SPD-Vize Nahles will die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes verlängern - und begründet das mit der unsicheren Wirtschaftslage. Die Union stimmt ihr zu.

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Andrea Nahles will die Bezugsdauer des Kurzarbeitergelds deutlicher ausweiten als Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD). "Das Kurzarbeitergeld muss auf 24 Monate angehoben werden", sagte sie der Berliner Zeitung.

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Die stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Andrea Nahles beim SPD-Parteitag in der vergangenen Woche. (© Foto: ddp)

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Scholz hatte eine Ausweitung auf bis zu 18 Monate vorgeschlagen. Derzeit wird das Kurzarbeitergeld bis zu zwölf Monate lang gezahlt.

"Wir müssen dafür sorgen, dass die Betriebe nicht panikartig mit Entlassungen auf die unsichere Wirtschaftslage reagieren", sagte Nahles. Die Beschäftigten müssten in den Unternehmen gehalten werden, auch damit bei neuen Auftragseingängen die Produktion kurzfristig wieder ausgeweitet werden könne.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Ralf Brauksiepe (CDU), sagte der Zeitung: "Ich halte das im Grundsatz für richtig." Die große Koalition müsse Vorsorge dafür treffen, dass die Finanzkrise möglichst nicht auf die reale Wirtschaft in Deutschland überschwappe. Die Haushaltslage der Bundesagentur für Arbeit lasse eine Ausweitung des Kurzarbeitergelds zu.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßte die Überlegungen. Auch für die Bundesregierung wäre dies im Wahljahr 2009 von Vorteil: Kurzarbeiter entlasten die Arbeitslosenstatistik, weil sie nicht als arbeitslos gelten.

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(dpa/Reuters/ssc)