Die USA können im Irak nicht gewinnen. Sie müssen es aber wenigstens schaffen, den Zerfall des Landes zu verhindern - sonst droht ein Erbfolgekrieg, in den alle Nachbarn hineingezogen werden. Der Schlüssel liegt in Syrien.
Der Berg in Washington hat gekreißt und weniger als eine Maus geboren. Es bleibt bei einem schlichten "Weiter so!" der US-Politik im Irak.
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US-Soldat in Bakuba: Die gegenwärtige Hinwendung der amerikanischen Politik zu den sunnitischen Milizen birgt die Gefahr in sich, dass am Ende ein Zerbrechen des Irak stehen wird. (© Foto: AFP)
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Diese Politik hat die USA in eine Falle hineingeführt, die der größten und wichtigsten Macht der Gegenwart nur noch Optionen eröffnen, bei denen alle nur noch verlieren können.
Die USA müssten sich, folgten sie ihren eigenen Interessen, eigentlich so schnell es geht aus dem Irak zurückziehen, da der Krieg nicht mehr zu gewinnen ist, die westliche Führungsmacht schwächt und die Feinde des Westens stärkt.
Sie können dies aber nicht tun, ohne die gesamte Region endgültig ins Chaos zu stürzen. Die USA wollten einen demokratischen Irak schaffen. Stattdessen droht das Land nach ihrem Abzug zu zerfallen und damit eine Balkanisierung des Nahen Ostens - mit kaum zu überschätzenden, gefährlichen Folgen für die gesamte Region.
Die USA wollten mit dem Krieg im Irak eine demokratische Transformation der Region einleiten. Stattdessen haben sie Iran zu einer hegemonialen Dominanz verholfen, zu der dieses Land aus eigener Kraft kaum jemals in der Lage gewesen wäre. Statt demokratischer Transformation droht dem Nahen und Mittleren Osten nach dem Abzug der USA aus dem Irak ein Kampf aller gegen alle um die Hegemonie in dieser Region.
Ein zerfallener Irak wird alle Nachbarn in einen Erbfolgekrieg hineinziehen
Nichts spricht dafür, dass sich Präsident Bush in den ihm verbleibenden Monaten diesen bitteren Realitäten annähern wird, denn würde er die Niederlage eingestehen, so wäre seine Präsidentschaft endgültig zerstört. Also wird er den Krieg im Irak seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin überlassen. Für seine innenpolitischen Ziele mag das reichen, außenpolitisch werden dadurch aber im Nahen Osten die Risiken weiter gefährlich eskalieren.
Die gegenwärtige Hinwendung der amerikanischen Politik zu den sunnitischen Milizen birgt die Gefahr in sich, dass am Ende ein Zerbrechen des Irak und seine Auflösung in drei Teile stehen werden.
Ob die Folgen eines sich desintegrierenden Irak innerhalb dessen Grenzen gehalten werden können oder ob der Zerfall dieses Staates weite Teile der Region infizieren wird und dadurch eine Balkanisierung des Nahen Ostens droht, ist eine der ganz entscheidenden Fragen, um die es heute im Irak geht. Denn ein zerfallender Irak wird alle seine Nachbarn und Mächte in der Region in einen unerklärten Erbfolgekrieg hineinziehen. Zudem gibt es im Nahen Osten kein Auffangnetz namens Europäische Union, wie das für die Balkanregion der Fall war und ist.
Gibt es einen Ausweg aus dem irakischen Dilemma? Ich meine ja. Es bedarf dazu aber eines realistischen Ziels. Statt um Sieg muss es um ein Minimum an Stabilität gehen, und dieses Ziel scheint mir immer noch erreichbar zu sein. Zudem werden die USA militärisch aus dem Irak nur dann abziehen können, ohne eine regionale Großkatastrophe anzurichten, wenn es ihnen gelingt, ein Minimum an regionaler Stabilität zu erreichen. Dazu bedarf es eines belastbaren regionalen Minimalkonsenses unter Einschluss aller Beteiligten.
