US-Befehlshaber David Petraeus plädiert für einen umsichtigen Abzug der Amerikaner - und lobt ausgerechnet ein Land, das für Präsident Bush zur "Achse des Bösen" gehört.

David Petraeus sprach sich für einen umsichtigen Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak aus. Der hart errungene Zugewinn an Sicherheit dürfe nicht dadurch aufs Spiel gesetzt werden, dass die US-Truppenstärke überstürzt verringert werde, sagte Petraeus.

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Kommandiert die US-Truppen im Irak: David Petraeus (© Foto: AFP)

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"Wir werden ein Viertel unserer Kampfkräfte in einem Zeitraum von insgesamt sechs bis acht Monaten reduzieren." Jeder weitere Abzug von Soldaten müsse "sehr sorgfältig" geprüft werden, sagte der US-Kommandeur im Irak weiter. Petraeus steht unter Druck: Vor allem die demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber fordern, die Zahl der Soldaten im Irak weiter zu verringern.

Auch dank der Zusammenarbeit mit den syrischen Behörden habe sich die Zahl der ausländischen Kämpfer, die in den Irak eindringen, um die Hälfte reduziert, sagte Petraeus weiter. Andere Länder erschwerten es jungen Männern ebenfalls zunehmend, in den Irak zu reisen, um sich dort den Kämpfen Aufständischer anzuschließen.

Der Zugewinn an Sicherheit sei aber in einigen Gebieten gering und fragil, betonte der US-Kommandeur. Das Extremistennetzwerk al-Qaida sei nicht endgültig besiegt, auch die Gewalt zwischen den Anhängern der unterschiedlichen muslimischen Glaubensrichtungen könne wieder voll aufflammen.

Gegensatz zum Verteidigungsministers

Zuvor hatte der US-Verteidigungsminister Robert Gates bei einer Visite in Bagdad erklärt, es sei gelungen, al-Qaida aus dem Zweistromland zu vertreiben - ein Gegensatz zur Aussage von General Petraeus.

Der US-Befehlshaber erklärte, die irakischen Sicherheitskräfte müssten besser werden und die Aussöhnung im irakischen Volk sollte greifen.

Die USA haben derzeit 155.000 Soldaten im Irak stationiert. 30.000 von ihnen wurden zu Beginn des vergangenen Jahres in den Golfstaat verlegt, worauf die Zahl der Anschläge deutlich zurückging.

US-Verteidigungsminister Robert Gates unterstützte am Montag erstmals Forderungen von Petraeus nach einem vorläufigen Ende der Truppenreduzierung im Irak zur Jahresmitte. Bis dahin sollen die 30.000 zusätzlichen Soldaten wieder abziehen.

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(Reuters/odg/gdo)