Die Wähler in Sachsen-Anhalt setzen auf Bewährtes: Die CDU bekommt die meisten Stimmen, die Sozialdemokraten spielen wohl weiterhin die Rolle des Junior-Partners. FDP-Chef Westerwelle muss einen weiteren Rückschlag verdauen.
In Sachsen-Anhalt bleibt die schwarz-rote Koalition voraussichtlich im Amt. Dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge wurde die Union unter ihrem Spitzenkandidaten Reiner Haseloff mit 32,5 Prozent erneut stärkste Partei. Die Linke kam auf 23,7 Prozent, die SPD auf 21,5 Prozent.
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So hat Sachsen-Anhalt gewählt
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Linke und SPD verfügen damit über eine Mehrheit der Sitze. Die Sozialdemokraten hatten im Wahlkampf aber angekündigt, nur dann eine rot-rote Koalition bilden zu wollen, wenn sie stärker als die Linke werden und den Ministerpräsidenten stellen. SPD-Spitzenkandidat Jens Bullerjahn sagte am Abend: "Wir werden keine Koalition mit einem linken Ministerpräsidenten machen, das gilt nach wie vor." Ministerpräsident dürfte also Haseloff werden. Er sagte, die Menschen wollten die Fortsetzung der jetzigen "Koalition der Vernunft". Die Grünen erreichten 7,1 Prozent, sie werden damit erstmals seit 13 Jahren wieder im Landtag vertreten sein.
Die FDP verpasste mit 3,8 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag deutlich. Parteichef Guido Westerwelle räumte die Niederlage ein. "Wir haben diese Wahl verloren, da gibt es nichts zu beschönigen", sagte er. Die FDP habe viele Siege gefeiert, so zuletzt in Hamburg. Sie stehe auch zusammen, wenn es wie diesmal "gründlich danebengegangen" sei. Die Landesvorsitzende der Partei in Sachsen-Anhalt, Cornelia Pieper, machte für die Niederlage die "weltpolitische Lage" verantwortlich. Deshalb seien die Liberalen mit ihren Themen im Wahlkampf zu wenig wahrgenommen worden.
Die NPD lag mit 4,6 Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde. Bei den unter 30-jährigen Wählern kam die rechtsextremistische Partei aber auf zwölf Prozent. Die Freien Wähler erzielten 2,8 Prozent.
Bei der letzten Wahl 2006 hatte die CDU 36,2 Prozent der Stimmen erreicht. Die Linke kam damals auf 24,1 und die SPD auf 21,4 Prozent. Die FDP zog mit 6,7 Prozent in den Landtag ein.
Die Bundes-SPD bemühte sich am Sonntagabend, das Magdeburger Ergebnis weitgehend zu ignorieren. Generalsekretärin Andrea Nahles sprach zwar von Siegern und Verlierern. Zu ersteren zählte sie die "demokratische Kultur", weil die NPD es nicht in den Landtag geschafft habe, zu letzteren CDU und FDP. Beide Parteien hätten zusammen "über sechs Prozent" verloren.
Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, freute sich über einen Zugewinn seiner Partei um fast drei Prozentpunkte. Das werde auch die Parteikollegen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg stärken, sagte er. In den beiden Ländern wird am kommenden Sonntag gewählt. Dann bestehe "die Chance, dass der erste grüne Ministerpräsident" ins Amt komme, sagte Özdemir.
Vor fünf Jahren hatten in Sachsen-Anhalt nur 44,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, so wenige wie bei keiner einzigen Landtagswahl in Deutschland zuvor. Diesmal beteiligten sich 51,2 Prozent an der Abstimmung.
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(SZ vom 21.03.2011/wolf)
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wenn die Bullerjahn-SPD mit Rückendeckung aus der Bundeszentrale der SPD nicht als Juniorpartner bei den LInken einsteigt. Womöglich müßte sie dann sozialdemokratische Politik mit tragen.
besser weiter so im Agenda 2010 Stil.
Das dicke Ende kommt, in RP wird Rumpelstilzchen < 35% zum Sieg schön reden und in BW bewegt sich die SPD bayerischen Ergebnissen zu, auch ähnelt Herr Dr. Schmidt dem Florian Pronold in Blässe und Rhetorik auffallend.
nach jeder Wahl ist es dasselbe.
