Nach Liechtenstein-Ermittlerin Lichtinghagen gerät nun auch ihre höchste Vorgesetzte unter Druck: NRW-Justizministerin Müller-Piepenkötter.
Nach dem geplanten Wechsel der mittlerweile umstrittenen Bochumer Staatsanwältin Margrit Lichtinghagen auf einen Posten als Amtsrichterin ist ihre höchste Dienstvorgesetzte, die nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU), unter politischen Beschuss geraten.
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Die Opposition wirft ihr "desaströses Konfliktmanagement" vor: NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter. (© Foto: dpa)
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SPD und Grüne im Düsseldorfer Landtag warfen ihr "politisches Versagen" und desaströses Konfliktmanagement" vor. "Wenn an den Vorwürfen gegen Frau Lichtinghagen etwas dran ist, dann dürfte sie nicht mit der Aufgabe einer Amtsrichterin betraut werden" erklärte der Vize der SPD-Landtagsfraktion, Ralf Jäger.
Falls die Vorwürfe haltlos und "Teil einer Mobbing-Kampagne gegen eine mutige Strafverfolgerin" seien, müsse sich die Justizministerin "schützend vor Frau Lichtinghagen stellen".
Die Rechtsexpertin der Landtags-Grünen, Monika Düker, sagte, Müller-Piepenkötter müsse nun dem Landtag erklären, warum sie sich nicht hinter ihre "renommierte Fahnderin" gestellt habe, obwohl die Vorwürfe gegen die Strafverfolgerin nach Auskunft des Justizministeriums derzeit keine dienstrechtlichen Maßnahmen rechtfertigten.
Hinter den Kulissen wird von Vertretern der rot-grünen Landtagsopposition bereits mit der Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses gedroht. Am Donnerstag soll die Landesregierung in einer von der Opposition im Eilverfahren durchgesetzten "dringlichen Fragestunde" Aufklärung über den Fall geben.
Rüttgers schaltet sich ein
Trotz massiver Vorwürfe der Amtsleitung der Bochumer Staatsanwaltschaft wegen "Illoyalität" und "Hinterhältigkeit", "Unaufrichtigkeit" und "Kompetenzüberschreitung" hatte die Justizministerin vorige Woche zunächst ihrer prominentesten Ermittlerin, die bundesweit durch das Verfahren gegen den früheren Post-Chef Klaus Zumwinkel bekannt wurde, ungewöhnliche Rückendeckung gegeben.
Die Strafverfolgerin sollte zur Staatsanwaltschaft nach Köln versetzt werden und die Liechtenstein-Verfahren mit an den Rhein nehmen. Als die Bochumer Behördenleitung dann in einem mitsamt Anlagen 64 Seiten starken Dossier am Dienstag schwere Vorwürfe gegen die Kollegin erhob und angebliche Auffälligkeiten bei der Verteilung von Bußgeldern in Millionenhöhe ausmachte, rückte die Ministerin von dem Plan einer Umsiedlung der Akten offenkundig rasch ab.
Mit einem ungewöhnlichen Kraftaufwand versuchte dann die Spitze des NRW-Justizministeriums, die Affäre geräuscharm und irgendwie einvernehmlich zu erledigen. Am Dienstagmorgen beugten sich die Ministerin, der Staatssekretär und zwei Abteilungsleiter über das Bochumer Papier. Gegen 11.30 Uhr erschien der Hammer Generalstaatsanwalt Bernhard Proyer, der im Konflikt mit Lichtinghagen auf Seiten der Bochumer Amtsleitung steht.
Die Ministerialen sollen ihn aufgefordert haben, den Leitenden Oberstaatsanwalt in Bochum, Bernd Schulte, vorläufig durch einen anderen Leitenden Oberstaatsanwalt zu ersetzen. Nach einiger Zeit könne Schulte wieder "in Ehren" zurückkehren. Proyer soll heftig abgelehnt haben. Er erläuterte die Vorwürfe gegen die Beamtin. Von 14 Uhr an trug Lichtinghagen zwei Abteilungsleitern ihre Sicht vor. Zeitweise wurde sie von einem Anwalt unterstützt.
Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung schaltete sich Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) in den Streit ein. Am Rande einer Kabinettsitzung soll er der Ministerin bedeutet haben, dass die 54-jährige Steuer-Staatsanwältin nicht zu halten sei. "Der Ministerin ist der Gehörgang erweitert worden" sagte ein Rüttgers-Vertrauter.
Nach übereinstimmenden Berichten der Teilnehmer der Krisensitzung schlug dann Lichtinghagen selbst vor, an ein Amtsgericht zu wechseln. Ein Sprecher des Justizministeriums sagte am Mittwoch, die gegen Lichtinghagen und ihre Behördenleitung erhobenen Vorwürfe würden weiter geprüft.
Spekulationen, dass das Gezerre Einfluss auf den am 22. Januar beginnenden Prozess gegen Zumwinkel haben könnte, sind wenig glaubhaft. An eine angebliche Absprache zwischen Lichtinghagen und Zumwinkels Anwalt Hanns Feigen wird auch der neue Vertreter der Anklage gebunden sein. Zumwinkel droht nur eine Bewährungsstrafe.
Für die weiteren Liechtenstein-Verfahren aber gelten fortan neue Regeln. Lichtinghagen bevorzugte das Modell sehr hoher Geldstrafen bei Verzicht auf Haft.
