"Bitte gehorsamst, das Bordell besuchen zu dürfen": Von Sexdiensten in den Lagern der Nazis ist bislang wenig bekannt. Eine Ausstellung in der Gedenkstätte Buchenwald zeigt nun, wie Gefangene durch Prostitution erniedrigt wurden.
Das Gebäude lag etwas versteckt bei der Krankenstation. Von außen sah die Baracke beinahe wie eine normale Häftlingsbehausung im Konzentrationslager Buchenwald aus: Holzverkleidung, flaches Satteldach - nur die Gardinen an den Fenstern verrieten, dass es sich hier nicht um eine gewöhnliche Baracke handeln konnte. Drinnen standen Blumensträuße auf den Tischen und Fensterbänken. Es gab Betten mit echten Kopfkissen und militärisch auf Kante gefalteten Decken, und es hingen gerahmte Bilder an den Wänden, etwa die Zeichnung eines deutschen Schäferhundes. Am Abend, wenn oben beim Torhaus von Buchenwald der Lagerappell absolviert war, mussten die etwa zwei Dutzend Insassinnen des von der SS so genannten "Sonderbaus" ihre Arbeit verrichten - als Zwangsprostituierte im Lagerbordell.
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Hier starben schätzungsweise 56.000 Menschen: Das Bild zeigt das ehemalige Krematorium des einstigen KZ Buchenwald. Die Gedenkstätte auf dem Gelände dokumentiert in einer Ausstellung die Zwangsprostitution in den Lagern der Nazis. (© DPA)
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Seit 1943 gab es das Bordell in Buchenwald, erst kurz vor der Befreiung im März 1945 wurde es geschlossen. Indes mussten die Frauen nicht den SS-Angehörigen zu Diensten sein, ihre "Freier" waren Häftlinge. Abend für Abend besuchten etwa 100 KZ-Insassen das Lagerbordell, wie der Berliner Kulturwissenschaftler Robert Sommer anhand von Abrechnungsbüchern aus Buchenwald herausfand. Auch in anderen Konzentrationslagern unterhielt die SS Häftlingsbordelle, in Mauthausen und in Flossenbürg, in Dachau und in Auschwitz.
Es ist ein Kapitel der NS-Unterdrückung, über das sich nach dem Krieg ein Mantel des Schweigens legte, denn weder die Nazi-Täter noch ihre Opfer hatten später ein Interesse daran, diese ganz besondere Form der Zwangsarbeit offen zu legen - schließlich galt der Besuch in einem dieser Häuser auch für die Häftlinge als Peinlichkeit. So rügten SED-Parteikader im Osten nach dem Krieg ihre Genossen, die etwa in Buchenwald das Bordell besucht hatten.
Allzu harsch dürfte die Kritik freilich nicht ausgefallen sein, denn einige führende Mitglieder des kommunistischen Widerstands hatten selber zu den "Kunden" des Etablissements gehört, wie Sommer berichtet. Auch im Westen blendete die Geschichtsschreibung die Lager-Bordells weitgehend aus - in seinem Standardwerk "Der SS-Staat" bemerkte der einstige Buchenwald-Häftling Eugen Kogon abfällig, die Zwangsprostituierten hätten sich "ziemlich hemmungslos" in ihr Schicksal gefügt und wohl auch schon vor ihrer KZ-Zeit "nicht gerade einen übermäßig seriösen Lebenswandel" gepflegt.
So gab es lange Zeit weder in west- noch in ostdeutschen KZ-Gedenkstätten auch nur einen Hinweis auf die Lager-Bordelle. Erst die Recherchen des Kulturwissenschaftlers Sommer brachten Licht in dieses dunkle NS-Kapitel, sein im vergangenen Jahr erschienenes Buch "Das KZ-Bordell" bildete nun die Grundlage für eine Ausstellung, die von der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück konzipiert wurde und derzeit in Buchenwald zu sehen ist.
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Finde es peinlich, bei einem solchen Artikel mit derartiger Werbung "beglückt" zu werden.
Beispiel:
Begib dich auf den Trip des Lebens (TUI)
Der Hunger ist gegessen (Snickers)
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............... usw.
Da sollte die Süddeutscche einmal insich gehen, ob es passend ist und die Einnahmen das rechtfertigen.
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PS: Die Kommentarsperre ist ebenfalls kaum nachvollziehbar, nicht jeder kann Werktags bis 19 Uhr vor dem PC hocken.
Bei anderen Medien werden sie, wenn kein Personal zur Kontrolle anwesend ist einfach eingefroren und mit Arbeitsbeginn freigeschaltet, oder auch nicht.
Die Kinder der Täter jubeln heute Sarazin zu!Man kann halt seiner Prägung durch das Elternhaus schlecht entfliehen!
Nur nachdenken hilft da!
Ent würdigung des Menschen wird heute auch wieder betrieben wenn auch nicht so offen!Ich möchte diese Situation heute nicht mit damals vergleichen!Das wäre eine Verharmlosung des Schicksals dieser Menschen!
Aber der selbe Menschenschlag versucht heute wieder die Situation auszunutzen!
Verfolgung der Täter und kein Vergessen!
sind sicherlich besser ausgestattet, wie uns ja nicht nur die brasilianischen Freudenmädchen für die VW-Elite und die osteuropäischen Lustbarkeitsgespielinnen für den Exzellenzelitaristen Michel Friedmann belegen konnten.
Dass wir es bei der organisierten Sexsklavereiwirtschaft in Europe und speziell auch in Deutschland, heute mit einer ganz anderen Form von Konzentrationslägern zu tun haben, als während der Nazimassakerdiktatur, dürfte ebenfalls unstrittig sein.
Das Problem, mit dem wir heute als Gesellschaft zu tun haben, ist, dass die heutigen Funktions-, Macht- und Besitzelitarier sich der gleichen Menschen-, und wie wir alle ja inzwischen wissen, Kinderschändererei schuldig machen und wir dem ganzen ebenso sprach- und widerstandslos zusehen, wie unsere Eltern, Groß- und Urgroßeltern beim Abtransport der künftigen Sexsklavinnen und -sklaven nach Auschwitz, Bergen-Belsen, Sobibor, Treblinka und Theresienstadt.
Nehmen wir diesen Bereicht zum Anlaß, um die in unserer Umgebung existierenden Bordelle zu besuchen und nach den heutigen KZ-Sklaven zu suchen.
Und es brauchte wohl 65 Jahre bis auch diese Seite zur Sprache kam. Sehr traurig.
Dient eine solche Ausstellung nicht erneut dazu, die beteiligten Menschen zu erniedrigen? Über manche Dinge kann man doch einfach schweigen, um denen, denen solches Grauen widerfahren ist, wenigstens ein bisschen Würde zu bewahren.