Die Touristen bekommen nichts mit
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Haben bei der Überfahrt von Afrika nach Lampedusa ihr Leben aufs Spiel gesetzt und hoffen nun auf ein besseres Leben in Europa: Eine Mutter und ihr kleines Kind. (© Foto: Müller-Meiningen)
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Erst auf Lampedusa erlangen die Flüchtlinge ein Stück ihrer Würde zurück. Freiwillige Ärzte und Krankenschwestern von Hilfsorganisationen wie den "Ärzten ohne Grenzen" oder den Maltesern leisten den Angekommenen Erste Hilfe. Dann werden die Flüchtlinge von Polizisten in Busse gesetzt, die sie zum Auffanglager im Inneren der Insel fahren.
Die Touristen bekommen von alldem nichts mit. "Man sieht die Flüchtlinge überhaupt nicht auf der Insel", sagt Gianni Sparma, der Tourismusreferent der Gemeinde. "Kein Mensch merkt hier was davon." Aber Lampedusa werde immer gleichgesetzt mit der Tragödie, die sich auf dem Meer vor der Insel abspielt.
Auf der kleinen Insel, auf der früher Fischer und Bauern lebten, ist nun der Tourismus die größte Einnahmequelle. Fischer gibt es nur noch wenige. Man tut hier alles dafür, dass das Flüchtlingsdrama unbemerkt bleibt und die Feriengäste nicht von einem Besuch abschreckt.
Versteckt im Inselinneren liegt der Bootsfriedhof, auf dem sich Hunderte blaue Holzboote stapeln, auf denen die Menschen übergesetzt haben. Die Boote werden hier zerkleinert, das Holz in Sizilien wieder verwertet. Der Ort ist so abgelegen, dass kaum einer hier vorbeikommt.
Auch das Auffanglager liegt versteckt in einer Schlucht am Rand des Dorfes. Es ist umzäunt und von Carabinieri bewacht. In diesen Tagen ist das Lager überfüllt. Für 840 Menschen ist es ausgelegt, bis zu 1600 Personen wurden hier in den letzten Wochen gleichzeitig versorgt. Überall auf dem eingezäunten Gelände laufen Flüchtlinge umher. Manche, auch Familien mit Kindern, sitzen im Schatten, die Männer spielen Fußball, andere warten auf die Essensausgabe.
Nach der Ankunft erfasst die Polizei die Daten der Flüchtlinge, sie werden medizinisch betreut, wenn nötig von der Krätze befreit und bekommen frische Kleider. Das UNHCR klärt die Immigranten über die Möglichkeit auf, Asyl zu beantragen. 14.053 Asyl-Anträge registrierte das UNHCR im Jahr 2007 in Italien, die Hälfte davon wurde von Bootsflüchtlingen gestellt. "20 Prozent bekommen Schutz, auch vorläufiger Art. Immer mehr Flüchtlinge beantragen Asyl", sagt Laura Boldrini vom UNHCR.
"Europa ist meine einzige Hoffnung"
24 Stunden soll der Aufenthalt dauern. Im Durchschnitt sind die Flüchtlinge sieben Tage auf Lampedusa, erzählt der Leiter des Lagers, Cono Galipò. Vor dem Abtransport per Flugzeug müssen erst Plätze in den etwa 15 Aufnahmezentren auf dem Festland frei werden. Doch auch die sind überfüllt.
Osa aus Nigeria sitzt im Schatten vor dem Frauenhaus und wartet auf die Abfahrt. Sie ist 22 und hält mit der Rechten ihren runden, schwangeren Bauch. "Wir haben unser Leben riskiert, um hierherzukommen. Ich bin sicher, dass ich in Europa arbeiten werde, als Putzfrau zum Beispiel. Ich brauche das Geld für mein Kind."
Ein paar Meter weiter sitzt Thankgod, ein 23 Jahre alter Christ, ebenfalls aus Nigeria. "Ich habe meine Eltern in Nigeria verloren, ich habe keine Option zu Hause. Dort werden Christen verfolgt. Europa ist meine einzige Hoffnung", sagt er.
Um seinen Hals hängt ein kleiner Plastikbeutel mit einer Telefonkarte und seiner Erkennungsnummer. "3. Landung, 25. Juni 2008", steht dort geschrieben. Mit 71 anderen Menschen fuhr er drei Tage lang in einem Boot, das leckte. "Nur auf dem Meer habe ich die Hoffnung verloren. Wir haben gebetet, gebetet und gebetet. Jetzt bin ich glücklich", sagt er. Ein Freund von ihm ist vor einiger Zeit bei der Überfahrt ertrunken, erzählt Thankgod. Nicht einmal das hat ihn abgehalten.
