Labour-Parteitag "Er muss sagen: Es wird nicht noch einmal passieren"

Premier Blair ist wegen der Beteiligung am Krieg im Irak in seiner Partei unter Druck geraten. Auch von Schatzkanzler Brown, seinem internen Rivalen, bekam er wenig Rückendeckung. Einige Delegierte setzten sogar durch, dass über einen Rückzugstermin aus dem Irak diskutiert wird.

Zum Auftakt des Labour-Parteitages im südenglischen Seebad Brighton rief der Schatzkanzler Gordon Brown die Delegierten zu "voller Unterstützung für Tony Blair, unseren Parteichef und Premierminister, in schwierigen Zeiten" auf.

Labour-Parteitag

Schatzmkanzler Gordon Brown bei seiner Rede auf dem Labour-Parteitag.

(Foto: Foto: AP)

Berichte über ein Zerwürfnis der beiden führenden Labour-Politiker bezeichnete Brown als "Klatsch und Tratsch". Nach dem Willen der Regierung soll der Parteitag unter dem Motto "Ein besseres Leben für Alle" im Zeichen der Innenpolitik stehen.

Allerdings erlitt Blair noch vor dem offiziellen Beginn der bis Donnerstag dauernden Parteiversammlung eine erste Niederlage. Eine ausreichende Zahl von Delegierten votierte dafür, über Forderungen nach einem Rückzugsdatum für die britischen Truppen im Irak abzustimmen.

Blair hatte immer betont, ein solches Datum könne man nicht festlegen, weil niemand wisse, wie sich die Dinge im Irak weiter entwickelten.

Zwar wurde nicht damit gerechnet, dass die Mehrheit der Delegierten am Donnerstag für ein solches Rückzugsdatum stimmen wird. Dennoch hieß es in den britischen Medien, die Abstimmung und die vorhergehende Debatte könnten für Blair "peinlich" werden.

Sein ehemaliger Außenminister Robin Cook rief ihn dazu auf, den Delegierten in seiner Rede zu versprechen, nie wieder einen Krieg wie im Irak zu führen: "Er muss sagen: 'Es wird nicht nochmal passieren'", forderte Cook.

Brown stellte in seiner mit großem Beifall bedachten Rede heraus, dass die britische Wirtschaft unter Labour aufgeblüht sei wie nie zuvor seit 1945. Gleichzeitig investiere die Regierung Milliarden in die öffentlichen Schulen, das für alle Bürger kostenlose staatliche Gesundheitswesen und die Polizei.

Eine sozialdemokratische Politik sei auch im Zeitalter der Globalisierung möglich und nötig, sagte Brown, der als Finanzminister länger im Amt ist als jeder seiner Vorgänger in den vergangenen 200 Jahren.