Ob der Irak noch eine Zukunft hat, wird zuerst und vor allem von den irakischen Schiiten, Sunniten und Kurden abhängen, und an zweiter Stelle von seinen Nachbarn sowie deren Interessen und Risiko-Kalkulationen. Aber selbst wenn der Irak nach einem Abzug der USA zerfallen würde, so wäre es auch in diesem Fall von entscheidender Bedeutung, dass die Folgen dieses Zerfalls innerhalb der Grenzen des Irak eingedämmt werden. Dazu bedarf es eines regionalen Konsenses, den nur die Vereinigten Staaten herstellen können.
Es ist nur schwer zu verstehen, wie wenig sich die Regierung in Washington um einen solchen regionalen Stabilisierungsansatz für den Irak bemüht. Dabei verfügt sie gerade in dieser Frage noch über ganz erhebliche Hebel. Denn alle regionalen Mächte könnten in einem Erbfolgekrieg nur verlieren, da keine von ihnen stark genug ist, sich in einem solchen Krieg durchzusetzen. Ganz im Gegenteil droht allen als Folge einer solchen Konfrontation die innenpolitische Destabilisierung.
Ein Koalitionswechsel in Syrien würde die Lage in Nahost ändern
Freilich machen Gespräche und Konferenzen wenig Sinn, solange sie nicht durch eine schlüssige Politik vorbereitet werden. Dabei kommt Syrien eine Schlüsselrolle zu: Das Land ist der einzige arabische Staat, der mit Iran verbündet ist: Syrien ist als direkter Nachbar des Irak mitentscheidend für dessen Stabilisierung.
Zudem hängen die Sicherheit und Unabhängigkeit des Libanon von diesem Land ab. Syrien ist einer der Hauptakteure im Nahostkonflikt zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn, und Syrien ist wirtschaftlich wie auch politisch in einer schwachen Position. Darüber hinaus sind seine Interessen keineswegs deckungsgleich mit denen von Iran.
Es ist nicht zu verstehen, warum die USA auf Libyen erfolgreich zugegangen sind, jegliche Initiative aber in Richtung Syrien vehement ablehnen. Ein Koalitionswechsel Syriens würde die Lage in der Region grundsätzlich ändern. Dies gälte sowohl für den Libanon, für den israelisch-palästinensischen Konflikt, aber auch für den Irak und vor allem für Iran.
Eine solche Entwicklung käme für Teheran einem strategischen Super-GAU gleich und würde das Land in der Region endgültig isolieren. Auf der Grundlage einer solchen Entwicklung würde dann eine energische Initiative in Richtung Teheran Sinn machen, die sowohl die Stabilisierung des Irak, das iranische Nuklearprogramm und die Rolle Irans im Nahostkonflikt als Teil eines grand bargain beinhalten müsste. Der müsste für den Erfolgsfall die volle Normalisierung der Beziehungen mit Teheran anbieten.
Gewiss, Terror und Gewalt würden durch eine entschlossene Regionalstrategie der USA und ihrer westlichen Partner weder im Irak noch in der Region über Nacht verschwinden. Aber es wäre damit ein entscheidender Anfang gemacht, die strategischen Kräfteverhältnisse in der Region so zu verändern, dass ihre Stabilisierung und die des Irak möglich und ein Abzug der US-Truppen aus dem Irak in absehbarer Zeit realistisch wäre.
Joschka Fischer, Vizekanzler und Bundesaußenminister von 1998 bis 2005, schreibt exklusiv für Project Syndicate und die Süddeutsche Zeitung.
(SZ vom 9.10.2007)
New Yorker Bürgermeister will Soft-Drinks verbieten
"Gut, ich schau mir das gerne an, auf meiner Couch, chips kauend und cola schlürfend"
Bei diesem Bewegungsmangel und dieser Ernährung leidet der Geist genauso wie der Körper.
An den Kommentaren merkt man die geistige Deformation.
Die Politik des Iran hat ihre Ursache nicht im Palästina-Konflikt, sondern in den Interessen des Iran. Der Iran nutzt allerdings den Palästina-Konflikt für seine Zwecke.
Der Irak-Krieg hat seine Ursache auch nicht im Palästina-Konflikt, auch wenn der Irak zu den Ländern gehörte, die Israel entgegen der UN-Resolution 1948 überfallen haben.
