Eine Analyse von Hans-Jürgen Jakobs

Eine Schlappe für die Berliner Koalitionspartner Union und SPD, ein Sieg für die einstigen Juniorpartner: Zehn Sieger und Verlierer der Hessen-Wahl.

Historisch waren schon die Umstände. Wenn bereits ein Jahr nach der letzten Wahl die Wähler erneut über die Zusammensetzung des Landtags und damit über die Macht im Land entscheiden müssen, dann ist dies eine Besonderheit, die das System selten zu bieten hatte.

Bild vergrößern

Reaktionen vom Wahlabend: Franz Müntefering, Guido Westerwelle, Willi van Ooyen und Roland Koch(von links oben im Uhrzeigersinn) (© Montage: sueddeutsche.de)

Anzeige

Der Wahlabend selbst weist auf weitere Besonderheiten, auf markante Ergebnisse des hessischen Votums hin. Hier sind zehn Verlierer und Sieger des Wiesbadener Wahlabends.

1. Verlierer: Die Berliner Koalitionsparteien.

Die Union und die SPD, die sich derzeit um Rezepte gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise bemühen, haben in Hessen keine Unterstützung bekommen. Die Mehrheit schwarz-roter Regierungen im Bundesrat ist weg, einfach verschwunden. Da stemmen sich die Kanzlerin Angela Merkel und ihr Finanzminister von der anderen Feldpostnummer, Peer Steinbrück, gegen Pleitewelle und Schuldenberge, doch in Wiesbaden gibt es keinen Bonus.

Das hessische Ergebnis signalisiert den freien Fall der SPD und das Ausbleiben euphorischer Unterstützung für die CDU, die Merkel so gerne als "Kanzlerinwahlverein" positionieren würde. Sicher, es ging an Rhein und Main um die berüchtigten "hessischen Verhältnisse", und doch: Es ist ein Rückschlag für die große Koalition in Berlin, die sich ihrem Ende nähern könnte.

Leser empfehlen