Knochenfotos, Libanon-Einsatz, Bosnien-Rückzug: Zurzeit gibt es viele Themen, die es in der Bundeswehr und im Verteidigungsministerium knirschen lassen. Hohe Ex-Generäle kritisieren "fehlende Strategie" der Politik, Franz Josef Jung sucht Fehler bei seinem Vorgänger.

Jung lehnte es ab, die politische Verantwortung für die Totenschändungen durch deutsche Soldaten in Afghanistan zu übernehmen.

Verteidigungsminister Jung (li.) mit Vorgäger Struck im Bundestagsplenum

Verteidigungsminister Jung (li.) mit Vorgäger Struck im Bundestagsplenum (© Foto: Reuters)

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"Die Vorgänge lagen vor meiner Zeit", sagte der CDU-Politiker dem Stern. Bei den Vorkommnissen, die bei ihm "Abscheu und Entsetzen" ausgelöst hätten, "handelt es sich um Vorgänge der früheren Regierung".

Die Frage, ob dem skandalösen Verhalten ein Versagen der politischen und militärischen Führung zu Grunde liege, "müssen Sie der damaligen politischen und militärischen Führung stellen", sagte Jung. Die vorliegenden Bilder stammten alle aus der Zeit seines Vorgängers Peter Struck (SPD).

Derweil warfen hochrangige ehemalige Generäle der Bundesregierung Konzeptlosigkeit bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr vor.

"Die Politik hat bis jetzt noch nie eine Strategie entwickelt, die über die Tatsache hinaus geht, dass man in einem Land eingreifen will", kritisierte der ehemalige Befehlshaber der Kosovo-Friedenstruppe, Klaus Reinhardt, in der Financial Times Deutschland. "Es gibt keine Strategie für den Balkan, es gibt keine für Afghanistan."

Im Bayerischen Rundfunk sagte Reinhardt, Soldaten alleine könnten keine Stabilisierung in Einsatzgebieten schaffen. Nötig sei vielmehr ein schneller Aufbau demokratischer Institutionen und sozialer Einrichtungen, aber auch eine rasche und effektive wirtschaftliche Hilfe.

Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Hans-Peter von Kirchbach, sagte der Financial Times Deutschland: "Das Militär kann immer nur eine Zeitpause für die Politik schaffen. Allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass diese dann immer richtig genutzt wird." Als Beispiele nannte er die Versuche, im Kosovo und in Afghanistan politische Stabilität zu schaffen. "Das führt dann dazu, dass Einsätze länger dauern, als sie müssen", kritisierte von Kirchbach.

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(dpa/AP)