Einst war Sardinien eine der Hochburgen der italienischen Linken. Die Erniedrigung bei den Regionalwahlen traf den Parteivorsitzenden nun besonders hart.
Es war mehr als eine Niederlage, was die italienische Demokratische Partei bei der Regionalwahl auf Sardinien erlitt.
Erniedrigung auf Sardinien: Um fast 20 Prozent sackte Veltronis Demokratische Partei ab. (© Foto: dpa)
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Es war eine Erniedrigung, ein Debakel. Um fast 20 Prozent wurden die moderat-linken Demokraten samt ihre Koalitionspartner von dem Rechtsbündnis Silvio Berlusconis abgehängt. Dabei hatte die Linke Sardinien bislang recht gut regiert.
Die Insel war eine ihrer Hochburgen. Umso schlimmer traf die Niederlage den nationalen Parteichef der Demokraten, Walter Veltroni. Der einstige Hoffnungsträger der italienischen Linken warf prompt den Parteivorsitz hin.
Dabei waren die Demokraten erst im Jahr 2007 mit großen Erwartungen gegründet worden. Sozialdemokratisch geläuterte Kommunisten und frühere Christdemokraten, also die Feinde von einst, vereinten sich, um eine moderne Reformkraft nach dem Vorbild der amerikanischen Demokraten zu bilden. Das ist bislang missglückt.
Veltroni, dem früheren Bürgermeister von Rom, gelang es nicht, die verschiedenen Strömungen der Demokraten zu einen. Seine Rivalen in der Partei begannen sofort, ihn verdeckt zu attackieren. Eine Verjüngung des Führungskaders blieb weitgehend aus. Zudem wurde die Partei durch schwere Korruptionsfälle in Regionen, die sie regierte, erschüttert. Viele Bürger fragten sich da: Warum die Demokraten wählen?
Von dem Desaster der Opposition profitiert wieder einmal ein Mann - Berlusconi. Die nach Veltronis Rücktritt erst einmal kopflose Opposition dürfte auf längere Zeit unfähig sein, ihm etwas entgegenzusetzen. So gelingt es Berlusconi, obwohl er nur medioker regiert, seine Machtstellung im Lande weiter auszubauen. Italien und seiner Demokratie tut das nicht gut.
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(SZ vom 18.02.2009/cag)
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