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(sueddeutsche.de/bosw)
Die Ärzte in München
Vom ganzen Kontinent, vor allem aber aus Nigeria, dem Sudan, Eritrea und Somalia werden die Menschen in Lastwagen von Schlepper-Organisationen an die Küste gekarrt. Zwischen 1000 und 3000 Euro verlangen die Banden für den Transport. Gute Geschäfte für den König von Marrocco und die Funktionäre von Polizei und Behörden in den Ländern Nordafrikas. So läuft das Geschäft heute wesentlich besser als noch vor wenigen Jahren. Die Dummköpfe in Europa sind die Hauptabnehmer der Ware. Im Schnitt 2.000 Euro pro Nase macht bei der monatlichen Lieferquote von 2.000 Personen allein für den Lieferanten an die Insel Lampedusa 4.000.000 Euro pro Monat und zwar jahrzehntelang. Die Abnahme von Sklaven in den arabischen Ländern verzeichnet dagegen einen erheblichen Rückgang seit die arabischen Länder lieber die billigen Arbeitskräfte aus Pakistan und Indien heranschaffen. Also, Investoren der Welt - in Afrika tun sich große Möglichkeiten auf. Wenig Einsatz, großer Gewinn. Die Lieferung zu den Kanarischen Inseln kostet noch weniger - dort werden jeweils bis zu 3.000 Personen per Transportschiff bis kurz vor die Küste gebracht. Und dann vor den Stränden auf die kleinen Boote verladen. Ab geht es ins gelobte Land. Alimentation und Narrenfreiheit bis an das Lebensende. Wenn das nicht die 1.000 bis 3.000 Euro für die Fahrkarte Wert ist ....?
Ein engagierter und guter Artikel, wie gewohnt von J.M-M
nicht interessieren, ist dumme und böswillige Polemik oder die Leute wissen nicht, alles Quatsch. Die Leute wissen, aber sie kämpfen gerade selbst. Jedem ist sein Haus am nächsten. Damit werden Vorurteilsmauern produziert, aber keine Lösungsbrücken. Hier wird sehr viel für Afrika getan, zweifelhaft ist ob es immer das Richtige ist. Europa ist nicht die Lösung angesichts der europäischen Probleme wie z.B. knappe und teuere Energie. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann die weltweite Armut auch die europäischen Länder großflächig befällt. Ohne Frage, es geht uns noch gut und die Betonung liegt auf noch. Nur Afrika sollte uns klar vor Augen führen, wir sitzen alle in einem Boot. Wenn Globalisierung, dann nicht der Wettkampf um die billigsten Produktionsstätten, sondern um Ideen und Vorteile zum Nutzen aller in jeder Region. Die Welt ist reich an Potential, aber zu arm für ungezügelte Gier. Es sind die kleinen Ideen ohne viel Aufwand gefragt wie der Herdprofessor in Uganda. Die wirklich funktionierenden Ideen brauchen wenig Geld und viel Kreativität. Da empfehle ich die Reihe "Projekt Zukunft "der Zeitschrift natur und kosmos.
...unter anderem, das Buch "Imperium der Schande" von Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter und daher wohl kaum als Spinner zu verunglimpfen, sowie als teaser für das Buch hier http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?idart=1189
ein paar Reinlesezeilen.
Sorry für die Werbung, aber sonst lesen's vielleicht zu wenige.
"...vor allem aber aus Nigeria, dem Sudan, Eritrea und Somalia werden..." sich die Menschen weiter auf den Weg machen, aber zunehmend auch aus anderen Regionen Africas, weil wir nach wie vor unausgesetzt ihre Küsten mit unseren Riesenfischfrevlern leerfischen, (weshalb der Wert von Fischerbooten inzwischen davon abhängt, wieviele Flüchtlinge es trägt), weil wir nach wie vor keine gerechte Agrarhandelsvertragagsbasis zulassen, sondern immer noch subventionierte Abfälle der EU-Überproduktion zur Zerstörung vormals funktionierender Bauernmärkte benutzen, weil wir immer noch gut damit verdienen, das Kriegswaffenkontrollgesetz für weniger wichtig zu halten als die Exportbilanzen, weil wir die Potentaten, Schlächter und Alleinherrscher nach Kräften unterstützen, solange die unsere Abhängigkeit mit Diamanten, Rohöl und billigem Kahlschlagholz bedienen, und weil die Anschaffer der neoliberalen, kapitalistischen Weltordnung an Hunger, Zwang und Ausweglosigkeit in Africa bestens verdienen.
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