Die Araber sind auch nicht die Ureinwohner Palästinas.
Der Schlüssel für den Nahostkonflikt liegt ganz wesentlich in den Händen der arabischen Staaten und des Iran, und der durch einige von ihnen unterstützten Hamas und Hisbollah. Würden die aufhören, Israel mit der Vernichtung zu drohen, könnte es Vertrauen in der Region geben. Israel erkennt das "Existenzrecht" sämtlicher arabischer Staaten und des Iran an und ist bereit Frieden zu schließen wie es dies auch schon durch Friedensschlüsse mit Ägypten und Jordanien bewiesen hat. Syrien und der Iran unterstützen dagegen permanent militärische Angriffe auf Israel. Was der Iran damit zu tun hat, weiß eigentlich niemand. Es ist noch nicht einmal ein arabisches Land.
Vor diesem Hintergrund wie Sie einen US-Einmarsch in Israel, dem Land, das wiederholt Opfer von Angriffen der arabischen Staaten wurde, zu fordern, liegt völlig neben der Spur.
das Irak-Desaster sowie das Aufbegehren des IRAN seine wesentliche Ursache in der Politik Israels gegenüber den Palästinensern und den arabischen Nachbarländern hat.
Und, vielleicht noch schlimmer, Herr Fischer erwähnt mit keiner Silbe die Menschenrechte -und sämtliche UN-Resolutionen- verachtende Politik Israels gegenüber den UR-Einwohnern Palästinas, woraus nicht nur der IRAN, sondern auch so ziemlich alle Terror-Bereiten welweit ihre Motivation bis zum Selbstmord schöpfen.
Wäre Herr Fischer ein im Gaza-Streifen eingesperrter, verhungender und verdurstender Palästinenser, ich bin ziemlich sicher, auch er würde sich, vielleicht seiner Vergangenheit als Strassenkämpfer erinnernd, mit allen vorhandenen Mitteln zur Wehr setzen!
Der Schlüssel zur Lösung des gefährlich eskalierenden NO-Konflikts LAG VOR dem Irak-überfall bei der Achse Israel-USA. Jetzt liegt er in Teheran und Damaskus, und DESHALB müssen die USA
- jetzt endlich mit diesen beiden Ländern seriös gemeinte Verhandlungen aufnehmen;
- Israel zwingen, zumindest den Würgegriff im Gaza-Streifen zu lockern, sowie Syrien die Räumung der GOLAN-Höhen anzubieten,
ODER aber
- beide Länder überfallen!
Aber auch hierüber lesen wir bei Herrn Fischer leider keine Silbe, obwohl er diese Zusammenhänge natürlich auch sieht!
Ohne das erwähnte Mindestmass an Gutem Willens von Seiten der USA und Israel wird der NO-Konflikt in einem Desaster enden, das der Nimmermüde jüdische Friedensaktivist URI AVNERY wie folgt beschreibt:
"Wer immer einen Krieg gegen den IRAN anzettelt, wird es bedauern!"
Was Sie hier verzapfen, ist von dümmlicher Propaganda kaum noch zu unterscheiden bzw. zu übertreffen. Das beweist besonders eindrucksvoll dieses IHR Sazu:
"Solange die Menschen im Irak und in Afghanistan nicht selbst für Sicherheit sorgen können, werden die Amis dies für sie tun. Und dies ist auch gut so!"
Sie sind vermutlich so ziemlich der einzige des Lesens und Sehens grundsätzlich fähige Mensch, der DAS, was im Irak seit über 4 Jahren Dank dem èberfall durch die USA abläuft, SOOO sieht!
Jetzt fehlt mur noch, dass Sie auch für den Angriff auf den IRAN plädieren, weil die dort von den Mullahs unterdrückten Millionen sich nach einer demokratischen Ordnung à la Irak sehnen!
Der ohnmächtige Aufklärer und Ami-Israel-Feind mit dem Hang
Schmarren im SZ-Online zu verbreiten.
Ja bin ich froh, dass Sie überhaupt keine Macht haben. :o))))
Paging