Späte Kritik: Zwei Tage nach der Begnadigung der sechs im Aids-Prozess verurteilten ausländischen Krankenhausmitarbeiter rührt sich in Libyen Protest gegen die Entscheidung.
Libyen hat gegen die Begnadigung der sechs im Aids-Prozess verurteilten ausländischen Krankenhausmitarbeiter protestiert. Die Entscheidung des bulgarischen Staatspräsidenten, den fünf bulgarischen Krankenschwestern und dem palästinensischen Arzt nach ihrer Überstellung ihre restliche Strafe zu erlassen, habe eindeutig gegen ein jüngstes Abkommen zwischen Libyen und der Europäischen Union verstoßen, sagte ein Regierungsvertreter in der Hauptstadt Tripolis am Donnerstag.
Die freigelassenen Krankenhausmitarbeiter mit (© Foto: dpa)
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Die Krankenhausmitarbeiter waren trotz gegenteiliger Expertengutachten in Libyen schuldig gesprochen worden, hunderte Kinder mit dem HI-Virus vorsätzlich infiziert zu haben. Sie wurden nach acht Jahren in libyscher Haft am Dienstag nach Sofia gebracht und anschließend begnadigt.
Grundlage für ihre Überstellung war ein kurz zuvor getroffenes Abkommen zwischen der EU und Libyen. Dem libyschen Vertreter zufolge hat die Regierung in Tripolis in einer Mitteilung an Bulgarien zudem bemängelt, dass die Begnadigung gegen einen Vertrag von 1984 verstößt, der die Auslieferung von Gefangenen regelt.
Die bulgarischen Behörden widersprachen dieser Darstellung. In dem Abkommen sei klar definiert, dass Gefangene nach ihrer Überstellung unter die Rechtsprechung des jeweiligen Landes fielen, in das sie gebracht worden seien, sagte Generalstaatsanwalt Boris Weltschew. "Die Begnadigung war legal. Da gibt es keine juristischen Probleme."
Am Mittwoch hatten die Familien der Kinder bereits gegen die Freilassung der Krankenhausmitarbeiter protestiert und deren erneute Verhaftung gefordert. Zudem verlangten sie von ihrer Regierung den Abbruch der Beziehungen zu Bulgarien.
(Reuters)
Reiseknigge: Türkei
sie sind unschuldig. es wurden zwar verdächtige blutproben gefunden, doch besteht der verdacht, dass sie untergeschoben wurden, bzw. waren die blutproben gar nicht geeignet, eine entsprechende schuld zu beweisen. mehrere fachgutachten von wirklich hochrangigen Virologen haben zudem gezeigt, dass das virus in dem krankenhaus mit ziemlicher sicherheit bereits vor eintreffen der beschuldigten kursierte. die gutachten wurden aber nicht zugelassen - nur gegengutachten von libyscher seite, die das problem mangelnde hygiene tunlichst vermieden bzw. abstritten. auch stehen weiterhin foltervorwürfe im raum, die zu falschen geständnissen geführt haben sollen.
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Bulgarien hat keine Verurteilung vorgenommen, ergo kann es auch keine Freisprüche erteilen.
Meines erachtens ist es den Freigelassenen wurscht ob sie nun vorbestraft sind oder nicht, Hauptsache sie sind wieder in Feiheit.
Ich habe es immer noch nicht verstanden!
Haben die Schwestern und der Artzt wider besseres Wissen gebrauchte Kanülen oder Spritzen verwendet? Warum ? Schlechte Ausbildung? Druck von oben ?
Waren sie gänzlich unbeteiligt- haben also gar keine "Spritzen" "verteilt" ?
Ein guter link wäre jetzt hilfreich!
Oildrum
Nachdem Expertengutachten die Krankenschwestern und den Arzt als unschuldig eingestuft haben, muss eigentlich die Frage lauten: Warum sind sie bei ihrer Landung in Sophia nicht frei gesprochen worden, Das würde doch unserem Rechtsverständnis entsprechen. Allerdings wäre dann mit weit höheren diplomatischen Komplikationen zu rechnen gewesen. Vielleicht ist dies auch durch internationale Verträge nicht möglich.
Aber, im Falle der Begnadigung sind sie doch immerhin vorbestraft.