Der Gescheiterte erklärt sich: Kurt Beck begründet seinen Rückzug von der SPD-Spitze mit einer Kampagne gegen seine Person.
Der zurückgetretene SPD-Chef Kurt Beck hat in einer persönlichen Erklärung "gezielte Falschinformationen" aus der Partei im Zusammenhang mit der Nominierung von SPD-Vize Frank-Walter Steinmeier zum Kanzlerkandidaten kritisiert. Die Erklärung Becks im Wortlaut:
Kurt Beck hat sich mit sofortiger Wirkung von der SPD-Spitze zurückgezogen. (© Foto: Reuters)
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"Ich habe heute meinen Rücktritt vom Vorsitz der SPD erklärt. In der vergangenen Nacht ist der Plan von mir und Frank-Walter Steinmeier, mit dessen Nominierung zum Kanzlerkandidaten der SPD durchzustarten und gemeinsam für einen Erfolg bei der Bundestagswahl 2009 zu sorgen, durchkreuzt worden.
Nachdem ich vor gut zwei Wochen Frank-Walter Steinmeier gebeten habe, die Spitzenkandidatur zu übernehmen, haben wir in einer Reihe von Gesprächen sorgfältig und vertrauensvoll die Vorbereitungen getroffen. Teil dieses Konzeptes der Geschlossenheit war auch die Einbeziehung des ehemaligen Parteivorsitzenden Franz Müntefering.
Durch die Sonder-Tagung der EU-Außenminister in Brüssel am 1. September 2008 verschob sich die geplante Bekanntgabe der Entscheidung auf den heutigen Tag.
Keine Möglichkeit mehr gesehen
Aufgrund gezielter Falschinformationen haben die Medien einen völlig anderen Ablauf meiner Entscheidung dargestellt. Das war und ist darauf angelegt, dem Vorsitzenden keinen Handlungs- und Entscheidungsspielraum zu belassen. Vor diesem Hintergrund sehe ich keine Möglichkeit mehr, das Amt des Parteivorsitzenden mit der notwendigen Autorität auszuüben.
Ich habe dieses Amt übernommen, um meiner Partei zu helfen. Weil das nicht mehr möglich scheint, habe ich diese Konsequenz gezogen.
Ich hoffe, dass die SPD nun geschlossen und erfolgreich in den laufenden und kommenden Wahlkämpfen auftreten kann und wünsche meinen Nachfolgern viel Glück."
- SPD Sozialdemokratischer Schleudersitz 07.09.2008
- Reaktionen auf SPD-Drama Merkel attackiert SPD 08.09.2008
(dpa/mel)
Debatte über Militäreinsatz in Syrien
Allerdings ist die Begründung etwas wackelig.
Wenn die Medien schuld waren - wer hat sie denn dann gefüttert?
Wieder Frau Nahles, die alte Intrigantin?
Wieso ist die nicht längst wegen parteischädigenden Verhaltens ausgeschlossen worden?
Etwas anderes als intrigieren kann sie ja wohl nicht.
Und überzeugend finde ich es nicht - wenn "nur" die bösen Medien schuld waren - warum muss er dann zurücktreten. Ich denke er der zweite Teil ist der Hauptgrund - er hat der SPD nicht mehr helfen können.
Schade eigentlich, denn durch das ganze Herumgeeier der SPD steht sogar die gesamte Demokratie auf dem Spiel. Ich hoffe die SPD besinnt sich noch und macht nicht gemeinsame Sache mit den Feinden der Demokratie - der SED-Nachfolgepartei....