Der Premier steht erneut unter Druck: Kurz vor der britischen Parlamentswahl fordern parteiinterne Kritiker eine geheime Abstimmung über die Spitzenkandidatur von Gordon Brown.
In der regierenden britischen Labour-Partei regt sich offener Widerstand gegen eine Spitzenkandidatur von Premierminister Gordon Brown bei der anstehenden Unterhauswahl. In einem Schreiben an die Labour-Abgeordneten verlangten zwei ehemalige Minister eine geheime Abstimmung über die Führungsrolle Browns.
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Gordon Brown - Der britische Premier steht erneut unter Druck. (© Foto: AFP)
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Spätestens im Juni steht die Parlamentswahl an, die Umfragen zufolge die oppositionellen Konservativen für sich entscheiden dürften.
Der frühere Verteidigungsminister Geoff Hoon und die Ex-Handelsministerin Patricia Hewitt sprachen sich in dem Schreiben für eine geheime Abstimmung der Labour-Abgeordneten über die Spitzenkandidatur Browns aus. "Viele Kollegen haben ihren Ärger darüber geäußert, wie diese Frage unsere politische Arbeit behindert", wird aus dem Schreiben zitiert. Das Problem könne nur gelöst werden, wenn allen Abgeordneten erlaubt werde, ihre Meinung in einer geheimen Abstimmung kundzutun.
Wie viel Unterstützung Hoon und Hewitt für ihr Vorgehen haben, blieb zunächst unklar. Mit ihrem Schritt machten sie ein seit langem schwelendes Unbehagen über Browns Führungsstil öffentlich.
Kritiker werfen dem Regierungschef unter anderem fehlendes Charisma vor. Durch die Wirtschaftskrise und den verlustreicher werdenden Krieg in Afghanistan haben die Umfragewerte Browns stark gelitten.
Der Zeitpunkt für das Vorgehen kommt jedoch überraschend: Zum einen ist es Beobachtern zufolge fast zu spät, den Spitzenkandidaten so kurz vor der Wahl noch auszutauschen, zum anderen steht kein offensichtlicher Nachfolger für Brown bereit.
Der Chef der Labour-Partei im Unterhaus, Tony Lloyd, wies das Ansinnen der beiden Ex-Minister umgehend zurück. Die Partei bestimme ihre Führung nicht auf eine solche Art und Weise. "Es geht nicht darum, was die Fraktion will oder, ganz ehrlich, was die britische Öffentlichkeit will", sagte Lloyd der BBC.
Den Parteistatuten zufolge müssen an der Wahl eines Chefs zahlreiche andere Gremien, wie ein Parteitag oder die Gruppe der Europaabgeordneten, beteiligt werden.
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(Reuters/bica/jab)
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