Egal wie schlecht die SPD abschneidet, sie betrachtet sich als ''gefühlter'' Wahlsieger.
Natürlich wartet sie die BW Wahl ab, bevor man der CDU den MP zubilligt.
Das über ein Bündnis mit den Kommunisten überhaupt nachgedacht wird und man damit den( links-)Faschismus unterstützt, ist ein riesen Skandal.
Die SPD verrät die 89 er Revolution der Menschen in der DDR
Pfui!
"Wir werden jetzt erstmal in aller Ruhe das Wahlergebnis analysieren, p.r.ü.f.e.n, und dann in Gesprächen s.o.n.d.i.e.r.e.n, mit welchen im Landtag vertretenen Parteien wir die meisten Schnittmengen für eine Regierungskoalition erzielen können."
So oder so ähnlich hört man es von der SPD, während die CDU, die sonst auch immer gerne erstmal p.r.ü.f.e.n möchte, es sich ganz einfach macht und sich als geborener Wahlsieger fühlt, obwohl sie doch fast vier Punkte einbüßte.
Während die Linke von Berlin aus nach Magdeburg funkt, ihr Gallert müsse unbedingt MP werden, lassen es die Genossen aus dem Willy-Brandt-Haus in Berlin im Hinblick auf die B-W- und RLP-Wahl nächsten Sonntag merklich lässiger angehen:
Die CDU, die ja selbst immer erst p.r.ü.f.e.n möchte, möge doch bitte Geduld haben; nach den Ergebnissen von Stuttgart und Mainz am 27. März könne man ja auch mal in Magdeburg weitersehen....
Tja, CDU, P.r.ü.f.e.n ist keine Einbahnstraße... Schaun mer mal!
"Die Bundes-SPD bemühte sich am Sonntagabend, das Magdeburger Ergebnis weitgehend zu ignorieren. Generalsekretärin Andrea Nahles sprach zwar von Siegern und Verlierern. Zu ersteren zählte sie die "demokratische Kultur", weil die NPD es nicht in den Landtag geschafft habe, zu letzteren CDU und FDP"
Euch SPDlern wird euer arrogantes Grinsen bald vergehen......nä. Woche gehts rund!
Das war meine erste Reaktion am Wahlabend:
SZ: "Die Wähler in Sachsen-Anhalt schicken die große Koalition in die zweite Runde. Darüber freut sich nicht nur der neue Ministerpräsident Reiner Haseloff. Auch der unterlegene SPD-Partner zeigt sich glücklich - und keine Ambitionen, zur Linken zu wechseln. Tieftraurig ist allein die FDP. "
Meine Meinung dazu:
Nein, berauschend ist dieses Ergebnis wahrlich nicht.
Immerhin brachte es zunächst einmal zwei sehr gute Nebeneffekte:
1. Die FDP erhielt ihre Quittung für ihre widerliche Lobbypolitik und flog aus dem Landesparlament;
2. Die neonazistische NPD bekam gottlob einen Tritt in den Hintern und kam erst gar nicht rein!!
Positiv war die bessere Wahlbeteiligung gegenüber der letzten Landtagswahl.
So einfach wie die CDU sich nun die Regierungsbildung aber vorstellt, sollte es freilich nicht gehen:
Die CDU hat wie die FDP verloren. Auch die Linken haben verloren, während die SPD ihr altes Ergebnis in etwa halten konnte.
Klar gewonnen haben die Grünen.
Nachdem Jens Bullerjahn schon vor der Wahl eindeutig erklärte, auf keinen Fall einen Ministerpräsidenten der Linken vorzuschlagen oder gar zu wählen, andererseits aber die linksdemokratisch-ökologisch-soziale Mehrheit im neuen Landtag weit über 50 % der Mandate auf die Waage bringt, sollte es ein klares Ziel für die Regierungsbildung sein:
Rot / Rot / Grün unter Führung des Sozialdemokraten Bullerjahn. Eine solche Koalitoion böte die allergrößte Schnittmenge.
Außerdem: Sachsen-Anhalt bekäme dabei mit der CDU auch eine starke Opposition!
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