. Fragen Sie die Griechen, fragen sie die Italiener, die Spanier. Glauben Sie, dass die noch für Europa sind? Im Moment bedeutet Europa für viele Bürger nur weniger Jobs, weniger Lohn, weniger Rente, weniger Sozialleistungen, weniger Sicherheit.
sueddeutsche.de: Was also soll in der Verfassung stehen?
Ernst: Eine europäische Verfassung müsste die Rechte und Pflichten der Europäer in verständlicher Sprache niederschreiben. Wenn alle Europäer ein verbrieftes Recht auf Arbeit, auf bezahlbaren Wohnraum und auf soziale Sicherheit bekommen, dann fällt es ihnen auch leicht, ja zu diesem Projekt zu sagen.
sueddeutsche.de: Und die Euro-Krise?
Ernst: Natürlich brauchen wir nach den Erfahrungen der letzten Jahre auch Regeln für den Euro und die Staatshaushalte. Alle Länder müssen darauf achten, dass ihre Handelsbilanzen ausgeglichen sind. Außerdem muss der Bankensektor streng reguliert werden. Gegen Steuerdumping helfen Mindeststeuersätze. Wenn es so ein Regelwerk gibt, dann kann man auch von den Staaten verlangen, dass sie Defizite vermeiden und schnell abbauen. Wir müssen die Krise lösen und die Bürger mitnehmen, sonst bricht uns der Laden auseinander.
sueddeutsche.de: Die Kanzlerin sagt, scheitert der Euro, scheitert Europa. Hat sie recht?
Ernst: In der Frage hat sie recht. Mit einer Ergänzung: Dann scheitert auch Merkel, weil sie Europa die falschen Konzepte aufgezwungen hat.
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haben die führenden Köpfe der Linkspartei wohl doch nicht nicht.
Der Kernkonflikt verläuft längst jenseits der Trennlinie zwischen Kapital und Arbeit.
Die neue Trennlinie verläuft wieder dort, wo sie schon zu Zeiten der absolutistischen Monarchien verlief, als der Adlige auf Buckel des Bauern saß und - ebenfalls auf des gleichen Bauern Buckel - den Pfaffen vor sich in seinem Schoß sitzen hatte.
So könnte man heute diese Karikatur wohl updaten, in dem man den Bauern durch einen normalen Erwerbstätigen aus unserer Zeit ersetzt.
Auf dessen Buckel hocken heute die Stellvertreter der Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft (Schattenbankenwirtschaft und Anlagefondwirtschaft inkl. Hochfrequensbörsenkursdifferenzdealer und private equity Unternehmensdealer) und in deren Schoß sitzen solche hervorragenden Politikerpersönlichkeiten wie der Herr Guido W., der Herr Karl-Theodor etc. von und zu G. oder eine wie die Leistungsträgerspitzenvertreterin die Frau Sylvana Koch-Mehrin.
Es geht heute darum, dass das gesamte Gesindel, dass sich in der seit Verkündung der geistig-moralischen Wende durch die Gruppe Kohl-Genscher etablierten Neuen Sozialen Marktwirtschaft als "Neue Herrschaft" etabliert hat und sich in der gleichen realleistungsfreien Weise von der Hände Arbeit der Erwerbstätigen nährt, wie sich der Adel und der Klerus bis 1789 von der Arbeit des gemeinen Landmanns und der vielen Handwerker ernährt hat.
Diesem Neuen Feudaladel und diesen Neuen Glaubenspredigern der alternativlosen, systemischen und unverzichtbaren Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft werden wohl die Köpfe von den Hälsen zu hauen sein, wenn wir die freiheitlich-demokratische Grundordnung, den demokratischen und zivilgesellschaftlichen Rechtsstaat und die konsensual verfasste und organisierte Produktionswirtschaft mit mehrwertschöpfungsfähigen Tatigkeiten auf den Grundlagen der Gesellschaftsordnung unseres Grundgesetzes wiederherstellen wollen.
Schlimm aber wohl doch wahr. Unsere Alternative liegt darin, dass wir uns entweder wieder zurück in eine Zukunft kämpfen oder aber eine Zukunft in einer neuen Besitzstandswillkür- und -terrorgesellschaft von ungeheuerlichen Ausmassen und unvorstellbar grauenvollen Zwangsarbeitsverhältnissen finden werden.
"ichliebedas schreibt Die LINKE
die eigentlich nur eine getarnte SED ist, brauchen wir wirklich nicht! Sie ist so unnütz wie ein Kropf!"
Parteien wie die Linke sind wichtiger denn je, denn wohin uns der Kapitalismus, Transatlantik- undZzionistentreue geführt hat samt Union, FDP und davor, sehen wir ja heute, Schuldenszumpft, Schere Reich-Arm sprengt bald ausseinander, Eur in Gefahr, sinnloser Afghanistaneinsatz usw.
"Insofern ist ein Interessensausgleich sehr wichtig. Wenn ein Busfahrer mit im Monat 250 Stunden arbeitet ..und am Ende mit 1100 Euro netto dasteht..
dann ist das einfach zu wenig !!! "
Mindestlohn muss her, sonst wächst der Leiharbeit- und Billiglohnsektor unkontrolliert weiter und weite Bevölkerungsschichten werden verarmen und die Binnenkonjunktur eines Tages gänzlich zusammenbrechen.
Da wird und kein noch so starker und viel zu lange und viel zu stark einseitigst geförderter Export, dann mehr retten können.
Unsere Wirtschaft ist so stark und produktiv, das ein Mindeslohn von mindestens 8,50€ West und 6,50€ Ost locker machbar ist.
Ein Unternehmen das diesen nicht leisten kann oder will, hat keine Daseinsberechtigung.
die eigentlich nur eine getarnte SED ist, brauchen wir wirklich nicht! Sie ist so unnütz wie ein Kropf!
"chomski schreibt Angst vor der Linken??
Aber keine Angst die Piraten zu wählen, wie blöd muss man sein?
Wir haben schon genug Dilettanten im Politikbetrieb."
Der Aufstieg der Piraten ist im Interesse der sog. "Eliten", denn dadurch wird die mitte-links bis links Wählerschaft zersprlittert.
So oder so wird man aber nicht mehr verhindern können das SPD, Grüne, Linke und Piraten zusammen auf über 60% kommen werden.
Linke und Piraten sollten kooperieren, sich verbünden oder gar vereinen, dnnn die inhaltlichen Überschneidungen sind groß.
Paging