- Lichtinghagen gibt Amt auf Fallhöhe einer Heldin 17.12.2008
- Staatsanwältin Lichtinghagen Liechtenstein-Ermittlerin hört auf 16.12.2008
- Umstrittene Staatsanwältin Lichtinghagen tritt ab 16.12.2008
- Liechtenstein-Fahnderin Streit um Bochumer Staatsanwältin eskaliert 15.12.2008
- Liechtenstein-Fahnderin Schwere Vorwürfe gegen Staatsanwältin 12.12.2008
(SZ vom 18.12.2008/gal)
Szene München
STREIT UM ZUMWINKEL- ERMITTLERIN
Vorgesetzten von Lichtinghagen droht Strafversetzung
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spiegel.de
und nichts dazu in der SZ? Sehr merkwürdig!
Die Beträge, die in Zivilverfahren aufgrund erheblicher Fehler dieser eher unter-durchschnittlichen Staatsanwältin angeklagt und gegen das Land NRW gerichtet sind, dürften vermutlich die Höhe des -mit welchen illegalen Methoden auch immer- eingetriebenen Betrages weit übersteigen. Noch bevor dies in der Presse bekannt wird, muss Lichtinghagen weg, um nicht die komplette Arbeit des Landgerichtes Bochum als "Komödie" darzustellen. Den Kollegen, die immer wieder den Kopf für Sie hinhalten müssen -auch weil man Sie jahrzehntelang gegen jede Kritik abgeschottet hat- reicht es einfach.Warum soll man sich mitanzeigen lassen oder öffentlich branndmarken lassen, bloss weil man dieser Frau zahllose Gefallen getan hat, womöglich sogar in guter Absicht. Auch wollen die Richter aus anderen Bezirken gerne
erfahren, was eigentlich in Bochum vorgeht.
Auch die Justizministerin hat dies erkannt und später vielleicht die Presse.
"Wenn das Pferd tot ist, sollte man absteigen"
Alte indianische Weisheit
Ein kurzer Bericht aus der gestrigen "akutellen Stunde" des Landtages NRW.
Interessant die Erläuterung der Bußgeldverteilung.
So einfach kann Frau Lichtinghagen nicht "gemauschelt" haben....
www.wdr.de/mediathek/html/regional/2008/12/18/westblick-staatsanwaeltin-geld.xml
www.ftd.de/koepfe/:Streit-um-Strafzahlungen-Zumwinkel-Ankl%E4gerin-kapituliert/452487.html
Streit um Strafzahlungen
Zumwinkel-Anklägerin kapituliert
...Seit einer Woche tobte in Bochum der Machtkampf zwischen der Staatsanwältin und ihren Vorgesetzten. Er gipfelte in den Vorwürfen, die 54-Jährige hätte bei der Vergabe von Geldzuweisungen an gemeinnützige Einrichtungen gemauschelt.
Die Vorwürfe gegen Lichtinghagen sind bislang weder bestätigt noch entkräftet worden....Meinung
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Steuerfahnder, mit denen Lichtinghagen eng zusammenarbeitet, und Mitarbeiter der Behörde sahen in der Schlammschlacht um die engagierte Staatsanwältin den Versuch, sie aus dem Amt zu drängen. Bereits zuvor hatte es geheißen, die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Bochum wolle die noch ausstehenden Ermittlungen abgeben. Mitarbeiter der Behörde hatten gegenüber der FTD von einer "Führung des Mobbings" bei der Behörde gesprochen. Kritische Mitarbeiter würden konsequent gemobbt, von "Leichen im Keller" war die Rede, von Kungeleien.
Wer in dem am 22. Januar beginnenden Prozess gegen Klaus Zumwinkel die Anklage führen wird, wurde am Dienstag nicht bekannt gegeben. Auch nicht, wer die umfangreichen Ermittlungen fortführen wird. Für Zumwinkel muss der Kleinkrieg bei der Staatsanwaltschaft kein Vorteil sein. "Der Staatsanwalt, der den Fall übernimmt, muss das höchstmögliche Strafmaß herausholen, um den Vorwurf zu entkräften, Lichtinghagen sei geopfert worden", sagte ein Steuerfahnder. "Und alle Vorgespräche werden von Neuem beginnen." Lichtinghagen soll nach Angaben aus ihrem Umfeld mit der Versetzung einverstanden sein. Hauptsache, soll sie gesagt haben, sie müsse nie wieder in die Behörde. ........
1. Zum Fall der Staatsanwältin Lichtinghagen:
Die deutsche Staatsanwaltschaft: Marionette der Politik? Unabhängigkeit muss sein!
Vortrag von Oberstaatsanwalt K. P., Klaus Pförtner, Frankfurt am Main, bei der Neuen Richtervereinigung.
. Die Staatsanwaltschaft ist in Deutschland nicht eingeführt worden als Hüter des Gesetzes.
Das wird immer nur so behauptet. Die Staatsanwaltschaft ist als Organ zur Durchsetzung des Machtwillens des Staates (der politischen Parteien) eingeführt worden, gegen aufmüpfige unabhängige Richter, um der Exekutive mehr Einfluss auf die Durchführung der Verfahren zu geben, die Rechtsmittel im Verfahren zu beherrschen u.ä.m. Also, die Staatsanwaltschaft ist in ihrer Grundkonzeption nicht Hüter des Rechts, sondern Organ zur Durchsetzung des Machtwillens des Staates.
Deshalb will die Politik keine unabhängige Staatanwaltschaft! .
Quelle: Neue Richtervereinigung
www.nrv-net.de/main.php?id=151&vo_id=409
.... und der Staat ist längst okkupiert vom Netzwerk der Zumwinkel-Eliten, die Steuerhinterziehung als Volkssport betreiben....
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